Intern
  • Vier Studierende auf dem Weg in den Hörsaal.
  • Studierende im Hörsaal bei einer Vorlesung.

Von Würzburg in die Welt

30.04.2023

Alumnus Dr. Matthias Kullas hat an der Universität Würzburg Volkswirtschaft studiert und in diesem Bereich auch promoviert. Heute ist es sein Job, europäische Richtlinien und Verordnungen zu verbessern.

Matthias Kullas trägt mit seiner Arbeit zu einer funktionierenden EU bei.
Matthias Kullas trägt mit seiner Arbeit zu einer funktionierenden EU bei. (Bild: Centrum für Europäische Politik)

Was arbeiten Absolventinnen und Absolventen der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU)? Um Studierenden verschiedene Perspektiven vorzustellen, hat Michaela Thiel, Geschäftsführerin des zentralen Alumni-Netzwerks, ausgewählte Ehemalige befragt. Diesmal ist Dr. Matthias Kullas an der Reihe.

Kullas hat an der JMU Volkswirtschaft studiert und dort auch promoviert. Er arbeitet als Leiter des Fachbereichs Binnenmarkt und Wettbewerb beim Centrum für Europäische Politik in Freiburg.

Herr Kullas, wie würden Sie einem Laien Ihren Job beschreiben? Das Ziel meines Jobs ist es, europäische Gesetze – also Richtlinien und Verordnungen – besser zu machen. Hierzu entwickle ich Ideen für europäische Antworten auf drängende wirtschaftliche und soziale Herausforderungen. Aktuell beschäftige ich mich mit der Regulierung künstlicher Intelligenz und der Regulierung großer Online-Plattformen.

Was lieben Sie besonders an Ihrer Arbeit? Die Themen, an denen ich arbeite, sind immer brandaktuell und sehr spannend. Ich habe durch meine Arbeit nicht nur die Möglichkeit, mich tiefer mit diesen Themen zu beschäftigen als viele andere Menschen. Ich kann auch zu einer funktionierenden EU beitragen. Und nicht zuletzt haben wir hier am Centrum für Europäische Politik ein megagutes Team.

Was ist die größte Herausforderung? Die größte Herausforderung besteht darin, sehr genau zu arbeiten. Gerade wenn es darum geht, Verordnungs- oder Richtlinienvorschläge zu analysieren, muss ich sehr genau lesen und jedes Detail eines nicht selten 100-seitigen Vorschlags verstehen. So macht es manchmal einen großen Unterschied, ob eine Aufzählung mit einem „und“ oder mit einem „oder“ abschließt.

Was ist neben der Mobilität, der Möglichkeit, in jedem europäischen Land zu arbeiten und dem freien Warenverkehr aus Ihrer Sicht das Beste an der EU? Die EU ist ein sehr erfolgreiches Friedensprojekt. Durch die EU wurden Strukturen geschaffen, damit europäische Länder ihre Konflikte ohne Gewalt lösen können, etwa im Europäischen Parlament oder im Europäischen Rat. Zudem verbindet die EU die Menschen Europas, etwa durch das Erasmus-Programm. Das ist für alle Menschen sehr bereichernd.

Wenn Sie vorhersagen sollten, wo die Europäische Politik in zehn Jahren steht – was hat sich verändert? Die Welt steht gegenwärtig vor drei großen Herausforderungen. Dies ist erstens der Klimawandel, zweitens der Konflikt zwischen den USA und China und drittens der Umgang mit Migration. Kein europäischer Staat allein kann beeinflussen, wie die Welt mit diesen Herausforderungen umgeht. Alle europäischen Staaten gemeinsam können es jedoch. Ich erwarte daher, dass die EU-Mitgliedstaaten noch enger zusammenrücken werden. Die EU wird sich für die Mitgliedstaaten zu einem Schutzraum hin entwickeln.

Was ist Ihre schönste Würzburg-Erinnerung? Mit Kommilitonen bei Sonnenschein im Biergarten „Alter Kranen“ sitzen. Das ist unschlagbar.

Vielen Dank für das Gespräch.

Sie sind selbst noch nicht Mitglied im Alumni-Netzwerk der Universität? Dann sind Sie herzlich eingeladen, sich über www.alumni.uni-wuerzburg.de zu registrieren! Hier finden Sie auch die bislang veröffentlichten Interviews mit Alumni und Alumnae der JMU.

Von Michaela Thiel / Gunnar Bartsch

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