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    Alumni-Newsletter

    Neues Graduiertenkolleg in der Chemie, Prof. Dr. Jürgen Seibel berichtet

    03/06/2020

    Prof. Dr. Jürgen Seibel vom Institut für Organische Chemie berichtet uns im folgenden vom neuen themenübergreifenden Graduiertenkolleg in der Chemie. Hier hofft man in der JMU alternative Therapiewege zur Antibiotika Behandlung zu finden, die bei vielen Erregern wegen starkem Gebrauch nicht mehr anschlagen.

    Prof. Dr. Jürgen Seibel vom Institut für Organische Chemie, Foto: Pressestelle JMU
    Foto: Pressestelle JMU

    Wie würdest Du Euren Ansatz zur Erforschung und Bekämpfung von (multi-)resistenten Erregern für Laien beschreiben?

    Infektionen finden initial durch den Kontakt von Erreger und Wirtzelle über die Membran statt. Ändert man die Zusammensetzung und den Stoffwechsel der Membranen, so ändert sich der Verlauf der Infektionen. Würzburger und internationale Wissenschaftler haben erkannt, dass eine Molekülklasse, die Sphingolipide, in der Zellmembran eine wichtige Rolle einnehmen, in dem sie biophysikalischen Eigenschaften der Zellmembran ändern können. Wir möchten an dieser Stelle eingreifen und den Sphingolipidhaushalt gezielt steuern, um Infektionen kontrollieren zu können. Dazu forscht ein Team aus Infektionsbiologen, Mikrobiologen, Infektionsimmunologen, Virologen, Chemikern, Medizinern und Biotechnologen. Die Kenntnisse sollen neue Therapieansätze z.B. die gezielte Entwicklung von Wirkstoffen erlauben.

    Das Graduiertenkolleg ist für fünf Jahre bewilligt - wie kann man sich die verschiedenen Stufen des Projektes vorstellen?

    Wir werden zu Beginn an Modellinfektionen Masernvirus, Staphylokokken, Candida albicans, Meningokokken und Chlamydien die Rolle der Sphingolipide untersuchen. Wichtig ist welche dynamischen Prozesse bei Infektionen durch die Sphingolipide angestossen werden. Wenn wir die Vorgänge besser verstanden haben, werden wir versuchen, die Prozesse gegen die Infektionen zu nutzen.

    Was passiert, wenn das Forschungsziel erreicht wird - werden dann Medikamente produziert und ist die Universität daran beteiligt oder übernimmt dann ein Pharmakonzern?

    Die Entwicklung von Medikamenten ist ein langwieriger Prozess. Ich hoffe, dass wir mit unserer Initiative in Würzburg mehr Forscherteams weltweit dazu animieren in dem Forschungsfeld zu arbeiten und sich aus den Ergebnissen Therapieansätze und Medikamente zur Bekämpfung von Infektionen entwickeln lassen. Der Identifizierung neuer Angriffspunkte für Antiinfektiva und Impfstoffe folgen in der Regel klinische Studien. Die Testung von Medikamenten bzw. Impfstoffen am Patienten wird von der Pharmaindustrie begleitet oder vollständig durchgeführt.

    Welchen besonderen Aspekt siehst Du in der Arbeit mit PromovendInnen?

    Es ist ein besonderes Erlebnis mit wissenshungrigen und von Neugier getriebenen PromovendInnen neues wissenschaftliches Terrain zu erkunden und zu erschließen.

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