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Universitätsarchiv

Röntgen in Japan

12.03.2021

Fast 60.000 Besucher sahen die Jubiläumsausstellung zum Röntgenjahr 2020 in Tokio. Sie konnten historische Objekte aus dem Würzburger Universitätsarchiv und dem Physikalischen Institut bestaunen.

Röntgenausstellung in der Intermediatheque. Blick auf die Funkeninduktoren
Röntgenausstellung in der Intermediatheque. Blick auf die Funkeninduktoren. Foto: Hirohisa Mori, IMT

Trotz der Corona-Pandemie gelang der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg zum Röntgenjahr 2020 eine Kooperation mit dem Universitätsmuseum Tokio. Zwei Jubiläen galt es zu feiern: 125 Jahre Entdeckung der Röntgenstrahlen und 175. Geburtstag von Wilhelm Conrad Röntgen. Der Physiker hatte die nach ihm benannten Strahlen 1895 an der Uni Würzburg entdeckt.

Das Universitätsmuseum Tokio zeigte zu diesem Anlass eine Röntgen-Ausstellung in der Intermediatheque. Diese liegt im Herzen der Stadt im Viertel Marunouchi, dem Zentrum des japanischen Bankwesens. Der internationale Reiseführer lonely planet listet die Intermediatheque als Top-Sehenswürdigkeit auf.

Organisiert und konzipiert vom Universitätsarchiv

Dort war die Würzburger Sonderausstellung vom 24. Juni bis 23. November 2020 zu sehen. Unter den Exponaten befanden sich Originalgegenstände, mit denen Röntgen gearbeitet hatte. Für die vom Universitätsarchiv der JMU mit erheblichem Aufwand organisierte und konzipierte Ausstellung wurden Objekte zusammengestellt sowie Spedition und Zoll vorbereitet.

Als unerwartete Herausforderung erwies sich für das Uni-Archiv das aufwändige Genehmigungsverfahren der Ein- und Ausfuhr von wertvollem Kulturgut nach Japan. Erst nach vielen Gesprächen mit den Kollegen in Tokio erreichten die Objekte unversehrt ihren Zielort. Das Team der Intermediatheque stellte sie dort zu einer beeindrucken Sonderausstellung zusammen.

Museum in einer luxuriösen Shopping-Mall

Das Universitätsmuseum in Tokio besticht durch eine konzeptionell hervorragend aufgearbeitete Sammlung aus naturkundlichen Objekten. Präsentiert werden diese in weitläufigen, hohen Räumen, in museal anmutenden Holz- und in modernsten Glasvitrinen. Ein ausgefeiltes Sicherheitskonzept überzeugte das Team vom JMU-Archiv, so dass die wertvollen Originale bedenkenlos ausgestellt werden konnten – obwohl sich das Museum in einer der größten und luxuriösesten Shopping-Malls am Hauptbahnhof in Tokio befindet.

Unter normalen Umständen wäre dort mit einem Besucherstrom von rund 1.000 Personen pro Tag zu rechnen gewesen. Doch auch in Japan sorgte ein monatelanger Lockdown für einen weitgehenden Stillstand des öffentlichen Lebens.

Wie viele Ausstellungen in Deutschland musste auch die Tokioter Röntgen-Ausstellung in aller Stille eröffnet werden. Dennoch fanden während des unterbrochenen und deutlich verkürzten Ausstellungszeitraums fast 60.000 Besucherinnen und Besucher ihren Weg in die Ausstellung.

Weitere Kooperationen mit Tokio geplant

Inzwischen sind die meisten Objekte wieder wohlbehalten in Würzburg eingetroffen. Einige davon können in der Röntgen-Dauerausstellung des Physikalischen Instituts betrachtet werden.

Gemeinsam mit dem Universitätsmuseum in Tokio denkt das Würzburger Archiv schon über weitere gemeinsame Projekte nach – etwa über eine Ausstellung mit unveröffentlichten Handschriften, Zeichnungen und Dokumenten des berühmten Julius von Sachs. Dieser Botaniker forschte und lehrte ab 1868 mehr als 30 Jahre lang als Professor an der Uni Würzburg.

Hochwertige Röntgen-Kataloge

Wer mehr über Röntgen und seine nobelpreisgekrönte Erfindung wissen möchte: An der JMU liegen hochwertige Ausstellungskataloge mit vielen Farbfotografien in englischer und japanischer Sprache vor. Das Uni-Archiv hat sie gemeinsam mit dem Präsidialbüro erarbeitet.

 

Rückblick auf die Ausstellung in der Intermediatheque

Weitere Bilder

Von Marcus Holtz

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