piwik-script

Intern
  • Flagge der Universität Würzburg
  • Untersuchung mit einem Stethoskop
Betriebsarzt

Untersuchungen

Nach dem Gesetz zur Umsetzung der EG-Rahmenrichtilinie Arbeitsschutz und weiterer Arbeitschutzrichtlinien hat der Arbeitgeber nach Artikel 1, §3 folgende Grundplichten:

(1) Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes unter Berückschtigung der Umstände zu treffen, die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit beinflussen. Er hat die Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen und erforderlichenfalls sich ändernden Gegebenheiten anzupassen. Dabei hat er eine Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitschutz der Beschäftigten anzustreben.

(2) Zur Planung und Durchführung der Maßnahmen nach Absatz 1 hat er Arbeitgeber unter Berücksichtiung der Art der Tätigkeit und Zahl der Beschäftigten

  1. für eine geeignete Organisation zu sorgen und die erforderlichen Mittel bereitzustellen.
  2. Vorkehrungen zu treffen, dass die Maßnahmen erforderlichenfalls bei allen Tätigkeiten und eingebunden ind die Betrieblichen Führungsstrukturen beachtet werden und die Beschäftigen ihren Mitwirkungsplichten nachkommen können.

Entsprechend diesem Paragraphen 3 sind für den Bereich der Universität Würzburg somit die Institutsleiter/Leiterinnen und Klinikdirektoren/Direktorinnen für die arbeitsmedizinischen Erst- bzw. Nachuntersuchungen, Meldung von Mutterschutz und Durchführung der Röntgen- und Strahlenschutzverordnung verantwortlich.

Jedes Institut / jede Klinik ist zur Führung einer Kartei mit den Bescheinigungen der Arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen verplichtet. Die Beschäftigungsstelle ist insbesondere für die fristgerechte Wahrnehmung der Nachuntersuchungsstermine verantwortlich.

Die Betriebsärzte haben die Aufgabe, den Arbeitgeber beim Arbeitsschutz und bei der Unfallverhütung in allen Fragen des Gesundheitsschutzes zu unterstützen. Sie haben insbesondere

  1. den Arbeitgeber und die sonst für den Arbeitsschutz und die Unfallverhütung verantwortlichen Personen zu beraten, insbesondere bei
  • der Planung. Ausführung und Unterhaltung von Betriebsanlagen und von sozialen und sanitären Einrichtungen
  • der Beschaffung von technischen Arbeitsmitteln und der Einführung von Arbeitsverfahren und Arbeitsstoffen
  • der Auswahl und Erprobung von Körperschutzmitteln
  • arbeitsphysiologischem, arbeitspsychologischen und sonstigen ergonomischen sowie arbeitshygienischen Fragen, insbesondere des Arbeitsrhythmus, der Arbeitszeit und der Pausenregelung, der Gestaltung der Arbeitsplätze, des Arbeitsablaufs und der Arbeitsumgebung
  • der Organisation der „Ersten Hilfe“ im Betrieb
  • Fragen des Arbeitsplatzwechsels sowie der Eingliederung und Wiedereingliederung Behinderter in den Arbeitsprozeß
  1. die Arbeitnehmer zu untersuchen, arbeitsmedizinisch zu beurteilen und zu beraten.sowie die Untersuchungsergebnisse zu erfassen und auszuwerten.
    Dabei wird auf die inviduelle Gefährdung am Arbeitsplatz eingegangen und die entsprechenden Vorsorgeuntersuchungen vorgenommen.
    Um gesundheitliche Risiken frühzeitig erkennen zu können, werden die arbeitsmedizinischen Untersuchungen in regelmäßigen Abständen wiederholt. Diese Kontrollen sind auch für die Anerkennung von Berufskrankheiten von Bedeutung.

  2. Die Durchführung des Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung zu beobachten und im Zusammenhang damit
  • die Arbeitsstätten in regelmäßigen Abständen zu begehen und festgestellte Mängel dem Arbeitgeber oder der sonst für den Arbeitsschutz und die Unfallverhütung verantwortlichen Person mitzuteilen, Maßnahmen zur Beseitigung dieser Mängel vorzuschlagen und auf deren Durchführung hinzuwirken.
  • auf die Benutzung der Körperschutzmittel zu achten.
  • Ursachen von arbeitsbedingten Erkrankungen zu untersuchen, die Untersuchungsergebnisse zu erfassen und auszuwerten und dem Arbeitgeber Maßnahmen zur Verhütung dieser Erkrankungen vorzuschlagen.
  1. darauf hinzuwirken, dass sich alle im Betrieb Beschäftigten den Anforderungen des Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung entsprechend verhalten, insbesondere sie über die Unfall- und Gesundheitsgefahren, denen sie bei de Arbeit ausgesetzt sind, sowie über die Einrichtungen und Maßnahmen zur Abwendung dieser Gefahren zu belehren und bei de Einsatzplanung und Schulung der Helfer in "Erster Hilfe" und des medizinischen Hilfspersonals mitzuwirken.

    Die Betriebsärzte haben auf Wunsch des Arbeitnehmers diesem das Ergebnis arbeitsmedizinischer Untersuchungen mitzuteilen

    Zu den Aufgaben de Betriebsärzte gehört es nicht, Krankmeldungen der Arbeitnehmer auf ihre Berechtigung zu überprüfen.

Anwendungsbereich
Eignungsuntersuchung zur Feststellung, ob ein Bewerber für die künftige Tätigkeit aus arbeitsmedizinischer Sicht geeignet ist.

Personenkreis
Neueinstellungen vor Abschluss eines Arbeits- oder Ausbildungsvertrages.

Untersuchungen
Eigen- und Familienanamnese, gründliche körperliche Untersuchung (Herz, Kreislauf, Lunge, Muskulatur, Gelenke, Haut etc.).
Spezielle weitergehende Untersuchungen je nach Art der künftigen Tätigkeit.

Nachuntersuchungen
Nur in besonderen Fällen, wenn Auffälligkeiten festgestellt wurden, z. B. vor Ablauf der Probezeit.

Anwendungsbereich
Vorsorgeuntersuchungen, um eine Schädigung des Gehörs durch Lärm frühzeitig zu erkennen und eine ausreichende Funktionsfähigkeit des Sinnesorgans Ohr zu erhalten

Personenkreis
Personen die erhöhtem Lärm ausgesetzt sind, z.B. Mitarbeiter in Maschinen- und Turbinenhallen.

Untersuchungen
Eigen- und Familienanamnese, Besichtigung des Außenohres, - Hörtest in Luftleitung, - Beratung zum Gehörschutz

Nachuntersuchungen
erste Nachuntersuchung nach 12 Monaten, weitere Nachuntersuchungen alle

  • 3 Jahre, wenn der Beurteilungspegel LAr >= 90 dB
  • 5 Jahre, wenn 90 dB> LAr >= 85 dB

Anwendungsbereich
Gefährdung der Haut durch hautschädigende Stoffe, Arbeitsverfahren oder sonstige Einflüsse.

Personenkreis
Pflegekräfte, Zahntechniker, Reinigungskräfte, Metall-, Kunststoff-, Holz-, Bauarbeiter, Maler, Lackierer, Elektroniker, Gärtner, Köche, Küchenhilfen.

Untersuchungen
Eigen- und Familienanamnese, Untersuchung der Haut

Nachuntersuchungen
erste Nachuntersuchung innerhalb von 24 Monaten, weitere Nachuntersuchungen alle 5 Jahren.

Anwendungsbereich
Ausüben von Fahr-, Steuer- oder Überwachungstätigkeiten

Personenkreis
Mitarbeiter, die PKW, Motorrädern, Schlepper, LKW, Omnibusse, Schienenfahrzeuge, Flurförderzeugen, Regalbedienungsgeräten, Hebezeugen, Erdbaumaschinen oder ähnliche Maschinen führen.

Untersuchungen
Urinstatus, Sehtest und Hörtest

Nachuntersuchungen
Alter < 40 zwischen 3 und 5 Jahren
Alter 40 - 60 zwischen 2 und 3 Jahren
Alter > 60 zwischen 1 und 2 Jahren

Anwendungsbereich
Belastung durch Atemschutzgeräten

Personenkreis
Gruppe 1 (Gerätegewicht bis 3 kg): Befahren von Behältern mit Druckluft-Schlauchgeräten oder Frischluft-Druckschlauchgeräten, Tragen von Partikelfiltergeräten der Klasse P1 und P2 bei Auftreten von gesundheitsgefährlichen Stäuben.
Gruppe 2 (Gerätegewicht 3 bis 5 kg): Tragen von Gas- und Kombinationsfiltergeräten beim Auftreten giftiger Gase, Dämpfe oder Stäube, Tragen von Regenerationsgeräten unter 5 kg bei Kanalarbeiten.
Gruppe 3 (Gerätegewicht über 5 kg): Tragen von Behältergeräten mit Druckluft mit und ohne Schutzanzügen bei Feuerwehren, Tragen von Regenerationsgeräten von über 5 kg bei Feuerwehren.

Untersuchungen
Urinstatus, Spirometrie, Otoskopie und eventuell Röntgenaufnahme des Thorax, Sehtest, Hörtest, Ergometrie

Nachuntersuchungen
Mitarbeiter unter 50 Jahren alle 3 Jahren,
Mitarbeiter über 50 Jahren bei einem Gerätegewicht unter 5 kg alle 2 Jahren und einem Gerätegewicht von über 5 kg alle 12 Monate.

Anwendungsbereich
Arbeiten mit Hitzeexposition.

Personenkreis
Mitarbeiter in Heizungsanlagen, Fernwärme oder Tätigkeiten unter tropischen Bedingungen.

Untersuchungen
Urinstatus, Blutdruck, Puls und EKG in Ruhe und nach Belastung (Ergometrie), gegebenenfalls Röntgenaufnahme des Thorax

Nachuntersuchungen
Personen bis 50 Jahre alle 5 Jahre
Personen über 50 jahre alle 2 Jahre

Anwendungsbereich
Arbeiten in Druckluft mit einem Überdruck von mehr als 0,1 bar.

Personenkreis
Taucher, Druckluftarbeiter

Untersuchungen
Urinstatus, Blutentnahme, Blutdruck und Puls in Ruhe und nach Belastung, Ergometrie, Spirometrie, Otoskopie, Röntgenaufnahme des Thorax

Nachuntersuchungen
alle 12 Monate

Anwendungsbereich
Besondere klimatische und gesundheitliche Belastungen sind bei einem Aufenthalt in den Gebieten zwischen 30° nördlicher und 30° südlicher Breite aber auch in Korea, Libanon, Mongolei, Syrien, Türkei, Tunesien und Uruguay anzunehmen.

Untersuchungen
Urinstatus, Blutentnahme, Ruhe-EKG Bei Arbeitsaufenthalten von insgesamt mehr als 3 Monaten pro Jahr, muss vor der Abreise eine Erstuntersuchung durchgeführt werden.

Nachuntersuchungen
nach 2 bis 3 Jahren. Dauert der Auslandsaufenthalt länger als 1 Jahr, so muss nach der Rückkehr innerhalb von 8 Wochen die Nachuntersuchung erfolgen.

Anwendungsbereich
Tätigkeiten an Bildschirmarbeitsplätzen

Personenkreis
Beschäftigte an einem Bildschirmarbeitsplatz ist jeder, der gewöhnlich bei einem nicht unwesentlichen Teil seiner normalen Arbeit ein Bildschirmgerät benutzt.

Untersuchungen
Allgemeine- und Arbeitsplatzanamnese, Sehtest.

Nachuntersuchungen
alle 3 Jahre