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Kompetenzorientierung in Studium und Lehre

Kompetenzorientierung in Studium und Lehre  |  Kompetenzorientiertes Prüfen  |   Schlüsselqualifikationen  |

Das Aneignen von Wissen allein ist nicht das Ziel in der universitären Lehre - es geht vielmehr darum, das Wissen richtig anwenden zu können, um zu neuen Erkenntnissen zu gelangen. Gerade in diesem Praxisbezug wiesen bisherige Studienverlaufspläne mitunter Mängel auf, die im Zuge des Bologna-Prozesses beseitigt werden sollen.
Einer der wesentlichen Punkte der Bologna-Reform ist die Kompetenzorientierung, mit der eine Umorientierung vom Input (Wissensvermittlung) zum Output bzw. zu Learning Outcomes oder Kompetenzen einhergeht. Nach ihr werden "Kompetenzen […] im Verlaufe von Bildungsprozessen erworben und ermöglichen die Bewältigung von unterschiedlichen wissenschaftlichen, berufspraktischen und gesellschaftlichen Problemstellungen."(Hollender et al., Formulierungshilfen für Modulhandbücher, S.4). Die Vermittlung von Fachwissen soll dabei natürlich nicht aus den Augen verloren werden: Kompetenzen haben stets eine kognitive und eine funktionale Seite (vgl. Kopf/Leipold/Seidl, Kompetenzen in Lehrveranstaltungen und Prüfungen, S. 3).

Die Verschiebung der Lernziele hat nicht nur für den grundlegenden Aufbau der Studienfächer Folgen (siehe Modulhandbücher), sondern auch für die Dozierenden: Damit die Vermittlung der geforderten Kompetenzen an die Studierenden gelingen kann, müssen die Lehrveranstaltungen entsprechend angepasst werden. Im Mittelpunkt der Lehrveranstaltungsplanung steht dabei die Frage, "welche Fertigkeiten und Fähigkeiten, welche Erfahrungen etc […] die Studierenden am Ende einer Lerneinheit erworben haben" sollen (Universität Zürich, Kompetenzorientierung, S. 2). Eine Beschäftigung mit den Kompetenzen seitens der Dozierenden ist daher unerlässlich – nicht nur, um die eigenen Veranstaltungen, sondern auch die dazugehörigen Prüfungen kompetenzorientiert und aufeinander abgestimmt gestalten zu können (Constructive Alignment).

Kompetenzorientiertes Prüfen

Kompetenzorientierte Lehrveranstaltungen brauchen kompetenzorientierte Prüfungen. Auf Grundlage der gesteckten Lernziele sollten daher Prüfungsformen für die Leistungsüberprüfung gewählt werden, die für das erfolgreiche Bestehen genau die Kompetenzen verlangen, die die Studierenden während der Veranstaltung erlernt haben sollen. Nicht alle Prüfungsarten sind dabei gleichermaßen geeignet; die Wahl will daher gut überlegt sein. Wo eine Klausur z.B. Fach- und Methodenkompetenz abfragen kann, müssen Studierende für ein gutes Referat zusätzlich auf ihre Sozial- und Selbstkompetenz zurückgreifen. 

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Schlüsselqualifikationen

In den Bachelor-Studiengängen der Universität Würzburg sind im Bereich „Schlüsselqualifikationen (SQ)“ Module im Gesamtumfang von 20 ECTS-Punkten zu absolvieren. Dabei wird zwischen allgemeinen (ASQ) und fachspezifischen Schlüsselqualifikationen (FSQ) unterschieden, wobei nach ASPO 2009 der Anteil der ASQ 3 bis 5 ECTS-Punkte, der Anteil der FSQ 17-15 ECTS-Punkte betragen soll.

Zu den Schlüsselqualifikationen gehören soziale, methodische und kommunikative Kompetenzen, die fachbezogen, aber auch fächerübergreifend definiert sein können.

Seit dem WS 2010/2011 steht ein Pool für allgemeine Schlüsselqualifikationen (ASQ) zur Verfügung, der das Angebot an ASQ-Modulen der Fakultäten und zentralen Einrichtungen umfasst und im ZiLS (Servicezentrum für innovatives Lehren und Studieren) verwaltet wird.

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