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Universitäts-Archiv

Beatrice Edgell

Gelehrte des Monats Mai 2020

* 26. Oktober 1871 in Tewkesbury (GB)                                              † 10. August 1948 in Cheltenham (GB)

1891      Studium der Philosophie, Pädagogik, alte Sprachen und englischer Literatur am University College Wales, Aberystwyth
1894      Bachelor of Arts in Mental and Moral sciences von der University of London
1897      Erneutes Studium der Philosophie in Aberystwyth
1898      Bachelor in Philosophie; 1899 gefolgt vom Master
1900      Auslandsstudium an der Universität Würzburg
1901     Dissertation bei Oswald Külpe
1927      Professorin für Psychologie

Die Gelehrte des Monats im Mai ist Beatrice Edgell. Sie war die erste Frau, die an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg ihre Dissertation schrieb. Zudem war die Britin auch die erste Frau in Großbritannien, die im Fachbereich Psychologie die Doktorwürde erlangte. Ihr Wirken stellt bis heute einen Meilenstein in der Geschichte des Frauenstudiums in Würzburg dar. Bis heute wird der Beatrice-Edgell-Preis an Frauen verliehen, die eine herausragende wissenschaftliche Leistung erbracht haben.

Eine Powerfrau macht Karriere

Nachdem Beatrice Edgell mehrere Schulen für Frauen besucht hatte, begann sie 1891 zunächst das Studium der Philosophie am University College in Wales, das ab diesem Jahr Frauen als Studentinnen zuließ. Dieses Studium ermöglichte es Edgell, am der Universität in London einen Abschluss zu erlangen. Später wechselte sie zu experimenteller Psychologie. Ihr Studium beendete sie erfolgreich mit dem Bachelorabschluss; kurz darauf folgte der Master.

Seit 1898 war sie die Leiterin des „department of Mental and Moral Sciences“ am Bedford College der Universität London. Bereits nach zwei Jahren gewährte man Edgell ein Stipendium für einen Auslandsaufenthalt in Deutschland, da sie sehr gute Forschungsergebnisse vorgelegt hatte. Dort schrieb sie ihre Dissertation an der Universität Würzburg.

1927 wurde Edgell zur erste Professorin für Psychologie in England berufen. In vielen britischen Psychologie-Vereinigungen mit philosophischer oder psychologischer Zielsetzung wurde sie bis 1930 als erste Frau Vorsitzende. Darunter waren die British Psychological Society, die psychologische Abteilung der British Association for the Advancement of Science und die Aristotelian Society. Durch diesen Einfluss engagierte sich Edgell für die bessere Ausbildung von Frauen an Hochschulen und revolutionierte damit die Lehre in England.

Pionierin der Psychologie ebnet Frauen den Weg an die JMU

Während ihrer Studienreise nach Deutschland schrieb Edgell an der Julius-Maximilians-Universität ihre Dissertation zum Thema „Die Grenzen des Experiments als einer psychologischen Methode“ unter der Leitung von Oswald Külpe. Mit dieser Dissertation war Beatrice Edgell die erste Frau, die an der Würzburger Universität einen Doktortitel erwarb.

Jedoch war Edgell zu diesem Zeitpunkt nicht in Würzburg immatrikuliert, sondern promovierte mit dem Status einer Hörerin, da Frauen als Studentinnen erst im kommenden Jahr erlaubt wurden. Ihr war das nur möglich, weil sie – im Gegensatz zu den Frauen in Deutschland zu dieser Zeit – einen qualifizierten Schulabschluss und Studienleistungen vorweisen konnte.

Neben ihrer Dissertation besuchte Edgell auch fachfremde Vorlesungen. Unter anderem auch bei dem späteren Nobelpreisträger Wilhelm Wien und bildete sich dadurch in vielen Fächern weiter.

Literaturempfehlung:

Valentine, Elizabeth: Beatrice Edgell. Pioneer woman psychologist, New York 2006.