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Universitäts-Archiv

Alois Alzheimer

Alumnus des Monats April 2020

* 14. Juni 1864 in Marktbreit                                                                 † 19. Dezember 1915 in Breslau

1884      Studium der Medizin in Berlin, Würzburg und Tübingen
1888      Assistenzarzt in Frankfurt am Main
1895      Oberarzt in Frankfurt
1901      Erste Begegnung mit Auguste Deter
1902      Wissenschaftlicher Assistent an der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg 
1912      Ordentlicher Professor in Breslau

Der Alumnus des Monats im April 2020 ist Alois Alzheimer. Bekannt wurde er vor allem durch die Entdeckung der nach ihm benannten Demenzerkrankung. Die moderne pathologische Diagnose der Alzheimer-Krankheit basiert noch immer auf denselben Untersuchungsmethoden wie 1906, als Alzheimer diese das erste Mal verwendete.

Werdegang

Nach seiner Schulzeit in Aschaffenburg studierte Alzheimer an den Universitäten Berlin, Tübingen und Würzburg Medizin. An der Julius-Maximilians-Universität schrieb er 1887 seine Dissertation zum Thema „Über die Ohrenschmalzdrüsen“. Ein Jahr später begann er nach erfolgreichem Bestehen des Staatsexamens in Frankfurt als Assistenzarzt unter Emil Sioli an der „Städtischen Heilanstalt für Irre und Epileptische“ zu arbeiten.

Durch diese Tätigkeit wurde Alzheimers Interesse an menschlichen Gehirnen geweckt und er widmete seine Zeit in den darauffolgenden Jahren den histologischen und histopathologischen Studien der Hirnrinde; 1895 wurde er schließlich Oberarzt in Frankfurt. Sieben Jahre später entschied er, seine Forschungen unter Emil Kraepelin in Heidelberg und daraufhin in München fortzusetzen. Dort wurde er Leiter des hirnanatomischen Laboratoriums; 1904 habilitierte er sich auf diesem Gebiet.

1912 ging Alzheimer nach Breslau, um eine Professur für Psychiatrie an der Friedrich-Wilhelm-Universität zu übernehmen. Auf der Reise erkrankte er an einer infektiösen Krankheit, die unter Anderem sein Herz betraf und von der er sich sein restliches Leben nicht mehr erholen sollte.

Der Fall Auguste Deter

Alzheimer traf Auguste Deter erstmals 1901, als er sie in Frankfurt am Main behandelte. Er beobachtete bei ihr starke Gedächtnisprobleme, Desorientierung und auch Halluzinationen. Der Fall wurde nochmals für Alzheimer interessant, als Deter 1906 im Alter von 56 Jahren verstarb. Da zu diesem Zeitpunkt in der Medizin eine derartige Verwirrtheit nur bei älteren Menschen als Krankheitsbild bekannt war, wollte Alzheimer das Gehirn der Patientin erneut untersuchen. Er vermutete bereits zum damaligen Zeitpunkt, dass es biologische Ursachen für den Verwirrtheitszustand seiner Patientin geben konnte. Dabei bemerkte er, dass die Hirnrinde dünner war als bei gesunden Gehirnen und zudem Ablagerungen (Plaques) zu finden waren.

Am 03. November 1906 hielt Alois Alzheimer einen Vortrag bei der 37. Versammlung Südwestdeutscher Irrenärzte und beschrieb dort erstmals das „eigenartige Krankheitsbild“, das er bei Auguste Deter entdeckt hatte. 1910 verwendete Emil Kraepelin den Fall unter dem Namen „Alzheimersche Krankheit“ in seinem Buch, was für viele Jahre die einzige Beachtung der Forschungsergebnisse Alzheimers bleiben sollte. Erst rund 50 Jahre später wurde die Alzheimer-Krankheit für die Forschung wieder interessant.

Literaturempfehlung:

Maurer, Ulrike; Maurer, Konrad: Alzheimer. Das Leben eines Arztes und die Karriere einer Krankheit. München 2000.