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    Von Würzburg in die Welt

    31.01.2022

    Katharina Krimmer hat an der Uni Würzburg Germanistik studiert. Nach Stationen als Redakteurin bei privaten Fernsehsendern ist sie heute Head of Moving Pictures bei Flyeralarm und Lehrbeauftragte an der FHWS.

    Man kann nicht in allem top sein, aber man sollte aus allen Stationen und jedem Fehler etwas mitnehmen, findet Katharina Krimmer.
    Man kann nicht in allem top sein, aber man sollte aus allen Stationen und jedem Fehler etwas mitnehmen, findet Katharina Krimmer. (Bild: privat)

    Was arbeiten Absolventinnen und Absolventen der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU)? Um Studierenden verschiedene Perspektiven vorzustellen, hat Michaela Thiel, Geschäftsführerin des zentralen Alumni-Netzwerks, ausgewählte Ehemalige befragt. Diesmal ist Katharina Krimmer an der Reihe.

    Die Alumna der JMU ist nach ihrem Magisterstudium der Germanistik zunächst zum Privatfernsehen gegangen. Dort war sie unter anderem verantwortliche Realisatorin für die Sendungen „Hundeprofi“ und „VIP Hundeprofi“ auf VOX. Auf Pro7 war sie Mitglied des Galileo-Teams. Inzwischen arbeitet sie bei Flyeralarm im Bereich „Bewegtbild“ und unterrichtet Studierende an der FHWS.

    Frau Krimmer, wie würden Sie einem Laien Ihren Job beschreiben? Ich bin Kommunikationsberaterin auf digitaler Ebene. Ich berate Kunden und unterrichte Studierende zum Thema Content mit den Schwerpunkten Bewegtbild-Content und E-Commerce. Wir haben durch die fortschreitende Digitalisierung und den wachsenden E-Commerce das Problem, dass die Märkte nicht nur in Bezug auf die Produkte übersättigt sind und ein Unterscheiden hier schwierig wird, sondern auch in Bezug auf Werbung sind die Märkte und Plattformen einfach übervoll.

    Welche Folgen hat diese Übersättigung? Sie führt dazu, dass man mit rationalen Argumenten nicht mehr weit kommt, denn alle Produkte und Firmen sind gleich gut und sehen ähnlich aus. Und hier komme ich ins Spiel und entwickle mit meinen Kunden Kommunikationsstrategien, damit sie erfolgreich ihre Zielgruppe erreichen oder gebe Studierenden einen tieferen Einblick, wie man erfolgreichen Content erstellt, der auch wahrgenommen wird.

    Wie können wir uns Ihren Berufsalltag vorstellen? Ein Großteil besteht aus Zuhören und Verstehen. Danach dann viel kreativ Sein und zum Schluss Erklären. An den Tagen, an denen ich unterrichte, besteht die Zeit daraus, meine Begeisterung für das Thema weiterzugeben. Ich denke, man spürt, dass ich für diesen Bereich brenne. Zudem bin ich Mama von zwei kleinen Kindern, es gehört also auch ganz viel Jonglieren von Terminen dazu.

    Was lieben Sie besonders an Ihrem Beruf? Videos, audio-visuelle Medien, Bewegtbild, wie man es auch nennen mag, es ist einfach das Thema, das mich am meisten fasziniert. Da kann man mich nachts um drei Uhr wecken und ich diskutiere mit Freuden darüber. Ich bin der festen Überzeugung, dass hier ein großer Teil der digitalen Zukunft liegt, und diese möchte ich mitgestalten. Meine Begeisterung weitergeben zu dürfen, macht mich sehr glücklich und das liebe ich an meinem Beruf.

    Was würden Sie Studierenden raten, die einen ähnlichen Berufsweg einschlagen möchten? Mein Berufsweg war alles andere als gerade. Ich komme aus der Germanistik, habe anfangs viele Praktika gemacht, danach war ich im Bereich Fernsehen lange Zeit unterwegs, bis ich dann bei Werbe- und Imagefilmen gelandet bin. Was ich immer wichtig fand, war Netzwerken, gegenseitige Unterstützung. Mit angespitzten Ellbogen kommt man vermeintlich schneller voran, aber es wird dich beruflich und persönlich nie weiterbringen. Ich habe ein tolles Netzwerk, wir unterstützten uns gegenseitig, sind informativ und kreativ füreinander da. Und wenn man für dieses Thema brennt, dann ist das eine große Stärke, die man nutzen kann, indem man sich auch privat damit beschäftigt, sich ausprobiert und weiterbildet. Kaum ein Weg ist gerade. Ich habe aus allen Stationen und jedem Fehler etwas mitgenommen. Es gab Bereiche, in denen war ich schlecht. Dann hat mich das entweder motiviert, besser zu werden oder eben einen anderen Weg einzuschlagen. Man kann nicht in allem top sein und man darf sich selbst die Zeit geben, das herauszufinden.

    Was ist Ihre liebste Studienerinnerung? Ich fand die Atmosphäre in der Bibliothek immer einzigartig, ein schweigender Zusammenhalt, gemeinsamer Leidensweg vor Prüfungen und dann das kollektive Wandern zur Mensa. Das waren mit die einzigen Momente, in denen ich mich tatsächlich als Studentin gefühlt habe.

    Vielen Dank für das Gespräch.

    Sie sind selbst noch nicht Mitglied im Netzwerk der Universität? Dann sind Sie herzlich eingeladen, sich über www.alumni.uni-wuerzburg.de zu registrieren! Hier finden Sie auch die bislang veröffentlichten Porträts von Alumni und Alumnae der JMU.

    Von Michaela Thiel / Gunnar Bartsch

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