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Lehre

Fonds für innovative Projekte in der Lehre

Die Universität Würzburg möchte ihre Lehrenden dabei unterstützen, innovative Ideen und Vorhaben in der Lehre schnell und einfach zu realisieren. Hierfür wurde ein Fonds für innovative Projekte in der Lehre eingerichtet.

Durch den neuen Fonds stellt die Uni Würzburg Personal- und Sachmittel bedarfsorientiert und kurzfristig zur Verfügung, um zusätzliche Impulse für Verbesserungen im Bereich Studium und Lehre zu setzen. Der Fonds bietet die Möglichkeit, beispielsweise Mittel für wissenschaftliche Hilfskräfte zu erhalten, die bei der Entwicklung und Umsetzung innovativer Konzepte helfen können.

Alle hauptamtlich Lehrenden der Universität Würzburg können Anträge für ihre Vorhaben einreichen. Hierbei sind sowohl Einzel- als auch Gruppenanträge möglich. Die Mittel können beispielsweise für Hilfskräfte, Stellenaufstockungen, Gastdozierende, Exkursionen oder Sachmittel für die Lehre eingesetzt werden.

Die Bewerbung erfolgt auf Basis von formlosen Kurzanträgen (max. zwei Seiten Vorhabenskizze plus Finanzierungsplan).

Ein Antrag sollte auf folgende Fragen eingehen:

  • Auf welche Herausforderungen reagiert das Vorhaben?
  • Welches Ziel wird mit dem Vorhaben verfolgt?
  • Woran würde man den Erfolg des Vorhabens erkennen?
  • Welche dauerhaften Verbesserungen würden durch das Vorhaben erreicht (z.B. Erarbeitung eines Konzepts, das längerfristig in der Lehre eingesetzt werden kann)?

Anträge können jederzeit unter Mitzeichnung des jeweiligen Studiendekans an den Vizepräsidenten für Studium und Lehre sowie an die Vizepräsidentin für Qualitätsmanagement und Organisationsentwicklung gestellt werden. Über die Bewilligung und Mittelvergabe wird in der Regel semesterweise mit Stichtag 31. Januar für das Sommersemester und 31. Juli für das Wintersemester entschieden.

Über bewilligte Anträge wird im jährlichen Qualitätsbericht der Universitätsleitung sowie auf den Webseiten der Uni unter „Lehre innovativ“ berichtet.

Kontakt:

Prof. Dr. Ulrike Holzgrabe, Vizepräsidentin für Studium und Lehre, Lehrerbildung und Lehramtsstudiengänge, ­ulrike.holzgrabe@uni-wuerzburg.de

Prof. Dr. Andrea Szczesny, Vizepräsidentin für Qualitätsmanagement und Organisationsentwicklung, andrea.szczesny@uni-wuerzburg.de

Bewilligte Projekte

Prof. Dr. Frank Schwab, Lehrstuhl für Medienpsychologie

Hintergrund

Die Nutzung von Bewegtbildinhalten verlagert sich gerade in jüngeren Nutzergruppen zunehmend weg vom linearen Fernsehen. Dabei nehmen Video-on-demand Angebote wie Netflix oder Mediatheken eine immer stärkere Rolle ein, wenn es um Unterhaltung geht, während Videos auf intermediären Plattformen wie YouTube und Facebook immer stärker sowohl zur Unterhaltung als auch zur Information (auch durch Wissenschaftskommunikation) genutzt werden.

In den letzten Jahren haben sich damit die Kanäle und die Formate, über die Mediennutzende (und besonders die Zielgruppe der unter 29-Jährigen) einen steigenden Anteil ihrer Informationen beziehen, stark verändert. Es werden zwar nach wie vor hauptsächlich professionell produzierte Beiträge zur Informationsaufnahme genutzt, aber diese Angebote werden zunehmend über Intermediäre wie Suchmaschinen, Videoportale und soziale Netzwerke aufgesucht. Dort konkurrieren die Informationsangebote in einem völlig anderen medialen Umfeld um die Aufmerksamkeit der Rezipierenden, als das beispielsweise noch beim linearen Fernsehen der Fall war. Dies wirkt sich zunehmend auch auf die Gestaltung und Produktion der Inhalte aus.

Ein Studiengang, der Kompetenz in der Analyse, der Produktion und dem Einsatz solcher Medieninhalte vermitteln soll, ist die Medienkommunikation (MK), angesiedelt am Institut Mensch-Computer-Medien der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Der Studiengang legt großen Wert darauf, seinen Studierenden ein sowohl theoretisch fundiertes, als auch praxisorientiertes Studium anzubieten (Stichwort: hohe “employability”). Daher sind auch Seminare zur Medienproduktion ein fester Teil des Curriculums, in denen die Studierenden häufig in Kooperation mit externen ExpertInnen selbst Inhalte erstellen.

Zahlreiche Organisationen in MK-relevanten Berufsfeldern nehmen die neuen, medialen Entwicklungen bereits wahr und sind selbst in der Produktion entsprechender Formate aktiv: von (Video-)Podcasts der Print-, Rundfunk, TV- und Online-Medien bis hin zur Bewegtbild-Kommunikation von Unternehmen, Organisationen und Institutionen in sozialen Medien. Selbst die öffentlich-rechtlichen Anstalten ARD und ZDF betreiben etwa mit “funk” moderne Videoproduktionen, die mit neuen Darstellungsformen, neuem Storytelling und geänderten Formaten und Techniken den Markt betreten. Dieser neu ausgerichtete Bedarf in der Branche wird übrigens auch von Weiterbildungsinstituten erkannt und bedient; eine große Weiterbildungs-Akademie bewirbt ihre Veranstaltung mit Schlagworten wie “Film es selbst!” und will zeigen, wie man “Videos richtig einsetzt – und vor allem kostengünstig produzier[s]t und verbreite[s]t”.

Diese dynamischen Entwicklungen in der Lehre abzubilden, stellt eine Herausforderung (nicht nur) für medienaffine Studiengänge dar, der wir mit unserem Konzept begegnen wollen. Zum Profil des Studiums der Medienkommunikation in Würzburg gehört es, die Studierenden mit diesen innovativen Produktionsformen vertraut zu machen, um sie auf spätere Aufgabenfelder vorzubereiten, ihnen ein fundiertes Grundwissen zu vermitteln und sie zu kritischer Reflexion zu befähigen. Mit der beantragten Maßnahme soll externe Expertise aus der Praxis in die Erstellung von umfassenden Text- und Bewegtbildtutorials einfließen. Dieses Material soll im Sinne der Nachhaltigkeit professionelles Know-how für die digitale Bewegtbildproduktion in unserem Institut (und gerne auch darüber hinaus) medial verstetigen und so das nachhaltige Umsetzen innovativer Medienprojekte in einer zukunftsfähigen Lehre erleichtern.

Projektskizze

Auf welche Herausforderungen in Studium und Lehre reagiert das Vorhaben?
Im sehr dynamischen Umfeld der Medienbranche soll die wissenschaftlich fundierte, praxisnahe und am Berufsfeld orientierte Ausbildung sichergestellt werden.

Welches Ziel wird mit dem Vorhaben verfolgt?
Kompetenz zu innovativen Produktionsformen der Bewegtbildkommunikation, besonders für neue intermediäre Plattformen, soll nachhaltig in die Lehre integriert werden. Professionelle Expertise wird dabei durch entsprechendes Ausbildungsmaterial nachhaltig verfügbar gemacht und kann dadurch sowohl klassische als auch innovative Formen der Lehre bereichern.

Woran würde man den Erfolg des Projekts erkennen?
Die breite Nutzung des Lehr- und Lernmaterials in mehr Lehrveranstaltungen, eine reduzierte Einarbeitungszeit, positives Feedback der Studierenden und gesteigerte Qualität der Bewegtbildproduktionen würden den Erfolg des Projekts erkennbar machen.

Welche dauerhaften Verbesserungen würden durch das Vorhaben erreicht?
Das mit professioneller Expertise erstellte, multimediale Ausbildungsmaterial steigert die hohe Qualität der Lehre langfristig und ermöglicht es, innovative und praxisrelevante Formen der Medienproduktion in die Lehre zu integrieren.

Kontakt

Prof. Dr. Frank Schwab
Lehrstuhl für Medienpsychologie
Tel. +49 931 31-82395
Mail: frank.schwab@uni-wuerzburg.de

Prof. Dr. Tobias Richter, Lehrstuhl für Psychologie IV

Ein zentrales Anliegen vieler Studierender in den Hauptfach-Studiengängen der Psychologie ist eine Erhöhung des Praxisbezugs und der unmittelbaren Anwendung der im Studium erworbenen Qualifi­kationen für ihre spätere Tätigkeit. Zudem erhoffen sich Studierende berufsqualifizierende Inhalte, um nicht nach dem Studium erneut unmittelbar in Aufbau- oder Erweiterungsstudien einsteigen zu müssen, bevor sie praktisch tätig sein können. Zugleich müssen die Studienangebote natürlich wis­senschaftlich fundiert sein und aktuelle Forschungsergebnisse aufgreifen und vertiefen.

Mit dem Ziel, diese Verknüpfung zu ermöglichen, implementiert der Lehrstuhl für Psychologie IV der­zeit ein Angebot im Rahmen des MSc-Studiengangs Psychologie, dessen Ziel der studienintegrierte Erwerb des Zertifikats „Psychologische(r) Lerntherapeut(in) (BDP)" des Berufsver­bands Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) ist. Der Studien­schwerpunkt wird vom Lehrstuhl für Psychologie IV (Pädagogische Psychologie und Entwicklungspsychologie) verantwor­tet. Die Inhalte können fast vollständig im Rahmen des regulären Masterstudiums durchlaufen werden, ohne dass für die Studierenden ein wesentlicher Mehrauf­wand entsteht. Es ist uns gelungen, die Inhalte so zu strukturieren, dass sie mit der Modulstruktur im MSc-Studium weit­gehend kompatibel sind. Die Zuordnung der sechs Inhalte zu den laut Prüfungs­ordnung vorgesehenen Modulen stellt sich folgendermaßen dar:

  • 06-PSY-MA-BELL: Im Rahmen des Major-Strangs "Bildung, Ent wicklung und lebenslanges Lernen" besuchen die Studierenden die Veranstaltungen zu Grundlagen von Lernstörungen, Therapie von Lernstörungen und Klinische Psychologie im Kindes- und Jugendalter. Diese drei Seminare bieten wissenschaftlich fundiertes und zugleich praxisrelevantes Wissens zu den psycholog­ischen Grundlagen und der Behandlung von Lernstörungen und begleitenden psychischen Problemen.
  • 06-PSY-M A-DIA: Dem Modul wurde der Bereich Diagnostik von Lernstörungen zugeordnet. Studierende lernen hier am Beispiel schulischer Leistungsprobleme den offiziellen Ablauf ei­ner Begutachtung und die Erstellung von Gutachten.
  • 06-PSY- M A-PRA: Therapie unter Supervision mit drei Falldokumenten im Rahmen des regulä­ren Praktikums im Masterstudium , dessen Ziel die Anwendung der im Studium erworbenen Kenntnisse in der Berufspraxis ist.
  • Zusätzliches Angebot: Praxisorganisation

Die Seminarstruktur und die Inhalte wurden vom BDP überprüft und zertifiziert, sodass Studierende nach dem vollständigen Durchlaufen der Ausbildungsinhalte ein Zertifikat erhalten und im Anschluss an ihr Studium unmittelbar in die Therapie von Kindern und Jugendlichen mit Lesestörung, Recht­schreibstörung, Rechenstörung oder ADHS einsteigen können. Durch ihre ebenfalls in das Studium integrierten Praktika knüpfen sie zudem Kontakte zu Praxen für Lerntherapie, Kliniken oder sonstigen therapeutischen Einrichtungen, die ihnen den Weg ins Berufsleben erleichtern. Das Angebot ist im Sommersemester 2018 gestartet, und es sind sofort 11 Studierende eingestiegen. Mittelfristig möch­ten wir das Angebot auf ca. 25 bis 30 Studierende pro Jahr auslegen.

Auf welcne Herausforderung im Bereich Studium und Lehre reagiert das Vorhaben? Welches Ziel wird mit dem Vorhaben verfolgt?

Das Ziel des Projekts ist die fokussierte, forschungsbasierte und studienintegrierte Vorbereitung auf ein konkretes Tätigkeitsfeld für Psycholog(inn)en, in dem bei erfolgreichem Abschluss des Studiums sofort mit der praktischen Tätigkeit begonnen werden kann. Auf diese Weise wird ein qualitativ hochwertiges wissenschaftliches Masterstudium mit der konkreten praktischen Tätig­keit verschränkt und somit unmittelbar und durch ein anerkanntes Zertifikat bestätigt werden sowie die Berufsperspektiven der Studierenden verbessert. Langfristig erhoffen wir uns durch den Auf­bau einer Alumni-Datenbank eine Befruchtung der Lehre im Master, da sukzessive mehr Prakti­kumsplätze in den Praxen ehemaliger Studienabsolventen zur Verfügung stehen und durch den Rückfluss an Kompetenz durch Gastdozierende die Lehrveranstaltungen bereichert werden.

Woran würde man den Erfolg des Projektes erkennen?

Der Erfolg des Projekts lässt sich unmittelbar an der Anzahl der Studierenden im Ausbildungs­gang, der erfolgreich vergebenen Zertifikate und der Zunahme der verfügbaren Praktikums­plätze messen. Indikatoren für die Attraktivität unseres Angebots zeigen sich bereits dadurch, dass die Anzahl der Studierenden im Major BELL des Masterstudiums Psychologie deutlich zuge­nommen hat und uns Anfragen Studierender anderer Universitäten erreichen, die gerne zu die­sem Zweck an die Universität Würzburg wechseln möchten.

Kontakt

Prof. Dr. Tobias Richter
Lehrstuhl für Psychologie IV
Tel: +49 931 31-83755
Mail: tobias.richter@uni-wuerzburg.de

Jun.-Prof. Dr. Oliver Scherf-Clavel, Juniorprofessur für Klinische Pharmazie

Ziel des Projekts

Entwicklung und Erweiterung von elearning Modulen zum Fallbasierten Lernen unter Nutzung der Würzburger„CaseTrain"-Plattform.

Auf welche Herausforderungen des Pharmaziestudiums reagiert das Vorhaben

Im Mittelpunkt der Klinischen Pharmazie steht der Patient, mit seiner Morbidität, seiner Medikation und seinen therapiebezogenen Problemen. Da man in der realen Welt nie auf zwei exakt gleiche Patienten treffen wird, handelt es sich bei jeder Beratung, bei jeder Medikationsanalyse (egal welchen Typs) um einen individuellen Fall.

Das Fallbasierte Lernen hat eine lange Tradition in der Ausbildung anderer Heilberufe, wie zum Beispiel dem des Arztes. Das theoretische Wissen wird unter anderen Gesichtspunkten und in anderen Formaten abgerufen und in einen Kontext (Patient) gebracht. Unter Anwendung des bisher erlangten Wissens und bereitgestellter Literatur wird der Patientenfall gelöst. Theoretische Probleme werden also aus anderen Perspektiven beleuchtet und damit neue Kompetenzen lösungsorientiert erprobt und gefestigt. Es findet bei den Studierenden außerdem eine Reflexion - wofür brauche ich das gelernte Wissen? - statt. All das führt neben einem besseren Lernerfolg der Studierenden auch zu besser ausgebildeten Pharmazeut*nnen.

Wie sieht das Projekt aus?

Eine Möglichkeit für Studierende fallbasiert zu lernen, bietet die an der Universität Würzburg implementierte und seit langem von anderen Studiengängen verwendete elearning Plattform

„CaseTrain". Getreu dem Motto:,,Was unsere Absolventen können sollen, müssen Sie auch trainieren" ist es auf dieser Plattform möglich Patientenfälle zu konstruieren. Mittels verschiedenster Fragetechniken, unter Einbeziehung von zusätzlichem Material - wie zum Beispiel Therapieleitlinien - können Studierende hier eigenständig (anytime, anywhere) Patientenfälle bearbeiten und erhalten nach jeder beantworteten Frage und/oder nach Abschluss des Falles ein automatisches Feedback. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Fälle nach der Bearbeitung im Auditorium zu diskutieren. Ein Feedback an den Lehrenden ist jederzeit - auch anonym - möglich. Beim Erstellen und der Überarbeitung der Fälle sollen Studierende des Hauptstudiums als wissenschaftliche Hilfskräfte, aber auch Studierende im Wahlpflichtpraktikum miteinbezogen werden. Unter Zuhilfenahme entsprechender Literatur und unter Anleitung der Lehrenden werden die Fälle konzipiert und gepflegt (Therapieleitlinien unterliegen ständiger Überarbeitung), im CaseTrain-Format implementiert und den Studierenden des Hauptstudiums zur Verfügung gestellt.

Die zu bearbeitenden Fälle entstammen einerseits (abgewandelt und vereinfacht) aus einschlägiger Literatur, die bereits heute in der Lehre der Klinischen Pharmazie eingesetzt wird, können andererseits auch auf realen Situationen, durch die Studierenden des Wahlpflichtfaches im Würzburger Apothekenumfeld recherchiert, beruhen.

Welche individuellen Ziele werden mit dem Vorhaben verfolgt?

Für die Studierenden:

  • Erlernen eines sicheren Umgangs mit Leitlinien und anderen Instrumenten der Evidenzbasierten Medizin
  • Erleben von Sinn und Bedeutung der Lerninhalte, Realitätsbezug
  • Zuwachs an Wissen und Kompetenzen in deh Bereichen Pharmakotherapie und Klinische Pharmazie

Für die Lehrenden:

  • Vertiefung der eigenen Kompetenzen im Bereich Lehr-Lern-Konzepte
  • Vernetzung mit anderen Lehrbereichen der Pharmazie (z.B. Pharmakologie)
  • Bereicherung des didaktischen Portfolios

Woran würde man den Erfolg des Projekts erkennen?

  • Zufriedenheit deStudierenden anhand Lehrevaluation
  • Nachfrage der elearning Module
  • Bessere Prüfungsleistungen in Klausur und Staatsexamen

Welche dauerhaften Verbesserungen würden durch das Vorhaben erreicht?

Die bereitgestellten elearning Module stehen vielen zukünftigen Generationen an Studierenden zur Verfügung und können dauerhaft in die Lehre integriert werden. Die Pflege existierender Fälle wird bei den Lehrenden dazu beitragen stets auf dem neuesten Stand medizinischen Wissens zu bleiben.

Kontakt

Jun.-Prof. Dr. Oliver Scherf-Clavel
Juniorprofessur für Klinische Pharmazie
Tel: +49 931 31-89513
Mail: oliver.scherf-clavel@uni-wuerzburg.de

Prof. Dr. Jens Pflaum, Experimental Physics VI

Der Einsatz experimenteller Methoden, wie sie in der aktuellen wissenschaftlichen Forschung Anwendung finden, wird in der universitären Ausbildung, und mehr noch in der Schule, dadurch limitiert, dass ihre Handhabung häufig sehr komplex, auf das jeweilige Experiment zugeschnitten ist und meistens die dafür benötigten finanziellen Mittel nicht zur Verfügung stehen. Bereits fertigmontierte, preisgünstige Black Box Version solcher Apparaturen erweisen sich häufig als wenig instruktiv und lehrreich für die Studierenden und Schüler.

Vor diesem Hintergrund und motiviert durch die erstaunliche Leistungsfähigkeit elektronischer Massenprodukte haben wir uns die Frage gestellt, ob es mit einfachen, leicht zugänglichen Komponenten möglich ist, ein modernes, kostengünstiges Forschungsinstrument für die Lehre zu realisieren. In Anbetracht der stark im Preis gesunkenen optischen Speicher­technologien ist daraus die Idee entstanden, aus kommerziell erhältlichen DVD-Spielern ein leistungsfähiges Laser-Scanning Mikroskop aufzubauen und dessen Einsatzmöglichkeiten in unterschiedlichen Ausbildungsbereichen der Natur-, Material- sowie der Lebenswissenschaften zu erproben.

Um bereits von Projektbeginn an auch die mögliche Umsetzung in der Schule einschätzen zu können, wurde der erste Prototyp des Geräts im Rahmen zweier Lehramtsarbeiten realisiert und erfolgreich in Betrieb genommen (Bild 1). Der Gesamtpreis aller Komponenten liegt unterhalb von 80 € (Low-budget) und besitzt weiteres Einsparpotential, z.B. bei Verwendung recycelter DVD-Spieler, so dass ein solches Mikroskop auch für den Einsatz in Projektseminaren an Schulen geeignet ist. In seiner momentanen Version erzielt das Mikroskop eine laterale Auflösung von 17 µm, also etwa dem Fünftel eines menschlichen Haars, und kann Proben mit Abmessungen von 5 cm x 5 cm scannen (Bild 2). In seiner finalen Ausbaustufe ist eine räumliche Auflösung von bis zu 1 µm (High-resolution) vorgesehen. Zum Vergleich, der Preis für einfachste Ausführungen kommerziell erhältlicher Laser-Scanning Mikroskope beläuft sich auf mehr als 2.500 €. Aktuell werden zudem verschiedene Modifikationen des Geräts getestet, die es noch leistungsfähiger machen und zusätzlich die Verwendung als Fluoreszenzmikroskop ermöglichen sollen. Letzteres stellt ein unverzichtbares Instrument in der heutigen medizinischen und naturwissenschaftlichen Forschung dar und wird für die Untersuchung von Gewebeproben (Bild 3), physiologischen Prozessen auf Zellebene sowie neuen Werkstoffen oder Biomaterialien eingesetzt.

Die Unterstützung des Projekts durch den ‚Fonds für innovative Projekte in der Lehre‘ bietet die Möglichkeit, mehrere Prototypen dieses Geräts bereitzustellen und dessen Spezifikationen sowie die Benutzeroberfläche für die jeweilige Anwendung in Lehre und Forschung anzupassen. Nach einer ersten Kontaktaufnahme mit potentiellen Interessenten erscheint insbesondere der Einsatz des Mikroskops in der Ausbildung der Lebenswissenschaften, z.B. im Mediziner­praktikum am Virchow-Zentrum oder in Projektarbeiten am Biozentrum, sowie in den material­wissenschaftlich orientieren Praktikumsversuchen der Studiengänge Physik, einschließ­lich Lehramt, Nanostrukturtechnik oder Funktionswerkstoffe geeignet. Der Einsatz  des Geräts in den jeweiligen Fachbereichen soll durch die bewilligten Mitarbeiterstellen unterstützt und intensiv begleitet werden.

Darüber hinaus haben An-Institute, wie etwa die Würzburger Fraunhofer-Gruppe NanoCT Systeme oder das Bayerische Zentrum für Angewandte Energieforschung e.V. (ZAE Bayern e.V.), sowie industrielle Partner ihr Interesse an dem Einsatz eines solchen Geräts für die zerstörungsfreie Materialanalyse bekundet und bereits erste Testproben in Aussicht gestellt. Angesichts seines breiten, von der Grund­lagenforschung bis zum technologischen Einsatz reichenden Themen­spektrums soll das Vorhaben durch den Aufbau einer begleitenden Internet-Plattform ergänzt werden. Auf dieser können Nutzer ihre Erfahrungen mit dem Gerät und Vorschläge zu dessen Weiterentwicklung kommunizieren und miteinander austauschen. Von diesem Forum versprechen wir uns eine dynamische Fortführung des Vorhabens sowie eine stetig wachsende Zahl an Interessenten aus dem universitären, schulischen und betrieblichen Umfeld.

Die Förderung des Projekts durch die ‚Fonds für innovative Projekte in der Lehre‘ wird somit nicht nur die Anpassung des Geräts an neue Einsatzbereiche in der Ausbildung ermöglichen, sondern, wie bereits die Gespräche mit den potentiellen Anwendern zeigen, einen interdisziplinären Informations- und Wissensaustausch fördern, von dem sowohl die Studierenden als auch die Lehrenden in Form gemeinsamer Forschungsarbeiten oder der zukünftigen, persönlichen Karriere enorm profitieren werden.

Das Campus Magazin (September 2018) berichtet über das Projekt.

         

Prof. Dr. Tanja Bipp, Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie

Ziel des Projekts

Mit Studierenden im Bachelor-Studiengang Psychologie Elemente eines Online-Trainings zu psychologischen Aspekten interkultureller Kompetenz im Arbeitskontext konzipieren und umsetzen

Auf welche Herausforderungen im Bereich Studium und Lehre reagiert das Vorhaben?

Das Psychologiestudium legt in seiner jetzigen Form großen Wert auf wissenschaftliche Fundierung und die Vermittlung eines umfassenden Wissenskanons aus allen Bereichen der Psychologie. Dies wird von den Studierenden zwar grundsätzlich wertgeschätzt, Studierendenbefragungen zeigen aber immer wieder, dass vielen Studierenden der Anwendungsbezug und die Vermittlung konkreter (Handlungs-)Kompetenzen fehlen. Darüber hinaus werden in aktuellen Lehrkonzepten bislang nur sporadisch Aspekte des Blended Learning, also E-Learning-Elemente, in klassische Lehre integriert. Der erfolgreiche und produktive Umgang mit Blended Learning-Konzepten und virtuellen Lehrformaten stellt jedoch eine zentrale Schlüsselkompetenz für angehende PsychologInnen dar.

Wie sieht das Projekt aus?

  • Ziel des Projekts ist die Entwicklung und zur Verfügungstellung von E-Learning Elementen zur Verwendung im Rahmen eines Online-Kurses zu interkulturellen Kompetenzen. Im Fokus stehen dabei insbesondere die (arbeits-)psychologischen Aspekte interkultureller Kompetenz und ihre Anwendung im betrieblichen Kontext. Im Wintersemester 2018/19 wurden dazu zunächst Grundlagen der interkulturellen (Arbeits-)Psychologie vermittelt und anschließend erste didaktische Elemente eines Online-Kurses konzipiert, umgesetzt und evaluiert. Basierend auf diesen Erfahrungen wurden Chancen und Grenzen des Einsatzes von E-Learning Elementen im Kontext interkultureller Trainings mit den Studierenden erarbeitet. Im Sommersemester 2019 soll auf Grundlage dieser ersten Arbeitsergebnisse ein Online-Training zur Verbesserung der interkulturellen Kompetenz im Arbeitskontext realisiert werden.

Welches Ziel wird mit dem Vorhaben verfolgt?

Für die Studierenden:

  • Kennenlernen des Berufsfeldes der interkulturellen Psychologie im Anwendungsfeld der Psychologie
  • Erwerb von tätigkeitsrelevanten und didaktischen Kompetenzen (Konzeption eines Online-Trainings, Kenntnisse im Bereich eLearning, Arbeit im Team)
  • Erleben von Sinn und Bedeutung der Lerninhalte, da ein tatsächlicher Mehrwert für die Teilnehmenden des Online-Trainings geschaffen wird

Für die Teilnehmenden des Online-Trainings:

  • Erwerb von Wissen und Kompetenzen im Bereich interkulturelle Psychologie
  • Abbau von Unsicherheit im Umgang mit anderen Kulturen
  • Kultursensibles Auftreten im In- und Ausland

Für die beteiligten Lehrenden:

  • Vertiefung der eigenen Kompetenz im Bereich Blended Learning (ein ähnliches Projekt wurde von der Dozentin bereits an der Universität Osnabrück erfolgreich durchgeführt, auf dessen Erfahrung hier in Würzburg als Best Practice Beispiel aufgebaut werden soll)
  • Vernetzung und Austausch mit weiteren Lehrveranstaltungen an der Professur: Ein intensiver Wissens- und Erfahrungstransfer aus dem beantragten eLearning-Projekt in andere bestehende Lehrveranstaltungen ist geplant. Bei Unterstützung durch den Fonds für innovative Lehrprojekte ist für das Sommersemester 2019 insbesondere eine Verzahnung mit dem Seminar „Coaching und Beratung“ sowie der studentischen Initiative „Campus Coaching“ im Rahmen bereits erfolgreicher Service Learning-Projekte geplant.

Woran würde man den Erfolg des Projekts erkennen?

  • Hohes Interesse der Studierenden durch hohe Anmeldezahlen zum Seminar (WueStudy)
  • Zufriedenheit der beteiligten Studierenden (Lehrevaluation)
  • Hohe Teilnehmerzahlen am Online-Training (Abrufstatistiken)
  • Weiterentwicklung und Verwendung des Online-Trainings über die Dauer des Projekts hinaus

Welche dauerhaften Verbesserungen würden durch das Vorhaben erreicht?

Die gewonnenen Erfahrungen im Bereich Blended Learning bzw. Service Learning können dauerhaft die Qualität und den Anwendungsbezug in der Lehre der Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie fördern. Das Online-Training stünde auch über die Projektlaufzeit hinaus zur Verfügung und könnte damit auch zu einem späteren Zeitpunkt noch verwendet oder weiteren Personen zur Verfügung gestellt werden. Die Erfahrungen im Bereich E-Learning lassen sich auf viele Anwendungsbereiche der Psychologie übertragen und würden das didaktische Portfolio in der universitären Lehre stark bereichern. So könnten das Konzept und die gemachten Erfahrungen sowohl innerhalb der Professur als auch in anderen Bereichen des Instituts für Psychologie und darüber hinaus der Fakultät Eingang in weitere Lehrprojekte finden.

Kurs online seit Sommersemester 2019:

Den Kurs "Interculture@JMU" finden Sie auf der Lehr-/Lernplattform WueCampus unter "Semesterübergreifende Veranstaltungen"/"Fakultät für Humanwissenschaften"/"Psychologie". Für den Zugang müssen Sie sich lediglich in WueCampus einloggen. Die Teilnahme findet außerhalb der Dienstzeit statt. Weitere Informationen auf den Webseiten der Personalentwicklung JMU

Kontakt

Prof. Dr. Tanja Bipp
Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie
Tel. +49 (0)931 31 86065
Mail: tanja.bipp@uni-wuerzburg.de

       

 

 

Prof. Dr. Keram Pfeiffer, Zoologie II des Biozentrums

Auf welche Herausforderungen im Bereich Studium und Lehre reagiert das Vorhaben?

Virtuelle Realität (VR), die Möglichkeit durch Computer Sinneseindrücke in Echtzeit zu generieren, ist eine Technologie, die in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung erlebt hat . Insbesondere durch die weite Verbreitung von Smartphones und der damit verbundenen Massenherstellung von kleinen, hochauflösenden Displays sind VR Systeme gerade dabei in den Consumer Markt vorzudringen. Während in der Industrie VR-Systeme in der Produktentwicklung bereits standardmäßig eingesetzt werden, ist die Verwendung in der universitären Lehre bisher eher die Ausnahme. Es ist bereits an aktuellen Entwicklungen abzusehen, dass die nahezu unbegrenzten Möglichkeiten dieser zukunftsweisenden Technologie in wenigen Jahren Einzug in viele Bereiche unseres Alltags erhalten werden.

Damit wird VR in absehbarer Zeit auch ein unabdingbares didaktisches Werkzeug und integraler Bestandteil der Lehre sein. Auf der Basis aktueller Entwicklungen denke ich, dass jetzt ein hervorragender Zeitpunkt ist, um in VR einzusteigen und es gewinnbringend in der Lehre einzusetzen.

Welches Ziel wird mit dem Vorhaben verfolgt?

Das Ziel dieses Vorhabens ist es, in einem mehrstufigen Verfahren VR im Biozentrum der Universität Würzburg in die Lehre einzuführen und dort dauerhaft zu  verankern.

Viele biologische Daten haben eine native 30 Struktur (z.B. anatomische Daten, mikroskopische Daten, Molekülstrukturen) und können daher optimal nur in einem VR­ System visualisiert werden. Der Zugewinn an intuitivem Verständnis für 3D-Strukturen ist bei einem Wechsel von einem herkömmlichen Computermonitor zu einem VR System gewaltig.

Meine Initiative, VR im Biozentrum in der Lehre einzuführen, und auf lange Sicht in der kompletten Breite der Lehre zu etablieren, ist durch den Studiendekan der Fakultät Biologie, Prof. Roy Grass, sehr positiv aufgenommen worden. Ein erfolgreicher Antrag an die Studienzuschusskommission der Fakultät Biologie hat es nun ermöglicht, drei VR Systeme zu beschaffen. Damit ist Phase I des Vorhabens bereits erfolgreich umgesetzt. Schon in dieser ersten Phase des Vorhabens sind hierbei mehrere Lehrstühle bzw. Organisationseinheiten des Biozentrums vertreten. Neben drei Arbeitsgruppen aus dem Lehrstuhl Zoologie II (Prof . Rössler, Dr. el Jundi, Prof. Pfeiffer) sind dies Prof. Wegener (Lehrstuhl für Neurobiologie und Genetik) sowie Prof. Christian Stigloher (Zentrale Abteilung für Mikroskopie). Dies gewährleistet, dass bereits in der Startphase ein größeres Spektrum an Studierenden von den VR- Systemen profitieren kann.

Woran würde man den Erfolg des Projekts erkennen?

Die beantragte Phase II des Vorhabens ist erfolgreich abgeschlossen, wenn mindestens ein VR-lnhalt generiert und in der Lehre eingesetzt worden ist. Zusätzliche wertvolle Informationen über den Erfolg werden in diesem Zusammenhang auch die Evaluierungen durch die Studierenden liefern.

Welche dauerhaften Verbesserungen würden durch das Vorhaben erreicht?

Die aus dem Vorhaben hervorgegangen Inhalte können in der Zukunft dauerhaft in der Lehre eingesetzt werden. Darüber hinaus können auf deren Basis weitere Entwicklungen stattfinden. Während derzeit fünf Arbeitsgruppen aus drei Lehrstühlen/Organisationseinheiten des Biozentrums aktiv an diesem Vorhaben beteiligt sind, ist das Langzeitziel ein möglichst breiter VR-Einsatz in der Lehre des Biozentrums. Hierfür ist geplant, nach erfolgreichem Abschluss von Phase II, allen Lehrenden des Biozentrums im Rahmen eines „ VR-Tages" die Systeme und Inhalte zu präsentieren. Dies wird der Beginn von Phase III sein, deren Ziel die weitere Verbreitung der VR-Systeme in der Lehre des Biozentrums ist.

Kontakt

Prof. Dr. Keram Pfeiffer
Zoologie II des Biozentrums
Tel. +49 (0)931 31-88510
Mail: keram.pfeiffer@uni-wuerzburg.de

    

Prof. Dr. Brigitte Burrichter, Lehrstuhl für Französische und Italienische Literaturwissenschaft

Situation

Die Studierenden der Romanistik haben zunehmend Probleme, den Anforderungen des Studiums gerecht zu werden. Dies betrifft das notwendige Sprachniveau ebenso wie das kulturelle und fachliche Wissen und die Transferfähigkeit. Die Probleme sind nicht auf die Studieneingangsphase beschränkt, sondern bis zum Examensniveau spürbar.

Das Ziel

Das geplante Vorhaben will hier unterstützend wirken. Mit den Möglichkeiten des e-Learnings sollen zwei parallele, eng verknüpfte Plattformen geschaffen werden, die den Präsenzunterricht ergänzen und auch unabhängig von einem konkreten Seminar/ einer Übung genutzt werden können. Damit können die Studierenden bedarfsgerecht auf Lerninhalte zugreifen und Lücken ergänzen. Durch die Konzeption der Lernprogramme (Staffelung und Verknüpfung) wird das erworbene Wissen gefestigt und die Fähigkeit zum Transfer gesteigert.

Das Projekt

1. Sprachunterricht

Für den Sprachunterricht sollen zwei Programme genutzt werden, eine eigens von einem Mitarbeiter des Lehrstuhls Professor Puppe (Informatik) entwickelte Lern-App, die problemlos auf dem Smartphone läuft, und das im e-Learning-Teilprojekt entwickelte Decker-Programm (im Folgenden: e-Learning-Plattform). Die Lern-App bietet sich für das Vokabellernen und für das Einüben grammatikalischer Grundstrukturen an. Die e-Learning-Plattform soll für komplexere grammatische Fragen und insbesondere auch für Hörverständnisübungen genutzt werden, sie bietet auch die Möglichkeit, ganz unterschiedliche Tests für die Selbstevaluation zu konfigurieren.

2. Fachunterricht

Die Kurse der fachwissenschaftlichen Basismodule werden durch ein breites e-Learning-Angebot unterstützt, das weiterführende Lektüren, zusätzliche Texterklärungen und multimediale Materialien (Abbildungen, Grafiken, Texte, kurze Filme) kombiniert. Die Konzeption sieht eine Staffelung nach Schwierigkeitsgraden vor. Von einführendem Basiswissen, über Transferaufgaben bis zu Expertenwissen wird den Studierenden nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch zu eigenen Denkanstöße angeregt. Die Begleitung der Präsenzkurse durch e-Learning-Kurse beinhaltet gerade für die romanistischen Literaturwissenschaften die Möglichkeit, auch literaturgeschichtlicher Prozesse über den eigenen Sprachraum hinaus nicht nur aufzuzeigen, sondern vertiefter zu illustrieren, wodurch bei den Studierenden ein Bewusstsein für die Beziehungen und Zusammenhänge innerhalb der Romania gefördert wird. Ein Vor- und Zurückspringen zu Kontroll- und Wiederholungszwecken ist in der Kursstruktur ebenso vorgesehen wie – sobald ausgearbeitet – ein Verlinken auf die je anderen literaturwissenschaftlichen Kurse der Französistik, Hispanistik, Italianistik.

Weiterhin lässt sich das Kurskonzept auch auf die landeskundlichen Kurse übertragen. Dieses soll hier in enger Verbindung mit der Lern-App, in der es Karteien mit dem spezifischen landeskundlichen Vokabular gibt, gestaltet werden.

3. Tests

In beiden Bereichen werden zahlreiche Tests eingebaut, die eine Überprüfung des Lernerfolgs für die Nutzer jederzeit möglich macht. Die Tests werden teilweise so gestaltet, dass sie direkt auf die Klausuren vorbereiten, teilweise aber auch als Diagnosetest, um zu überprüfen, ob die notwendigen Voraussetzungen für einen Kurs vorhanden sind. Da die Tests anonym sind, haben sie weniger Prüfungs- als Kontrollcharakter.

Erfolg des Vorhabens

Der Lernerfolg lässt sich auf Ebene der Basismodule in der Lern-App wie in der fachwissenschaftlichen e-Learning-Plattform zunächst an den Noten festmachen. Auf Ebene der Pro- und Hauptseminare wird er aber zusätzlich in der Transfer- und Abstraktionsfähigkeit, im fachübergreifenden Verständnis von transnationalen literaturwissenschaftlichen Zusammenhängen, etc. spürbar werden.

Nachhaltigkeit

Die Programme lassen sich ohne großen Aufwand langfristig nutzen, da sie modular angelegt sind, können sie auf allen Stufen eingesetzt werden. Materialien für neue Themen können z. B. im Rahmen von Seminaren erarbeitet werden, wenn der konzeptuelle Rahmen steht.

Beitrag in einBLICK vom 25.02.2020 "Vokabeln to go"

Kontakt

Prof. Dr. Brigitte Burrichter
Lehrstuhl für Französische und Italienische Literaturwissenschaft
Tel. +49 931 31-85684
Mail: brigitte.burrichter@uni-wuerzburg.de

Valerie Kiendl (links) und Raphaëlle Jung haben WueKabel für Studierende der Romanistik an der Uni Würzburg mit entwickelt.   Nutzer von WueKabel können sich jede Vokabel laut vorlesen lassen und beim Hören sofort die richtige Aussprache üben.   

 

Dr. Kerstin Bissinger, LehrLernGarten der Universität Würzburg

Das im Sommersemester 2019 durchgeführte Lehrprojekt „UniAcker“  ist ein Kooperationsprojekt des CampusGartens (Referat Ökologie der Studierendenvertretung) mit dem LehrLernGarten(LLG) des Botanischen Gartens der Universität Würzburg und der GemüseAckerdemie (Trägerverein Ackerdemia e.V.). Durch die enge Theorie-Praxis-Verzahnung der geplanten Seminarinhalte mit dem Schwerpunkt „Nutzpflanzengarten und Bildung für nachhaltige Entwicklung(BNE)“ ist das Seminar ein Pilotprojekt in der deutschsprachigen Universitätslandschaft. Das Projekt wird innerhalb von drei Lehrveranstaltungen angeboten:

- zwei Seminare: BA Pädagogik „Bildungswissenschaftliche Projektarbeit“

- Übung (LLG): „Nachhaltigkeit im (Schul)Alltag – Bildung für nachhaltige Entwicklung gestalten“

Als Zielgruppe werden primär Pädagogik- und Lehramtsstudierende angesprochen, über den freien Bereich vergrößert sich die Zielgruppe auf Studierende aller Fächer. Dadurch werden Studierende, welche später beruflich in Lehr-Lern-Kontexten agieren, für das Thema „Gemüsegarten im Kontext Bildung für nachhaltige Entwicklung“ sensibilisiert und können dieses in ihr späteres Methodenrepertoire sowohl theoretisch als auch praktisch – bspw. als Schul- oder Kitagarten an ihrer Institution – umsetzen und vermitteln.

Auf welche Herausforderungen im Bereich Studium und Lehre reagiert das Vorhaben?

Der Nationale Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung fordert im Handlungsfeld IV für Hochschulen „Studierende und Absolventinnen und Absolventen als zentrale Gestalterinnen und Gestalter nachhaltiger Entwicklung [zu] ermutigen, [zu] unterstützen und ernsthaft partizipieren [zu] lassen“ (Nationale Plattform für BNE, 2017, S.62). Es wird gefordert „studentisches Engagement für Nachhaltigkeit und BNE strukturell zu unterstützen“ (Nationale Plattform für BNE, 2017, S.62). Vor allem für die primäre Zielgruppe des LLG, die Lehramtsstudierenden, spielt BNE auch in der zukünftigen Berufspraxis eine wichtige Rolle: Im gültigen LehrplanPlus wird BNE in allen Schularten und Jahrgangsstufen in Form eines „übergeordneten Bildungs- und Erziehungsziel“ fest verankert. Darüber hinaus werden in diversen Fächern Themen wie „nachhaltiger Konsum“ oder „Ernährungssicherheit“ explizit in den Fachlehrplänen aufgeführt. Die Herausforderung besteht darin, Studierende zielgruppengerecht sowohl inhaltlich als auch kompetenzorientiert darauf vorzubereiten, als Multiplikatoren für BNE zu wirken, um den Hochschul- und zukünftigen Schulalltag nachhaltig zu gestalten.

Welches Ziel wird mit dem Vorhaben verfolgt?

Ziel des Projekts „UniAcker“ ist es, Studierenden Praxiswissen und gärtnerische Fähigkeiten im Anbau von Gemüse zu vermitteln und gleichzeitig wertvolle Kompetenzen zu schulen, die der zielgruppenspezifischen methodisch-didaktischen Vermittlung von BNE dienen. Auch die eigene Bewertungs- und Gestaltungskompetenz soll gefördert sowie ein Verständnis zur Umsetzung ausgewählter Sustainable Development Goals entwickelt werden, um so Studierende darin auszubilden, nachhaltige Entwicklung an Hochschulen und später im Berufsalltag aktiv mitzugestalten.

Projektablauf

In den Lehrveranstaltungen werden Theorie und Praxis sowie Hochschule und Schule miteinander verzahnt. Im Rahmen der Lehrveranstaltungen werden die theoretischen Hintergründe von BNE mit drei Pflanzungen sowie jeweils 2 Umsetzungen mit Schulklassen verknüpft. Während der Pflanzungen werden praktische Gärtnermethoden wie Anbautechniken, Pflanzenpflege und Regeln des ökologischen Gemüsebaus auf einer dafür zur Verfügung gestellten Beetfläche im CampusGarten durch die ExpertInnen des externen Partners GemüseAckerdemie an die Studierenden weitergegeben. Theoretisches Gärtnerwissen, welches den Studierenden in zwei Fortbildungen durch die GemüseAckerdemie vermittelt wird, ergänzt das praktische Arbeiten. Eine weitere externe Fortbildung in diesem Kontext wird von jeweils einem/r Multiplikator/In jeder Lehrveranstaltung besucht. Bei dieser geht es auch um den Austausch mit PädagogInnen, die bereits die GemüseAckerdemie an Schulen und Kitas umsetzen.

Die Dozierenden aus dem Bereich Biologiedidaktik und Pädagogik setzen das gewonnene praktische und theoretische Gartenwissen gemeinsam mit den Studierenden zur sinnvollen Themenvermittlung mit Fokus auf die Sustainable Development Goals (z.B. Ernährungssicherheit, Biodiversität, Klimaschutz, Gesundheitsvorsorge…) ein, um für ausgewählte Zielgruppen Bildungsangebote zu konzeptionieren und direkt auf der Fläche im CampusGarten umzusetzen. Durch diese praxisorientierte Vermittlung an Schulklassen wirken die Studierenden als Multiplikatoren und können ihr theoretisch erarbeitetes Wissen über Vermittlungsarbeit praktisch umsetzen. Den Kindern wird die Gelegenheit gegeben, selbst im Garten tätig zu werden und im Idealfall als Schulgarten-AG an mehrmaligen Terminen ebenfalls das Gemüse über dessen Vegetationsperiode zu beobachten.

Alle drei Kurse kommen bei den gemeinsamen praktischen Garteneinsätzen zusammen, wodurch eine seminarübergreifende Plattform für gemeinsamen Wissens- und Erfahrungsaustausch geboten wird.

Kontakt

Dr. Kerstin Bissinger
Koordinatorin des LehrLernGartens der Universität Würzburg
Tel. +49 931 31-86614
kerstin.bissinger@uni-wuerzburg.de