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Lehre

Fonds für innovative Projekte in der Lehre

Die Universität Würzburg möchte ihre Lehrenden dabei unterstützen, innovative Ideen und Vorhaben in der Lehre schnell und einfach zu realisieren. Hierfür wurde ein Fonds für innovative Projekte in der Lehre eingerichtet.

Durch den neuen Fonds stellt die Uni Würzburg Personal- und Sachmittel bedarfsorientiert und kurzfristig zur Verfügung, um zusätzliche Impulse für Verbesserungen im Bereich Studium und Lehre zu setzen. Der Fonds bietet die Möglichkeit, beispielsweise Mittel für wissenschaftliche Hilfskräfte zu erhalten, die bei der Entwicklung und Umsetzung innovativer Konzepte helfen können.

Fonds für innovative Projekte in der Lehre: Antragstellung und Bewilligung

Alle hauptamtlich Lehrenden der Universität Würzburg können Anträge für ihre Vorhaben einreichen. Hierbei sind sowohl Einzel- als auch Gruppenanträge möglich. Die Mittel können beispielsweise für Hilfskräfte, Stellenaufstockungen, Gastdozierende, Exkursionen oder Sachmittel für die Lehre eingesetzt werden.

Die Bewerbung erfolgt auf Basis von formlosen Kurzanträgen (max. zwei Seiten Vorhabenskizze plus Finanzierungsplan).

Ein Antrag sollte auf folgende Fragen eingehen:

  • Auf welche Herausforderungen reagiert das Vorhaben?
  • Welches Ziel wird mit dem Vorhaben verfolgt?
  • Woran würde man den Erfolg des Vorhabens erkennen?
  • Welche dauerhaften Verbesserungen würden durch das Vorhaben erreicht (z.B. Erarbeitung eines Konzepts, das längerfristig in der Lehre eingesetzt werden kann)?

Anträge können jederzeit unter Mitzeichnung des jeweiligen Studiendekans an den Vizepräsidenten für Studium und Lehre sowie an die Vizepräsidentin für Qualitätsmanagement und Organisationsentwicklung gestellt werden. Über die Bewilligung und Mittelvergabe wird in der Regel semesterweise mit Stichtag 31. Januar für das Sommersemester und 31. Juli für das Wintersemester entschieden.

Über bewilligte Anträge wird im jährlichen Qualitätsbericht der Universitätsleitung sowie auf den Webseiten der Uni unter „Lehre innovativ“ berichtet.

Kontakt:

Prof. Dr. Ulrike Holzgrabe, Vizepräsidentin für Studium und Lehre, Lehrerbildung und Lehramtsstudiengänge, ­ulrike.holzgrabe@uni-wuerzburg.de

Prof. Dr. Andrea Szczesny, Vizepräsidentin für Qualitätsmanagement und Organisationsentwicklung, andrea.szczesny@uni-wuerzburg.de

Bewilligte Projekte

‚Low-budget High-resolution: Ein auf DVD-Spielern basierendes Laser-Scanning Mikroskop für die Lehre‘

Prof. Dr. Jens Pflaum, Experimental Physics VI

Der Einsatz experimenteller Methoden, wie sie in der aktuellen wissenschaftlichen Forschung Anwendung finden, wird in der universitären Ausbildung, und mehr noch in der Schule, dadurch limitiert, dass ihre Handhabung häufig sehr komplex, auf das jeweilige Experiment zugeschnitten ist und meistens die dafür benötigten finanziellen Mittel nicht zur Verfügung stehen. Bereits fertigmontierte, preisgünstige Black Box Version solcher Apparaturen erweisen sich häufig als wenig instruktiv und lehrreich für die Studierenden und Schüler.

Vor diesem Hintergrund und motiviert durch die erstaunliche Leistungsfähigkeit elektronischer Massenprodukte haben wir uns die Frage gestellt, ob es mit einfachen, leicht zugänglichen Komponenten möglich ist, ein modernes, kostengünstiges Forschungsinstrument für die Lehre zu realisieren. In Anbetracht der stark im Preis gesunkenen optischen Speicher­technologien ist daraus die Idee entstanden, aus kommerziell erhältlichen DVD-Spielern ein leistungsfähiges Laser-Scanning Mikroskop aufzubauen und dessen Einsatzmöglichkeiten in unterschiedlichen Ausbildungsbereichen der Natur-, Material- sowie der Lebenswissenschaften zu erproben.

Um bereits von Projektbeginn an auch die mögliche Umsetzung in der Schule einschätzen zu können, wurde der erste Prototyp des Geräts im Rahmen zweier Lehramtsarbeiten realisiert und erfolgreich in Betrieb genommen (Bild 1). Der Gesamtpreis aller Komponenten liegt unterhalb von 80 € (Low-budget) und besitzt weiteres Einsparpotential, z.B. bei Verwendung recycelter DVD-Spieler, so dass ein solches Mikroskop auch für den Einsatz in Projektseminaren an Schulen geeignet ist. In seiner momentanen Version erzielt das Mikroskop eine laterale Auflösung von 17 µm, also etwa dem Fünftel eines menschlichen Haars, und kann Proben mit Abmessungen von 5 cm x 5 cm scannen (Bild 2). In seiner finalen Ausbaustufe ist eine räumliche Auflösung von bis zu 1 µm (High-resolution) vorgesehen. Zum Vergleich, der Preis für einfachste Ausführungen kommerziell erhältlicher Laser-Scanning Mikroskope beläuft sich auf mehr als 2.500 €. Aktuell werden zudem verschiedene Modifikationen des Geräts getestet, die es noch leistungsfähiger machen und zusätzlich die Verwendung als Fluoreszenzmikroskop ermöglichen sollen. Letzteres stellt ein unverzichtbares Instrument in der heutigen medizinischen und naturwissenschaftlichen Forschung dar und wird für die Untersuchung von Gewebeproben (Bild 3), physiologischen Prozessen auf Zellebene sowie neuen Werkstoffen oder Biomaterialien eingesetzt.

Die Unterstützung des Projekts durch den ‚Fonds für innovative Projekte in der Lehre‘ bietet die Möglichkeit, mehrere Prototypen dieses Geräts bereitzustellen und dessen Spezifikationen sowie die Benutzeroberfläche für die jeweilige Anwendung in Lehre und Forschung anzupassen. Nach einer ersten Kontaktaufnahme mit potentiellen Interessenten erscheint insbesondere der Einsatz des Mikroskops in der Ausbildung der Lebenswissenschaften, z.B. im Mediziner­praktikum am Virchow-Zentrum oder in Projektarbeiten am Biozentrum, sowie in den material­wissenschaftlich orientieren Praktikumsversuchen der Studiengänge Physik, einschließ­lich Lehramt, Nanostrukturtechnik oder Funktionswerkstoffe geeignet. Der Einsatz  des Geräts in den jeweiligen Fachbereichen soll durch die bewilligten Mitarbeiterstellen unterstützt und intensiv begleitet werden.

Darüber hinaus haben An-Institute, wie etwa die Würzburger Fraunhofer-Gruppe NanoCT Systeme oder das Bayerische Zentrum für Angewandte Energieforschung e.V. (ZAE Bayern e.V.), sowie industrielle Partner ihr Interesse an dem Einsatz eines solchen Geräts für die zerstörungsfreie Materialanalyse bekundet und bereits erste Testproben in Aussicht gestellt. Angesichts seines breiten, von der Grund­lagenforschung bis zum technologischen Einsatz reichenden Themen­spektrums soll das Vorhaben durch den Aufbau einer begleitenden Internet-Plattform ergänzt werden. Auf dieser können Nutzer ihre Erfahrungen mit dem Gerät und Vorschläge zu dessen Weiterentwicklung kommunizieren und miteinander austauschen. Von diesem Forum versprechen wir uns eine dynamische Fortführung des Vorhabens sowie eine stetig wachsende Zahl an Interessenten aus dem universitären, schulischen und betrieblichen Umfeld.

Die Förderung des Projekts durch die ‚Fonds für innovative Projekte in der Lehre‘ wird somit nicht nur die Anpassung des Geräts an neue Einsatzbereiche in der Ausbildung ermöglichen, sondern, wie bereits die Gespräche mit den potentiellen Anwendern zeigen, einen interdisziplinären Informations- und Wissensaustausch fördern, von dem sowohl die Studierenden als auch die Lehrenden in Form gemeinsamer Forschungsarbeiten oder der zukünftigen, persönlichen Karriere enorm profitieren werden.

Das Campus Magazin (September 2018) berichtet über das Projekt.

         

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