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    Lehre

    Soziales Projekt doppelt prämiert

    02.08.2022

    50 Studierende aus sieben verschiedenen Masterstudiengängen haben am Startup-Wettbewerb „Projektiade 2022“ teilgenommen. Zum Semesterende stellten die Projektteams ihre Ergebnisse vor.

    Kommunikationsplattform für Lernbehinderte: Gewinner des Publikumspreises und der Projekta 2022 in der Kategorie „Bestes soziales Projekt“.
    Kommunikationsplattform für Lernbehinderte: Gewinner des Publikumspreises und der Projekta 2022 in der Kategorie „Bestes soziales Projekt“. (Bild: Institut für Informatik / Universität Würzburg)

    Die öffentliche Abschlussveranstaltung ist seit vielen Jahren der Höhepunkt des Seminars „Professionelles Projektmanagement in der Praxis – mit digitalen Unternehmensgründungsprojekten“. Die neun Projektteams zeigten auch zum Ende des Sommersemesters 2022 wieder eindrucksvoll, welche hervorragenden Leistungen mit modernen Methoden des Projektmanagements und mit viel Engagement möglich sind. Für die Jury war es nicht leicht, aus dem Feuerwerk der innovativen Produkte die besten auszuwählen und zu prämieren.

    Bestes soziales Projekt

    Besonders erfolgreich war das Team Franziska Brand, Annika Gutzeit, Mariam Kahloul, Jonas Schiller und Susanne Walter. Es hat auf Anregung von IN VIA Köln e.V. eine Kommunikationsplattform für Auszubildende mit Lernbehinderung erstellt. Die Plattform erhielt nicht nur den Publikumspreis, sondern wurde darüber hinaus von der Jury mit der Projekta „Bestes soziales Projekt“ ausgezeichnet.

    Die neuartige Plattform dient dem Ziel, Jugendliche mit Behinderungen in Betriebe zu bringen. Dabei unterstützt sie die Kommunikation der Auszubildenden untereinander sowie die Kommunikation mit Berufsschullehrkräften, betrieblichen Ausbildenden und Coaches. Aktuell existiert keine vergleichbare Anwendung für diese Zielgruppe. Weitere wichtige Alleinstellungsmerkmale sind die DSGVO-Kompatibilität und die einfache Bedienbarkeit. Das Startup Clye hat die Erstellung der Plattform maßgeblich unterstützt; die Weiterführung des Projekts mit einer zeitnahen Produktivsetzung ist in der Planung.

    Innovativstes Projekt

    Franziska Ballbach, Jana Becker, Lennart Fries, Sarah Hofmann, Jana Kiesslich und Tamay Yener haben eine „Onboarding-App“ namens Fyzo entwickelt, die den Aufnahmeprozess für Neupatientinnen und -patienten von Physiotherapiepraxen erleichtern soll. Statt den Anamnesebogen sowie den Behandlungsvertrag vor Ort während der Behandlungszeit ausfüllen zu müssen, ist dies mit der App ganz einfach von zu Hause aus möglich: Alle wichtigen Informationen und Daten können eingetragen und automatisch an die Praxis weitergeleitet werden.

    Integrationspreis

    Geflüchtete erhalten aktuell bereits viele Informationen über relevante Ämter und Behörden in Würzburg. Pauline Jung, Linda Mahler, Moritz Schäfer, Kristina Schmitt, Filip Simonowski und Benedikt Ulrich haben die App „Finderlohn Würzburg“ entwickelt. Sie ergänzt die vorhandenen Informationen durch ein Angebot, mit dem ukrainische Geflüchtete in ihrer Erstsprache relevante soziale und kulturelle Orte in Würzburg spielerisch entdecken können. Mit einer fesselnden Geschichte und kniffligen Rätseln können sie einen Nachmittag in die Würzburger Welt eintauchen. Dabei werden kostenlose und Geflüchteten-freundliche soziale und kulturelle Angebote auf Deutsch, Englisch, Ukrainisch und Russisch vorgestellt.

    Bestes Demokratie-Projekt

    Das Team Lisa Daugherty, Eric Heinritz, Sophia Liebel und Henriette Wenzl hatte sich unter dem Namen „Mach mit!“ der Aufgabe gestellt, für die Webseite wuerzburg-mitmachen.de neue Konzepte und Ideen zu finden, welche sie zu einer geeigneten Seite für Bürgerbeteiligungen transformiert. Die Webseite soll Bürgerinnen und Bürger der Stadt und des Landkreises Würzburg die Möglichkeit geben, sich über laufende und abgeschlossene Bürgerbeteiligungsprojekte zu informieren. Dabei besteht auch die Möglichkeit, an Diskussionen und Abstimmungen teilzunehmen.

    Beste Präsentation

    Das Projekt „Wie geht’s?“ soll Menschen in Würzburg und der Umgebung in psychischen Belastungssituationen jeglicher Art unterstützen. Dafür haben Seraphine Herchenhan, Jonathan Tschanter, Sandra Brückner, Nele Friedrich und Jann Kulick in Kooperation mit der Stadt Würzburg eine Online-Plattform erstellt, welche eine zentrale Anlaufstelle für Betroffene sein soll. Dadurch reduziert sich für Bürgerinnen und Bürger die Unsicherheit, an welche Hilfsorganisation sie sich wenden können. Außerdem wird die Enttabuisierung von psychischen Krankheiten vorangetrieben.

    Weitere Auszeichnungen

    Die Projekta 2022 „Größte Gemeinnützigkeit“ wurde an das Team „Digitale Bildung“ vergeben. Die von Tobias Brandner, Tobias Fella, Noah Mehling, Maria Schmitt und Jakob Seitz entwickelte Plattform EduEcool.de dient zum Erfahrungsaustausch von Lehrenden über „Best Practices“ in der digitalen Lehre, vermittelt Informationen über datenschutzkonforme Tools und sensibilisiert für das immer wichtiger werdende Thema „Digitale Souveränität“.

    Niko Spatscheck, Luca Enzigmüller, Philipp Merz, Andre Johnson Katrin Heß von Wichdorff und Johanna Kreßel erhielten die Projekta 2022 „Beste Live-Demo“. Die von ihnen erstellte App „easy Recruiting“ ermöglicht es, einen professionellen Lebenslauf in nur wenigen Minuten zu erstellen. Dies geschieht entweder durch Ausfüllen eines Formulars oder auch durch das Hochladen eines bestehenden Lebenslaufs (egal ob in PDF oder JSON-Form), der dann geparst wird. Dabei werden dem Nutzer hilfreiche Lebenslauf-Tipps und ein Chatbot zur Hand gegeben.

    Katja Lemberger, Niklas Lohmann, Nayomi C. Polcar, Joshua Schadewaldt und Ralf Schweifler wurden mit der Projekta 2022 „Größter Kundennutzen“ ausgezeichnet. Die von ihnen entwickelte Plattform LocaLeaf soll die führende Cannabis-Plattform Europas werden. Dazu wurde im Zuge des Projekts ein erster Prototyp mit Inhalten und grundlegenden Funktionalitäten erstellt.

    Die Projekta 2022 „Diversity-Preis“ wurde an das Team Projektmanagerinnen* vergeben. Eva Herterich, Sarah Pauly und Leon Schleier haben für eine Studie, die die Arbeitsrealität von Frauen* im Projektmanagement abbilden soll, eine Umfrage erstellt. Ziel ist mehr Genderdiversität im Projektmanagement.

    Interdisziplinarität als Erfolgsfaktor

    Die Studierenden stammten aus sieben verschiedenen Masterstudiengängen. Bei der Bildung der Projektteams wurde hoher Wert auf Interdisziplinarität gelegt. In der Reflexion zeigte sich, dass dies ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Projekte war, da viele unterschiedliche Kompetenzen und Perspektiven die anspruchsvolle Projektarbeit bereichern.

    „Ein wichtiges Ziel der Veranstaltung ist“, so Professor Harald Wehnes, „soziale Produkte und Services zu entwickeln, die ein persönliches Nutzenerlebnis der Digitalisierung beinhalten, um Vorbehalte in der Bevölkerung wirkungsvoll abzubauen und Mitmacheffekte erfolgreich zu generieren.“

    Hochkarätige Jury

    Die Jury setzte sich zusammen aus Dr. Christian Andersen, Zentrum für digitale Innovationen (ZDI Mainfranken), Tanja Golly, Servicezentrum Forschung und Technologietransfer (SFT) der Universität Würzburg sowie Oliver Stübs von der Firma Infosim aus Würzburg.

    Werkzeugkasten für konkrete Projekte nutzen

    Die Veranstaltung „Professionelles Projektmanagement in der Praxis“ vermittelt einen „Werkzeugkasten“ moderner agiler, traditioneller und hybrider Vorgehensweisen und wie man sich daraus für konkrete Projekte bedient. In interdisziplinären Teamprojekten setzen die Teilnehmenden die wichtigsten Methoden praxisnah für digitale Unternehmensgründungsprojekte ein und reflektieren intensiv ihre Erfahrungen.

    „Es macht immer wieder Spaß mitzuerleben, wie die Zusammenarbeit in den interdisziplinären Teams zu außerordentlichen Leistungen führt“, so Professor Wehnes. „Besonders erfreulich ist, dass einige Teams an ihren Produkten auch nach dem Semesterabschluss weiterarbeiten. Vielleicht gelingt auch wieder eine neue Unternehmensgründung. Mit www.viind.com (BürgerBot) hat 2021 ein Team aus meiner Veranstaltung gegründet.“

    Projektmanagement hat sich als beste Führungsmethode etabliert, um komplexe Herausforderungen in Industrie, Wirtschaft und Verwaltung strukturiert anzugehen und erfolgreich zu bewältigen. Inzwischen werden in Deutschland über 40 Prozent der Wirtschaftsleistung über Projekte erzielt. Modernes Projektmanagement ist der Schlüsselfaktor für erfolgreiche Projekte aller Art – insbesondere in Zeiten hoher Unsicherheit.

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    Von Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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