TaC-Award
Drei Schulprojekte als Preisträger des TaC-Awards 2026 ausgezeichnet
Feierlich wurde am Donnerstag, den 01.10.2026 der TaC Award 2026 an drei Gymnasien aus Unterfranken zur Herbsttagung der Professional School of Education der Universität Würzburg zugleich Schulentwicklungstag 2026 verliehen.
Ausgezeichnet wurden Projekte, die sich in bemerkenswerter Weise für das Gemeinwohl einsetzen und dadurch zeigen, wie man gesellschaftliche Probleme lösen kann. Allen drei Projekten ist gemeinsam: Mit ihren innovativen Ideen, intensivem Engagement und Projektpräsentationen überzeugten sie die Jury. Die Schülerinnen und Schüler haben mit ihren P-Seminaren nicht nur beeindruckende Projekte ins Leben gerufen, sondern auch echte Impulse für eine nachhaltigere und sozialere Welt gesetzt. Alle drei P-Seminare sind herausragende Beispiele, die zum Nachdenken anregen und andere motivieren, ihre Kreativität zu nutzen, um die Welt ein Stück zu verbessern und sich dadurch für einen positiven sozialen sowie ökologischen Wandel einsetzen.
Folgenden drei Gewinnerprpjekten gratulieren wir ganz herzlich:
Platz 1: Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Schweinfurt mit dem P-Seminar "#mitcouragegegenhassimnetz“
Das P-Seminar „#mitcouragegegenhassimnetz“ des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums Schweinfurt hat mit seinem Workshop für fünfte Klassen, in dem der Umgang mit Rassismus und Hass im Netz anhand eines Entscheidungsspiels reflektiert wird, einen herausragenden Beitrag zur Medien- und Demokratiebildung geleistet und belegt damit verdient den ersten Platz. Das Seminar überzeugte die Jury durch seinen wissenschaftlichen Ansatz, die umfangreichen Workshopmaterialien, den Peer-Coaching-Ansatz, die nachhaltige Wirkung des Projekts sowie die Wahl eines hochaktuellen und wichtigen Themas.
Das von den Schülerinnen und Schülern entwickelte Workshopkonzept mit einem selbst programmierten digitalen Entscheidungsspiel ist das Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung mit Hass und Diskriminierung im Netz, der Erprobung politischer Bildungsmethoden sowie einer breit angelegten Umfrage unter Achtklässlerinnen und Achtklässlern zum Umgang mit Rassismus in sozialen Medien.
Den Schülerinnen und Schüler des P-Seminars ist wichtig, jüngere Schülerinnen und Schüler nicht nur theoretisch über Hate Speech zu informieren, sondern sie in eine realitätsnahe Situation zu versetzen. Deshalb entschieden sie sich für ein digitales, interaktives Spiel, das einen fiktiven Klassenchat simuliert, in dem rassistische Inhalte geteilt werden. Im Rahmen des Peer-Coaching-Workshops entscheiden die Spielenden gemeinsam, wie sie in ihrer fiktiven Rolle als Klassensprecher handeln. Ihre Entscheidungen bestimmen den Ausgang des Spiels, der anschließend gemeinsam reflektiert wird.
Die Rückmeldungen der am Peer-Coaching-Workshop teilnehmenden Schülerinnen und Schüler unterstreichen den Erfolg des Projekts: Sie loben den interaktiven und alltagsnahen Charakter des Workshops und geben an, rassistische und hasserfüllte Inhalte besser zu erkennen und besser zu wissen, wie sie damit umgehen können.
Besonders hervorzuheben ist, dass das Workshopkonzept so aufbereitet wurde, dass der Workshop auch künftig von Schülerinnen und Schüler der AG „Rassismus sichtbar machen“ durchgeführt werden kann. Damit wirkt dieses herausragende P-Seminar über das Schuljahr 2025/26 hinaus und kann fester Bestandteil der Medien- und Demokratiebildung am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Schweinfurt werden.
Platz 2: Matthias-Grünewald-Gymnasium Würzburg mit dem P-Seminar "Leichte Sprache 2.0 – Einfach Hören“
Das Matthias-Grünewald-Gymnasium Würzburg hat mit seinem P-Seminar „Leichte Sprache 2.0 – Einfach Hören“ eindrücklich gezeigt, wie Inklusion gelebt werden kann. Bereits im Jahr 2025 gewann das Vorgängerseminar „Einfach Lesen“ den zweiten Preis des TaC-Awards. Die diesjährige Fortsetzung – „Einfach Hören“ – überzeugte die Jury erneut durch die bemerkenswerte Auseinandersetzung mit leichter Sprache, die Zusammenarbeit mit den Bewohnerinnen und Bewohnern der Arche gGmbH aus Würzburg und die entstandenen Audio-CDs mit professionell eingesprochenen Tier- und Kriminalgeschichten in leichter Sprache.
Ein Schuljahr lang arbeiteten die Schülerinnen und Schüler des P-Seminars „Leichte Sprache 2.0“ an der Produktion der CDs. Wegweisend ist die Art, wie sie ihre Projektpartner – die Bewohnerinnen und Bewohner der Arche in Würzburg – in das Projekt einbezogen. In monatlichen Treffen entwickelten sie gemeinsam die Audio-CDs: Sie wählten die Themen und Geschichten für die Audio-CDs aus, die Bewohnerinnen und Bewohner prüften die Manuskripte immer wieder auf Verständlichkeit, und schließlich produzierten sie die Geräusche für die Geschichten gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern des P-Seminars im Tonstudio. Um es mit den Worten der Arche zu sagen: Für Menschen mit komplexer Beeinträchtigung ist es gelebte Teilhabe, an diesem Entstehungsprozess aktiv mitzuarbeiten.
Entstanden sind zwei Audio-CDs in einem wunderschön gestalteten CD-Booklet, die allen Teilnehmenden sowie ortsansässigen Einrichtungen für Menschen mit Behinderung geschenkt wurden. Die Entscheidung für das Medium CD hat den Grund, dass modernere Speicherformen für die Bewohnerinnen und Bewohner der Arche schwieriger zu handhaben sind. Es besitzen jedoch alle einen eigenen CD-Player, den sie selbstständig bedienen können. Diese Überlegung spiegelt wider, wie Inklusion in diesem Projekt gelungen ist: Es wurde nicht über, sondern gemeinsam mit Menschen mit Beeinträchtigung entschieden.
Platz 3: Olympia-Morata-Gymnasium Schweinfurt mit dem P-Semiar "Urban Gardening"
Mit dem P-Seminar „Urban Gardening“ des Olympia-Morata-Gymnasiums Schweinfurt zeigten die Teilnehmenden, wie öffentliche urbane Gärten ökologisch und zukunftsorientiert gestaltet werden können und gaben ihr Wissen und ihre Erfahrungen im Rahmen zweier Projekttage für die sechste Jahrgangsstufe weiter. Damit förderten sie nicht nur die Biodiversität, verschönerten das Stadtbild und erprobten neue Anbaumethoden, sie leisteten auch einen wertvollen Beitrag zur Bildung für nachhaltige Entwicklung in ihrer eigenen Schule.
Über das Schuljahr hinweg planten und begleiteten die Schülerinnen und Schüler die Gartensaison im öffentlich zugänglichen Schulgarten des Olympia-Morata-Gymnasiums. Sie restaurierten und erweiterten die verschiedenen Bereiche des Gartens und nutzten dabei Anbaumethoden, die sich für urbane Gebiete wegen ihres geringen Platzbedarfs, ihrer Modularität oder ihrer Mobilität besonders eignen: Hydroponik, Terrabioponik sowie mobiles und vertikales Gärtnern. In besonderem Sinne wirksam war die Durchführung zweier Projekttage für die sechsten Klassen des Olympia-Morata-Gymnasiums. Am ersten Projekttag wurden Blühstreifen gesät und das Hydroponik-Becken bepflanzt. Die Früchte ihrer Arbeit konnten die Sechstklässlerinnen und Sechstklässler – im wahrsten Sinne des Wortes – am zweiten Projekttag sehen: Sie ernteten die angepflanzten Kräuter und stellten daraus Kräuterbutter her, zudem wurde ein Fotowettbewerb im Garten veranstaltet. Die Kinder konnten urbanes Gärtnern hautnah erleben und die Vorzüge von urbanen Gartenanlagen direkt erfahren. Zudem erlebten sie, wie sie selbst mit einfachen Mitteln etwas Schönes und Leckeres bewirken können.
Bereits heute leben mehr als drei Viertel der Weltbevölkerung in urbanen Gebieten. Urbane Gärten bieten die Möglichkeit zur dezentralen Nahrungsmittelproduktion und Förderung der Biodiversität und können zugleich als Begegnungs- und Erholungsort dienen. Das P-Seminar „Urban Gardening“ zeigt eindrücklich, wie ein solcher Ort gestaltet und genutzt werden kann, um urbane Räume lebenswerter zu machen und andere für Natur und Nachhaltigkeit zu begeistern.
Was ist der TaC Award?
Der TaC Award wird seit 2024 von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg in Kooperation mit der Dienststelle des Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Unterfranken verliehen. Der Preis zeichnet herausragende, gemeinwohlorientierte P-Seminar-Projekte an unterfränkischen Gymnasien aus, die gesellschaftliche oder ökologische Herausforderungen kreativ und verantwortungsvoll angehen, ganz im Sinne von sozialem und ökologischem Unternehmertum.
Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler zu ermutigen, Verantwortung zu übernehmen und mit innovativen Ideen einen positiven Beitrag für Schule, Gesellschaft oder Umwelt zu leisten.
Die ausgezeichneten Projekte orientieren sich an den Zielen nachhaltiger Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) der Agenda 2030 der Vereinten Nationen – etwa in den Bereichen Bildung, Klimaschutz oder soziale Gerechtigkeit. Der Preis ist insgesamt mit 500 Euro dotiert.
Das gibt es zu gewinnen:
- Platz: 250 Euro
- Platz: 150 Euro
- Platz: 100 Euro
Zusätzlich profitieren die Gewinnerteams von:
- öffentlicher Würdigung
- Urkunde
- Sichtbarkeit im schulischen und regionalen Kontext
Wer kann teilnehmen?
Teilnahmeberechtigt sind alle P-Seminare an Gymnasien in Unterfranken.
Eingereicht werden können Projekte aus den Bereichen Bildung, Umwelt, Gesellschaft. Herausforderungen aus den genannten Bereichen sollen kreativ mit sozialunternehmerischen Denken und Handeln gelöst werden.
Berücksichtigt werden sowohl abgeschlossene Projekte aus dem Schuljahr 2024/2025 – wiederholte Einreichung ist möglich – als auch Projekte aus dem Schuljahr 2025/2026. Es können mehrere Projekte einer Schule eingereicht werden.
Bewertungskriterien und Jury
Eine Jury bewertet die eingereichten Projekte. Dabei sind folgende Kriterien maßgeblich:
- gesellschaftliche Relevanz des Problems einschließlich Bezug zu den SDGs der UN-Agenda 2030
- Innovationsgrad der Lösungsidee und der Umsetzungsmethoden
- gemeinwohlorientierte Wirkung bzw. Nutzen
- Lerneffekte und Wissenszuwächse der Projektgruppe
- formale und inhaltliche Projektpräsentation
- Bonuspunkte zur Nachhaltigkeit des Projekts (inhaltlich und finanziell)
Detailliertere Informationen zu den Bewertungskriterien finden Sie in der Wettbewerbsbroschüre.
Die Jury
Die Jury setzt sich aus Lehrkräften, Vertreterinnen und Vertretern der Universität Würzburg sowie der Dienststelle des Ministerialbeauftragten für Gymnasien in Unterfranken zusammen.
Präsentationsmöglichkeiten und Bewerbung
Projektpräsentation
Sie können Ihr Projekt auf verschiedene Art und Weise präsentieren, je nach Vorlieben und Kenntnissen Ihrer Projektgruppe. Hier sind ein paar Vorschläge:
- Erstellung eines Posters oder einer Power-Point-Präsentation; mittels QR-Codes oder URL-Links können Sie hier auch auf weitere wichtige Bewerbungsinhalte verweisen
- Präsentation mittels Presi, Padlet oder Task Cards
- Video-Präsentation: Dauer des Videos 5-10 Minuten
- Podcast: Dauer 5-7 Minuten
- Projektpräsentation via Internetseite oder Blog
So reichen Sie Ihr Projekt ein
Bitte senden Sie Ihre Bewerbung via Mail oder postalisch bis zum 15. Juli 2026 an:
Professional School of Education
Campus Hubland Nord
Josef-Martin-Weg 52
97074 Würzburg
Hier stellen wir Ihnen die Preisträgerprojekte der vergangenen Jahrgänge vor.
Be the Change, Become a Changemaker
Kontakt
Bei Fragen und Anregungen kontaktieren Sie uns gerne via Email:
tac@uni-wuerzburg.de
