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Verdienstmedaille für Gisela Müller-Brandeck-Bocquet

12.05.2026

Für ihre herausragenden Leistungen erhielt die Politikwissenschaftlerin Professorin Gisela Müller-Brandeck-Bocquet beim Stiftungsfest 2026 die Julius-Maximilians-Verdienstmedaille der Universität.

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Gisela Müller-Brandeck-Bocquet bekam die JMU-Verdienstmedaille von Uni-Vizepräsidentin Anja Schlömerkemper überreicht. (Bild: Rudi Merkl / Universität Würzburg)

Gisela Müller-Brandeck-Bocquet wurde am 7. Januar 1956 in Freiburg im Breisgau geboren. Schon früh zeigte sich ihr tiefes Interesse an politischen Zusammenhängen und internationalen Entwicklungen. Ihr Studium der Politikwissenschaft, Neueren Geschichte und Volkswirtschaftslehre führte sie an das Institut d’études politiques de Grenoble sowie an die Ludwig-Maximilians-Universität München.

Mit ihrer Promotion zum Dr. rer. pol. widmete sie sich einem hochrelevanten Thema: „Technologiefolgenabschätzung am Beispiel der friedlichen Nutzung der Kernenergie in der BRD“. Bereits hier wurde ihr Fokus auf friedliche und nachhaltige politische Entwicklung und ihr Bewusstsein für die gesellschaftliche Verantwortung deutlich.

Ihr europäischer Weitblick manifestierte sich in ihrer Habilitation „Die institutionelle Dimension der Umweltpolitik. Eine vergleichende Untersuchung zu Frankreich, Deutschland und zur Europäischen Union“.

Expertin für Europaforschung und Internationale Beziehungen

Nach einer Station als Vertretungsprofessorin in Trier kam Gisela Müller-Brandeck-Bocquet zunächst als Vertretungsprofessorin an die Universität Würzburg. 1999 wurde sie hier zur Professorin für Europaforschung und Internationale Beziehungen berufen. Sie wirkte über viele Jahre als prägende, inspirierende und hochgeschätzte Wissenschaftlerin und Dozentin.

Ihre Fähigkeit, komplexe politische Zusammenhänge verständlich zu erklären, schätzten auch die Medien und luden sie als Expertin in Sendungen zu unterschiedlichsten Themen der Europapolitik ein.

Auszeichnung durch die Europäische Union

Eine besondere Auszeichnung erhielt Gisela Müller-Brandeck-Bocquet mit dem Jean-Monnet-Lehrstuhl, der ihrer Professur von 2017 bis 2020 verliehen wurde, eine Auszeichnung der Europäischen Union für Professorinnen und Professoren, die sich besonders in der Lehre, Forschung und der Reflexion über die Europäische Integration verdient gemacht haben.

In ihrer Forschung beschäftigte sich Gisela Müller-Brandeck-Bocquet mit internationalen Beziehungen, der deutschen und der französischen Europapolitik sowie mit Deutschlands Strategie in der europäischen Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Ihre Vielzahl an Publikationen hatten immer engen Aktualitätsbezug und zeigten ihr Bestreben, komplexe Hintergründe und große Zusammenhänge des europäischen und internationalen Politikgeschehens erklärlich zu machen.

Doch ihr Wirken ging weit über Forschung und Lehre hinaus. International war sie hervorragend in Frankreich und ganz Europa vernetzt, aber auch über Europa hinaus, etwa durch den lebendigen Austausch mit Russland (bis 2022) und mit Indien im Rahmen von DAAD-Programmen.

Zahlreiche Verdienste um die Universität

Besonders hervorzuheben ist Gisela Müller-Brandeck-Bocquets unermüdliches Engagement innerhalb der Universität Würzburg. Über 17 Jahre hinweg leitete und prägte sie die National-Model-United-Nations-Delegationen der Universität mit großer Leidenschaft.

Als Frauenbeauftragte setzte sie sich mit Nachdruck, Empathie und Überzeugung für die Förderung von Frauen in der Wissenschaft ein. In zahlreichen Gremien, Kommissionen und wiederholt als Vorständin des Instituts für Politikwissenschaft und Soziologie brachte sie ihre nationale und internationale Erfahrung und Weitsicht ein.

Über ihren aktiven Dienst hinaus bleibt sie als Mitglied des Kuratoriums der Europäischen Akademie Bayern und des wissenschaftlichen Direktoriums des Instituts für Europäische Politik in Berlin eine geschätzte Stimme.

Gisela Müller-Brandeck-Bocquet ist eine Politikwissenschaftlerin mit Weitblick – eine, die über europäische Grenzen hinweg denkt, eine, die Wissenschaft, Engagement und Verantwortung verbindet.

Von Präsidialbüro der Universität

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