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Stiftungsfest in der Neubaukirche gefeiert

12.05.2026

Beim Stiftungsfest der Universität wurden Persönlichkeiten geehrt und die Knauf-Wissenschaftspreise vergeben. Dr. Eugen Ehmann ist neuer Ehrensenator, David Brandstätter neuer Ehrenbürger.

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Nach dem Stiftungsfest: Preisträgerinnen, Preisträger, Geehrte, Festrednerin, Förderer und Universitätsleitung versammelten sich zum Gruppenfoto. (Foto: Rudi Merkl / Universität Würzburg) (Bild: Rudi Merkl / Universität Würzburg)

Mit ihrem Stiftungsfest erinnert die Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) jedes Jahr an ihre lange Tradition: an die Gründung durch Fürstbischof Johann I. von Egloffstein im Jahr 1402 und an die Erneuerung der Gründung 1582 durch Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn. Das Fest wurde am 11. Mai 2026 in der Neubaukirche gefeiert.

Minister Blume: „Universität hat sich in Bestform präsentiert“

Auf die Begrüßung durch Universitätspräsident Paul Pauli folgte ein Video-Grußwort des bayerischen Wissenschaftsministers Markus Blume.

Zu den Geburtstagsgeschenken, welche die JMU sich selbst gemacht habe, zählte der Minister auch den „ersten Ritterschlag“ in der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder: Die Universität holte zwei Exzellenzcluster nach Würzburg – und damit die Berechtigung, sich um den Titel einer Exzellenzuniversität zu bewerben.

Bis zur Begutachtung des Würzburger Exzellenzantrags Mitte April 2026 durch ein internationales Gremium stand Blume in engem Kontakt mit der JMU. „Und ich muss sagen: Bei der Begutachtung haben Sie sich in Bestform präsentiert – der Würzburg-Spirit war mit Händen zu greifen. Chapeau!“

Präsident Pauli: „Würzburg-Spirit war spürbar“

Auf die Exzellenzbewerbung ging auch Universitätspräsident Paul Pauli in seiner Ansprache (pdf)ein.

Die Begehung der Uni durch die Gutachterinnen und Gutachter sei ein aufregender und emotionaler Abschlusspunkt gewesen: „Das war eine außergewöhnliche Gemeinschaftsleistung unserer gesamten Universität – von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Studierenden, Mitarbeitenden aus Verwaltung, Technik und Service, Gremienmitgliedern, Fakultäten, Dekaninnen und Dekanen, zentralen Einrichtungen und vielen weiteren Beteiligten.“

Der vom Minister erwähnte Würzburg-Spirit sei tatsächlich spürbar gewesen: „Die Offenheit im Austausch, die große Identifikation mit unserer Universität, die Bereitschaft zur Zusammenarbeit über Fächergrenzen hinweg und der gemeinsame Wille, unsere Universität weiterzuentwickeln.“

Ob der Würzburger Exzellenzantrag Erfolg hat, wird sich am 2. Oktober 2026 zeigen. Unabhängig vom Ausgang des Verfahrens sei der gesamte Prozess wichtig für die JMU gewesen. „Wir haben unsere Stärken und Schwächen erkannt und unser Profil geschärft, so dass wir jetzt einen klaren Plan haben, wie wir unsere Zukunft als Volluniversität gestalten wollen“, so der Präsident.

DFG-Präsidentin Becker: Resilienz an Universitäten

Die Festrede hielt Professorin Katja Becker, Präsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft, zum Thema „Universitäten als Räume der Resilienz“. Katja Becker ist Alumna der Universität: Sie leitete hier um die Jahrtausendwende eine unabhängige Nachwuchsgruppe am Zentrum für Infektionsforschung. Die DFG-Pressestelle wird ihre Rede in den kommenden Tagen auf den DFG-Webseiten  veröffentlichen.

Ehrungen und Verdienstmedaillen

Beim Stiftungsfest 2026 ehrte die JMU mehrere Persönlichkeiten.

Ehrensenator: Dr. Eugen Ehmann

Neuer Ehrensenator ist der ehemalige Regierungspräsident von Unterfranken, Dr. Eugen Ehmann. Die Universität würdigt damit seine Verdienste um Staat, Recht und Gesellschaft sowie seine Impulse für die Entwicklung der JMU. Laudatio…

Ehrenbürger: David Brandstätter

Der langjährige Vorsitzende des Universitätsbundes, David Brandstätter, erhielt die Ehrenbürgerwürde in Anerkennung seiner Verdienste um Medien und Kommunikation, Gesellschaft und Wissenschaft. Laudatio…

Julius-Maximilians-Verdienstmedaillen

Die Julius-Maximilians-Verdienstmedaillen für herausragende Leistungen gingen an:

  • Gisela Müller-Brandeck-Bocquet, Politikwissenschaftlerin und langjährige JMU-Professorin für Europaforschung und Internationale Beziehungen. Laudatio…
  • Gerhard Sextl, Chemiker und langjähriger Leiter des JMU-Lehrstuhls für Chemische Technologie der Materialsynthese sowie des Fraunhofer-Instituts für Silicatforschung ISC Würzburg. Laudatio…
  • Dr. Bernd-Stefan Vorderobermeier, Jurist und in der Zentralverwaltung der JMU langjähriger Leiter der Abteilung für Studium und Lehre. Laudatio…

Baldwin und Inge Knauf-Förderpreise

Vergeben wurden auch die „Baldwin und Inge Knauf-Förderpreise für exzellente wissenschaftliche Leistungen“. Das Unternehmer-Ehepaar Knauf hat die mit jeweils 50.000 Euro dotierten Preise 2024 gestiftet; sie werden jährlich in vier Kategorien vergeben: Lebenswissenschaften und Medizin, Naturwissenschaften, Geisteswissenschaften und Gesellschaftswissenschaften.

Die Preise gingen an:

  • Dr. Erik Frank (Biologie), der zur Preisverleihung nicht kommen konnte
  • Juniorprofessor Anton Freund (Mathematik)
  • Juniorprofessorin Mona Garvert (Neurowissenschaften)
  • Professor Christof Weiß (Musikforschung)

JMU-Vizepräsidentin Caroline Kisker hielt die Laudationes. Sie dankte auch dem Stifter-Ehepaar Knauf: „Damit unterstützen Sie uns beim Bestreben, die besten Köpfe nach Würzburg zu holen und hier zu halten“.

In seiner Ansprache sagte Baldwin Knauf, dass seine Frau und er mit den Preisen die Exzellenz der Universität stärken möchten. In den aktuellen weltweiten Krisen brauche Deutschland fortschrittliche Forschung und neue Technologien. „Jeder kann zur Lösung der Probleme beitragen; wir alle müssen mehr leisten. Entwickeln wir große Gedanken und tragen sie nach außen“, so sein Appell.

Keine Preise aus der Gedenkjahrstiftung

Erstmals wurden die gemeinsamen Promotionspreise der Unterfränkischen Gedenkjahrstiftung für Wissenschaft und der Universität Würzburg nicht beim Stiftungsfest verliehen: Die ausgezeichneten Promovierten erhalten ihre Urkunden stattdessen bei der Röntgen-Gala am 1. Dezember 2026. Die Universität richtet diese Festivität anlässlich des Jubiläums „125 Jahre Verleihung des ersten Nobelpreises“ aus.

Musikalisches Programm

Für die musikalische Gestaltung der Feier sorgten Universitätscarilloneur Jürgen Buchner sowie das Silvaner-Quartett als Ensemble aus dem und begleitet vom Akademischen Orchester der Universität Würzburg in Kammerorchesterbesetzung unter der Gesamtkoordination und Leitung von Markus Popp.

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Von Robert Emmerich

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