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DGHM-Hauptpreis für Cynthia Sharma

26.09.2023

Die Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) hat die Infektionsbiologin Cynthia Sharma mit ihrem diesjährigen Hauptpreis ausgezeichnet. Sharma lehrt und forscht an der Uni Würzburg.

Die diesjährige DGHM-Hauptpreisträgerin Cynthia Sharma bei der Preisverleihung mit DGHM-Präsident Prof. Jan Buer (r) und Prof. Klaus Pfeffer, dem Vorsitzenden der DGHM-Stiftung.
Die diesjährige DGHM-Hauptpreisträgerin Cynthia Sharma bei der Preisverleihung mit DGHM-Präsident Prof. Jan Buer (r) und Prof. Klaus Pfeffer, dem Vorsitzenden der DGHM-Stiftung. (Bild: Conventus/K.Aldenhoff)

Der Hauptpreis der DGHM ehrt jährlich aktive Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit exzellenter und langjähriger Forschungstätigkeit auf dem Gebiet der Hygiene und Mikrobiologie. In diesem Jahr geht die begehrte Auszeichnung an Cynthia Sharma, seit 2017 Inhaberin des Lehrstuhls für Molekulare Infektionsbiologie II am Institut für Molekulare Infektionsbiologie (IMIB) der Julius-Maximilians-Universität (JMU). Seit 2018 ist sie zudem Sprecherin des Zentrums für Infektionsforschung (ZINF) der Universität Würzburg. Der DGHM-Hauptpreis ist 2023 mit 7.000 Euro dotiert und wurde im Rahmen der 75. Jahrestagung der DGHM am 18. September in Lübeck überreicht.

Forschung trägt zum besseren Verständnis bakterieller Krankheitserreger bei

An der JMU erforscht Sharma, wie krankheitserregende Bakterien sich an wechselnde Umweltbedingungen anpassen, sich gegen das menschliche Immunsystem schützen und wie sie dazu gezielt ihre Gene aktivieren oder deaktivieren. Hierbei forscht sie insbesondere an den zugrundeliegenden Mechanismen der RNA-basierten Genregulation durch sogenannte kleine, regulatorische RNA-Moleküle und assoziierte Proteinfaktoren. Zudem entwickelt und verwendet ihre Arbeitsgruppe Methoden der Hochdurchsatzsequenzierung, mit denen sich herausfinden lässt, welche Teile der DNA in Bakterienzellen aktiv sind und wie diese in Proteine umgewandelt werden können sowie welche RNA-Moleküle mit Proteinen in der Zelle interagieren. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Forschung liegt auf der Untersuchung der Biologie und Funktion von bakteriellen RNA-basierten CRISPR-Cas Immunsystemen.

„Diese Arbeit findet weitreichende Anerkennung“, heißt es in der Laudatio. „Professorin Sharmas Forschungen werden regelmäßig in renommierten Fachzeitschriften veröffentlicht.“ Kennzeichnend sei zudem ihre hohe Interdisziplinarität: „Cynthia Sharmas wissenschaftlicher Hintergrund reicht weit über den Bereich der Mikrobiologie hinaus und umfasst auch RNA-Biologie, Infektionsbiologie, Molekularbiologie, Biochemie und Bioinformatik.“

Sharma engagiert sich zusätzlich zu ihrer Forschungstätigkeit beispielsweise seit 2010 als Mitglied in der DGHM und war dort von 2015 bis 2021 Vorstandsmitglied in der Fachgruppe „Gastrointestinale Infektionen“. Zudem organisiert sie zusammen mit Professor Oliver Kurzai, dem Tagungspräsidenten der DGHM, als Tagungspräsidentin der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM) die 7. gemeinsame DGHM/VAMM Jahrestagung in Würzburg in 2024.

Über das Institut für Molekulare Infektionsbiologie

Das Institut für Molekulare Infektionsbiologie (IMIB) ist ein interdisziplinäres Forschungsinstitut der Medizinischen Fakultät an der Universität Würzburg mit Anbindung an die Fakultät für Biologie. Es befasst sich mit den molekularen Grundlagen von Infektionen, die durch Bakterien oder deren Phagen, Parasiten und Pilze hervorgerufen werden. Ein zentrales Thema ist die RNA-Biologie, insbesondere die Funktion von nichtkodierenden RNA-Molekülen in Wirt-Pathogen-Interaktionen.

Kurzvita der Preisträgerin

Cynthia Sharma studierte von 1998 bis 2004 Biologie an der Universität Düsseldorf mit den Schwerpunkten Biophysik, Bioinformatik und Informatik. 2009 promovierte sie im Bereich RNA-Biologie am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin und an der Universität Bielefeld. Nach einer kurzen Zeit als Postdoktorandin am MPI in Berlin sowie dem National Institutes of Health in Bethesda, Maryland, wurde sie 2010 als Nachwuchsgruppenleiterin an das Zentrum für Infektionsforschung (ZINF) in Würzburg berufen. Seit 2017 leitet sie den neu eingerichteten Lehrstuhl für Molekulare Infektionsbiologie II an der JMU Würzburg und ist seit 2018 Sprecherin des ZINF.

Sharma wurde bereits mehrfach für ihre Forschungsarbeiten ausgezeichnet, unter anderem mit dem Pettenkofer-Preis 2022, dem Heinz-Maier-Leibnitz-Preis der DFG in 2015, dem Robert-Koch-Postdoktorandenpreis in 2011 sowie dem Förderpreis der DGHM in 2013. 2022 erhielt sie einen renommierten ERC-Consolidator-Grant zur Erforschung von RNA-Bindeproteinen in Bakterien.

Kontakt

Prof. Dr. Cynthia Sharma, Lehrstuhl für Molekulare Infektionsbiologie II, Tel. +49-931/31-82560, cynthia.sharma@uni-wuerzburg.de, Webseite von Cynthia Sharma

 

Von Sebastian Hofmann

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