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Von Vulkanen und norddeutschem Flachland - Geographie in Würzburg

28.01.2026

Du willst wissen, wie sich die Erde verändert und welche Rolle der Mensch dabei spielt? Dann ist ein Studium der Geographie an der Uni Würzburg genau das Richtige für dich! Finn berichtet, was dich erwartet.

Aktuell befindet sich Finn im dritten Semester, hat aber die ersten Hürden des Studiums schon hinter sich.
Aktuell befindet sich Finn im dritten Semester, hat aber die ersten Hürden des Studiums schon hinter sich. (Bild: Martin Brandstätter)

Hi, ich bin Finn und mich haben die Landschaften und Prozesse auf unserer Erde schon immer fasziniert. Im Urlaub habe ich mich zum Beispiel gefragt: Warum steht genau hier ein Vulkan? Warum ist Norddeutschland eigentlich „Flachland“? Ich wollte darüber einfach etwas mehr wissen als das, was jedem bekannt war, und die natürlichen wie auch vom Menschen hervorgerufenen Prozesse, die unsere Erde formen und ständig verändern, besser verstehen. Verstärkt wurde dieses Interesse durch den Geographieunterricht in der Schulzeit mit zahlreichen Exkursionen, was mich letzten Endes in Richtung Geographie-Studium lenkte.

Derzeit bin ich am Ende des dritten Semesters, also noch mittendrin, und darf in den kommenden Semesterferien mein erstes berufsbezogenes Praktikum absolvieren. Von meinen bisherigen Erfahrungen im Studium, Herausforderungen und Überraschungen sowie dem, was noch auf mich zukommt, möchte ich hier gerne etwas teilen.

Der Start ins Geographie-Studium

Nach dem Abitur wollte ich in der Nähe meiner Heimat studieren, weshalb die Wahl ziemlich schnell auf Würzburg fiel. Als ich mich damals genauer über das Geographie-Studium in Würzburg informiert habe, fand ich sehr ansprechend, dass man viele Spezialisierungsmöglichkeiten innerhalb des breiten Themen-Feldes hat. Außerdem finde ich den Campus am Hubland, wo die Veranstaltungen der Geographie stattfinden, aufgrund der Nähe zur Zentralbibliothek und Mensa sowie der entspannten Atmosphäre sehr praktisch.

Die ersten zwei bis drei Semester des Studiums bestehen überwiegend aus Einführungsvorlesungen aus dem Pflichtbereich über die verschiedenen Teildisziplinen der Geographie, beispielsweise exogene und endogene Dynamik, Klimatologie und Siedlungsgeographie. Dazu kommen Methodenfächer wie Statistik, eine Einführung in das Arbeiten mit Geographischen Informationssystemen und eine Einführung in die geographische Fernerkundung. Insgesamt eignet man sich in dieser Zeit sehr viel theoretisches Wissen an, das als Grundlage für den weiteren Studienverlauf dient.

Die ersten zwei Semester kannst du dir allgemein als Findungsphase vorstellen, da du hier in den Einführungsveranstaltungen herausfinden solltest, ob es dich in Richtung Physische Geographie (= natürliche Umwelt) oder Humangeographie (= vom Menschen gestaltete Umwelt) spezialisieren möchtest. Ich habe mich für die physische Geographie entschieden, da mich der naturwissenschaftliche Bereich etwas mehr gereizt hat und die Inhalte der Einführungsvorlesungen noch mehr Interesse geweckt haben.

Herausforderungen und Überraschungen im Studium

Gerade in der Anfangszeit des Studiums solltest du dich darauf einstellen, inhaltlich umfangreiche Klausuren zu schreiben, die mit einem größeren Lernaufwand verbunden sind. Das kann in manchen Momenten alles etwas trocken wirken und erfordert dementsprechend Lernausdauer und Durchhaltevermögen. Für mich waren die Massen an Stoff in manchen Vorlesungen am Anfang sehr überwältigend, vor allem im Vergleich zur Schule. Dementsprechend hat es seine Zeit gebraucht, bis ich mich daran gewöhnt hatte und herausgefunden habe, wie ich am besten damit umgehe.

Zudem hätte ich vor dem Studium nicht damit gerechnet, dass ich mich erst kurz nach meinem Mathe-Abitur mit Begriffen wie „Signifikanzniveau“ oder „Korrelationskoeffizient“ im Rahmen der beiden Statistik-Vorlesungen auseinandersetzen muss. Wöchentliche Übungsaufgaben sorgen zwar einerseits dafür, dass du dich mit den Inhalten der Vorlesung auseinandersetzt, sie können dir aber auch den ein oder anderen Nerv rauben und für Überforderung sorgen. Trotzdem solltest du keine Panik vor Statistik haben, sondern dieser Herausforderung mit Respekt begegnen und dir selbst Zeit geben, um die Inhalte zu verstehen.

Wie es nach drei Semestern weiter geht

Nach dem Pflichtbereich in den ersten zwei und teilweise auch noch im dritten Semester folgt dann der Wahlpflichtbereich. Hier wähle ich dann in meinem Fall verschiedenste Veranstaltungen aus dem Bereich der physischen Geographie. Das gefällt mir sehr gut, da ich einen, meinen persönlichen Interessen entsprechenden, bunten Mix aus Vorlesungen, Seminaren, Laborkursen und Geländeveranstaltungen zusammenstellen kann. Bereits dieses Semester durfte ich das erste Mal einen Laborkurs besuchen, was definitiv mein bisheriges Highlight des Studiums war. Hier haben wir gelernt, wie wir Geomaterialien auf verschiedenste Weisen untersuchen und anschließend auch analysieren können.

Des Weiteren geht es bald auf Exkursion und mein erstes berufsbezogenes Praktikum steht demnächst an. Absolvieren werde ich dieses bei einem Planungsbüro, das sich unter anderem mit erneuerbaren Energien und Umweltplanung beschäftigt. Das ist allerdings nur eine von vielen Richtungen, in die es gehen kann.

Was die Würzburger Geographie so besonders macht

Ich finde es immer besonders, wenn ich das, was ich im Vorlesungssaal gelernt habe, in der Natur sehen kann. Das muss nicht mal zwingend bei Exkursionen geschehen, sondern fängt schon im Alltag an. Für mich gab es seit dem Beginn meines Studiums zahlreiche erkenntnisreiche Momente, in denen ich im Alltag Dinge sah und durch mein Wissen aus den Vorlesungen einordnen und mir erklären konnte.

Genau darin liegt auch die Besonderheit der Geographie für mich. Viele Inhalte stehen nicht nur auf dem Papier, sondern du kannst sie sehen oder sogar greifen. Sinnbildlich steht hier für mich das Mineralogische Museum im Geo-Gebäude. Hier kann man sich Gesteine und Minerale aus aller Welt, die zuvor in der Vorlesung thematisiert wurden, anschauen.

Fazit: Die richtige Wahl getroffen

Mein bisheriger Weg im Geographie-Studium hat mir vor allem eines gezeigt: Viele der Fragen, die mich schon vor Studienbeginn beschäftigt haben, lassen sich nicht nur mit einfachen Antworten erklären. Stattdessen lernt man, Zusammenhänge zu verstehen und interdisziplinär zu denken. Zum Beispiel: Wie hängen die Geofaktoren Klima, Boden, Vegetation und Geologie in einem Raum zusammen? Wie beeinflusst der Mensch diese Faktoren und wie wird er selbst von diesen beeinflusst?

Auch wenn der Einstieg in das Studium durchaus herausfordernd sein kann, lohnt es sich, sich darauf einzulassen. Wer interessiert an der Erde und den vielfältigen Prozessen auf ihr ist, diese verstehen will und auch bereit ist, sich mit komplexeren Themen auseinanderzusetzen, trifft mit einem Geographie-Studium an der Uni Würzburg die richtige Wahl.

Von Finn Köhler

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