piwik-script

Intern
    Lehre

    Wieder an der Uni

    21.01.2019

    Realschullehrkräfte aus ganz Bayern studieren seit dem Wintersemester 2018/19 neben dem Schuldienst das Fach Informatik. Auch an der Universität Würzburg können die erfahrenen Lehrkräfte ihre Lehrbefähigung in Informatik erwerben.

    Seit Wintersemester 2018/19 studieren Realschullehrkräfte neben dem Schuldienst das Fach Informatik an der Universität Würzburg. (Bild: Annette Popp, Universität Würzburg))
    Seit Wintersemester 2018/19 studieren Realschullehrkräfte neben dem Schuldienst das Fach Informatik an der Universität Würzburg. (Bild: Annette Popp, Universität Würzburg)

    Erfahrene Realschullehrkräfte wieder an der Uni

    Im Rahmen des Masterplans BAYERN DIGITAL II organisiert das bayerische Kultusministerium ein umfangreiches Qualifizierungs- und Fortbildungsprogramm für Lehrkräfte in der Informatik an der Realschule. Diese Initiative ermöglicht bereits erfahrenen Realschullehrkräften, einen zweijährigen, berufsbegleitenden Kurs zu absolvieren und bei erfolgreichem Ablegen des Staatsexamens die Lehrbefähigung in Informatik zu erwerben. Im Rahmen des fünfjährigen Masterplans sollen Schüler und Lehrer gleichermaßen ihre digitalen Fähigkeiten ausbauen; Informatik beziehungsweise Informationstechnologie wird an allen Mittelschulen, Realschulen und Gymnasien verstärkt unterrichtet werden. Der Masterplan sieht zudem die Einführung des digitalen Klassenzimmers an allen Schulen vor.

    Im September 2018 haben sich 80 ausgewählte Realschullehrerinnen und -lehrer aus ganz Bayern bei einer Auftaktveranstaltung in München kennengelernt, 20 von ihnen treffen sich seit Semesterbeginn alle zwei Wochen immer mittwochs an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU). Die Didaktik der Informatik an der JMU beteiligt sich an dem neuen Weiterqualifizierungsprogramm, um noch mehr und bessere Lehrkräfte für das Fach Informatik auszubilden.

    An der Uni sind die Lehrkräfte auf einmal wieder Studierende – und dies ganz freiwillig. Für den Kurstag sind sie zwar vom Schulunterricht befreit, aber „nach dem Mittwoch ist vor dem Mittwoch“, sagt einer der Teilnehmer. Nicht nur die Präsenzveranstaltung an der Uni ist sehr intensiv, auch die Nach- und Vorbereitung ist für die Lehrer neben ihrem Schulalltag sehr fordernd.

    Hoch anerkennenswert

    Auf die Kursteilnehmer wartet ein breites Themenspektrum, das sie zukünftig im Unterrichtsfach Informationstechnologie behandeln müssen: Die Rechts- und regelkonforme Nutzung von Netzwerken, Datenbanksysteme, Robotik oder Erstellung und Programmierung von Algorithmen. Auf einer E-Learning-Plattform steht umfassendes Lehrmaterial mit Übungen bereit, hier können sich die Teilnehmer persönlich beraten lassen oder auch mit den Dozierenden und Mitstudierenden über die Inhalte der Selbstlernphase diskutieren.

    Sehr positiv überrascht ist Martin Hennecke, Professor für Didaktik der Informatik an der JMU, von der hohen Motivation seiner neuen Studierenden. Zwei Jahre lang wird Martin Hennecke zusammen mit seinen Mitarbeitern Rainer Gall und André Greubel die Teilnehmer auf das Staatsexamen vorbereiten – also in nur vier Semestern anstelle der üblichen sieben Semester Staatsexamensstudiengang. „Hoch anerkennenswert“, sagen die Kursleiter zur freiwilligen Teilnahme an der Weiterbildungsmaßnahme. Für die Dozenten selbst bedeutet der Kurs eine wichtige Aufwertung der Lehrerausbildung im Fach Informatik.

    Zurück in die Schülerperspektive

    Im Seminarraum ist die Stimmung locker, aber auch konzentriert, die Übungen und Hausaufgaben vom vergangenen Präsenztag werden besprochen und diskutiert. Und es war eine ganze Menge an „Hausis“, wie Helmut Herbstsommer aus Erlangen berichtet: „Mir gefällt der Kurs sehr gut, er ist aber auch richtig anstrengend. Ich schätze, außer dem Mittwoch an der Uni bin ich jede Woche zusätzlich ein bis zwei Tage mit dem Stoff beschäftigt. Neulich ist sogar ein ganzes Wochenende nur fürs Programmieren draufgegangen.“

    Auch für Theresa Veeh aus Aschaffenburg hat der Kurs bisher schon viel gebracht; besonders in den höheren Schulklassen sei es für sie zunehmend schwierig geworden zu unterrichten. „Am meisten freue ich mich auf die Didaktik, der Kurs bringt mich in die Schülerperspektive zurück und ich kann mich wieder in meine Schüler hineinversetzen“, sagt Theresa Veeh. Und weiter: „Ich bin einfach motiviert, wenn ich sehe, wie auch am Wochenende noch alle Leute mitziehen.“

    Ab Wintersemester 2019/20 wird die JMU den nächsten Kurs für weitere Realschullehrkräfte anbieten und das Angebot erweitern um einen neuen Informatik-Kurs für Lehrer aus bayerischen Gymnasien.

    Weitere Informationen

    Nachqualifizierungsmaßnahme für Realschullehrkräfte  und für Gymnasiallehrkräfte

    Kontakt

    Prof. Dr. Martin Hennecke, Professur für Didaktik der Informatik, T: +49 931 31-83377, Mail: martin.hennecke@mathematik.uni-wuerzburg.de

    Von Annette Popp

    Zurück