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  • Drei Studierende tragen T-Shirts mit einem Aufdruck der Universität Würzburg.
  • Blick in die Zimmerpflanzen-Ausstellung im Botanischen Garten der Universität Würzburg.

Starke Unterstützung für angewandte Bor-Forschung

04.10.2022

Das Würzburger Institut für nachhaltige Chemie & Katalyse mit Bor erhält 800.000 Euro – dank einer Forschungsförderungsinitiative der Regierungskoalition des Freistaats Bayern.

Darstellung der Bor-vermittelten Umwandlung von Distickstoff aus der Luft in Ammoniak, das in Düngemitteln verwendet wird.
Darstellung der Bor-vermittelten Umwandlung von Distickstoff aus der Luft in Ammoniak, das in Düngemitteln verwendet wird. (Bild: Dr. Rian Dewhurst / Universität Würzburg)

Die aktuelle Energiekrise hat weitreichende Auswirkungen auf Deutschland. Sie weckt auch ein neues Interesse an den Fundamenten unserer Gesellschaft, insbesondere an den Bausteinen unserer Energieversorgung.

Ammoniak ist ein bedeutender Bestandteil von Kunstdünger, der für die Ernährung der Weltbevölkerung wichtig ist. Seine Herstellung nach dem Haber-Bosch-Verfahren ist jedoch sehr energieintensiv: Sie verbraucht etwa zwei Prozent der weltweit produzierten Energie und fast fünf Prozent des Erdgases.

Vor diesem Hintergrund kommt eine neue Forschungsförderungsinitiative der Regierungskoalition des Freistaats Bayern nun dem Institut für nachhaltige Chemie & Katalyse mit Bor (ICB) der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg zugute: Das ICB erhält 800.000 Euro für die Entwicklung umweltfreundlicher, auf dem Element Bor basierende Verfahren zur Düngemittelherstellung.

Ein Institut für angewandte Bor-Forschung

Das ICB ist als der weltweit führende Standort für die Chemie des Elements Bor etabliert. Seine Forschenden haben in nur wenigen Jahren ein Forschungsnetzwerk mit über 140 Kooperationspartnern in 28 Ländern aufgebaut. In der Energieforschung unterhalten sie Industriekooperationen mit kleinen und mittleren Unternehmen sowie mit multinationalen Großkonzernen.

Energiesparende und abfallarme Synthese von Ammoniak

Das Forschungsgebäude, in dem das Institut untergebracht ist, wurde zwar erst Anfang 2022 eingeweiht. Doch die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die darin arbeiten, erzielen schon seit einigen Jahren immer wieder bemerkenswerte Ergebnisse.

In einer verblüffenden Reihe von Entdeckungen, die das junge Institut seit 2018 gemacht hat, wurde festgestellt, dass borhaltige Moleküle Stickstoff aus der Luft binden und in Ammoniak umwandeln können, und zwar bei Raumtemperatur und ganz ohne den Einsatz von ökologisch problematischen Metallen.

Obwohl noch viel Arbeit zu leisten ist, bevor ein praxisreifes Verfahren erreicht ist, deutet die Entdeckung auf die Möglichkeit hin, den Energiebedarf für die Herstellung von Ammoniak drastisch zu senken und unerwünschte Abfallprodukte des derzeitigen industriellen Prozesses zu eliminieren.

Finanzierung von Spitzenforschung und Ausbildung

Die vom Freistaat Bayern bewilligten Forschungsmittel werden für die Ausbildung von Promovierenden und für die Weiterentwicklung borvermittelter Reaktionen hin zu praxisreifen, energiesparenden Industrieprozessen verwendet.

Die geförderten Doktorandinnen und Doktoranden verfügen nach ihrer Promotion über fundierte Erfahrungen in neuesten chemischen Syntheseverfahren wie auch in der Nachhaltigkeits- und Energieforschung. Damit sind sie in der Lage, die Zukunft der deutschen und europäischen Industrie mitzugestalten.

Kontakt

Prof. Dr. Holger Braunschweig, Institut für nachhaltige Chemie & Katalyse mit Bor, Institut für Anorganische Chemie, Fakultät für Chemie & Pharmazie, JMU, T +49 931 31-85260, h.braunschweig@uni-wuerzburg.de

Webseite des Teams von Holger Braunschweig: http://www.braunschweiggroup.de/

Von Dr. Rian Dewhurst

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