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    Preise vom Universitätsbund

    15.11.2019

    Bei einem Festkonzert in der Neubaukirche hat der Universitätsbund, die Gesellschaft der Freunde und Förderer der JMU, sechs Preise vergeben. Der Gesamtwert der Auszeichnungen: 98.000 Euro.

    Die Unibund-Preisträgerinnen und Preisträger 2019 (v.l.): Christine Ott, Manfred Lutz, Thomas Wurmb, Hans Stark, Vasilij Baumann, Florian Glemser und Franziska Glemser.
    Die Unibund-Preisträgerinnen und Preisträger 2019 (v.l.): Christine Ott, Manfred Lutz, Thomas Wurmb, Hans Stark, Vasilij Baumann, Florian Glemser und Franziska Glemser. (Bild: HMB Media / Heiko Becker)

    Die Wissenschaften an der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg fördern: Das ist das erklärte Ziel des Universitätsbundes Würzburg. Seit 1921 unterstützt er ausgewählte Projekte an der JMU und zeichnet herausragende Forscherinnen und Forscher aus.

    Bei seinem öffentlichen Festkonzert am 14. November 2019 in der Neubaukirche vergab der Unibund erneut mehrere Preise. Vorsitzender David Brandstätter und Universitätspräsident Alfred Forchel überreichten die Auszeichnungen, die ein Gesamtfördervolumen von 98.000 Euro umfassen.

    „Damit erhält die Universität einen großen Schub für die Förderung exzellenter Forschung und überragender Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler“, so Brandstätter.

    Das Akademische Orchester der JMU unter Leitung von Markus Popp eröffnete den Konzertabend mit Gioachino Rossinis Ouverture „Die diebische Elster“. Auch das Preisträgerehepaar Franziska und Florian Glemser trug zum Musikprogramm bei – mit Stücken aus „Souvenirs de la Russie“ von Johannes Brahms und dem Konzert für Klavier und Orchester in d-Moll von Johann Sebastian Bach. Die Glemsers erhielten den mit 5.000 Euro dotierten Musikpreis der Keck-Köppe-Stiftung.

    Förderpreis der mainfränkischen Wirtschaft

    Der Universitätsförderpreis der mainfränkischen Wirtschaft in Höhe von 35.000 Euro wird an das Projekt InstruNEXT von Vasilij Baumann vergeben, Gruppenleiter am Lehrstuhl für Technische Physik.

    Es dient der Konfiguration eines Rechenclusters für maschinelles Lernen zur Prozesssteuerung von Molekularstrahl-Epitaxie-Anlagen (MBE). In solchen Anlagen werden hauchfeine Schichten oder Schichtfolgen von Materialien erzeugt, die unter anderem für die Halbleitertechnologie interessant sind. An der JMU ist ständig eine ganze Reihe von MBE-Anlagen in Betrieb, und sie produzieren laufend eine Vielzahl von Daten.

    Die maschinenkontrollierte Steuerung dieser Anlagen stellt eine große Herausforderung an Optimierungsalgorithmen dar. Doch neue Methoden der Künstlichen Intelligenz und des maschinellen Lernens, wie Baumann sie einsetzen will, eröffnen hier neue Möglichkeiten. Dabei können die Ergebnisse auch für andere komplexe Maschinen und Verfahren als Referenzen herangezogen werden, etwa in den Bereichen Elektronik, Kunststoffverarbeitung oder Medizintechnik.

    Förderpreis der Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp

    Der mit 25.000 Euro dotierte Forschungsförderpreis der Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp geht an ein Forschungsvorhaben von Professor Manfred Lutz. Dessen Team untersucht am Institut für Virologie und Immunbiologie molekulare Ursachen von Alzheimer und Parkinson.

    Bei beiden Erkrankungen spielen unerwünschte immunologische Prozesse eine Rolle. Das Eingreifen in diese Vorgänge könnte helfen, die Krankheiten künftig zu therapieren. In diesem Zusammenhang erforscht das Team von Lutz ein vielversprechendes immunhemmendes Molekül.

    Kinder retten Leben: Wiederbelebungstrainings in Schulen

    Für das Projekt „Kinder retten Leben“ gibt der Unibund 25.000 Euro. Unter Leitung des Notfallmediziners Professor Thomas Wurmb vom Uniklinikum Würzburg bieten in diesem Projekt Fachleute aus der Medizin in Würzburger Schulklassen Wiederbelebungstrainings an. Die Kinder lernen unter anderem, wie man die Anzeichen eines Herz-Kreislauf-Stillstandes erkennt, im Notfall richtig handelt und eine wirksame Herzdruckmassage durchführt.

    Warum diese Initiative? In Deutschland liegt die Ersthelferquote für Wiederbelebungen unter 20 Prozent. In Dänemark sieht das anders aus. Dort hat laut Wurmb ein vergleichbares Projekt einen positiven Langzeiteffekt bewirkt: Die Ersthelferquote stieg von 20 auf 50 Prozent.

    Röntgenpreis für Germanistin

    Den mit 5.000 Euro dotierten Röntgenpreis vergeben der Universitätsbund und die JMU jährlich an herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen oder Nachwuchswissenschaftler der Universität. Für 2019 geht er an Dr. Christine Ott vom Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur.

    Wie Lehrstuhlinhaber Professor Dieter Wrobel in der Laudatio sagte, zeige Dr. Ott ein für ihr Fach umfassendes und breit aufgestelltes Profil, das durch Publikations- und Vortragstätigkeiten belegt sei.

    In ihrer Dissertation befasste sich Christine Ott mit sprachlich vermittelten Geschlechterkonzepten am Beispiel von Deutsch- und Mathematikbüchern für den Schulunterricht. Für die Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Georg-Eckert-Forschungspreis 2018, einer renommierten internationalen Auszeichnung des Leibniz-Instituts „Georg Eckert Institut für internationale Schulbuchforschung“.

    Nach der Promotion habe sich die Röntgen-Preisträgerin unter anderem mit der Bildungsmedienforschung und dem Thema Diversität in Sprache und Literatur befasst. Weitere Schwerpunkte ihrer Arbeit sind linguistische und didaktische Sprachkritikforschung, sprachbasierte Kulturanalysen, Diskurs- und Genderlinguistik, außerschulisches Lernen im Fach Deutsch, Literaturvermittlung in außerschulischen Bildungseinrichtungen oder Bildungsarbeit an Bibliotheken.

    „Für eine Wissenschaftlerin in der Habilitationsphase ist eine solche Spreizung, die alle germanistischen Teilfächer umfasst und durch vermittlungswissenschaftliche bzw. fachdidaktische Konzepte rahmt, keinesfalls selbstverständlich“, so Wrobel. Dr. Ott hebe sich in herausragender Weise ab und lasse ein Profil sichtbar werden, das auf die Integration wissenschaftlicher Fragestellungen der Germanistik ausgerichtet ist. „Die Julius-Maximilians-Universität kann in jeder Hinsicht stolz darauf sein, eine derart engagierte, befähigte und viel versprechende junge Wissenschaftlerin in ihren Reihen zu haben“, so Wrobel.

    Nachhaltigkeitspreis für den Forst

    Den mit 3.000 Euro dotierten „Albrecht Fürst zu Castell-Castell-Preis für nachhaltiges Handeln“ nahm Hans Stark entgegen, Leiter des Universitätsforstamtes Sailershausen. Was viele nicht wissen: Die JMU besitzt rund 2300 Hektar Wald. Das geht auf Universitätsgründer Fürstbischof Julius Echter zurück, der seine Hochschule 1582 auch mit Ländereien ausstattete.

    Der Preis des Unibundes würdigt Starks Konzept der nachhaltigen Waldbewirtschaftung in Verbindung mit Forschungsprojekten zur Biodiversität. Das neu strukturierte Inventurverfahren im Universitätswald zum Beispiel ermöglicht eine genaue Vermessung des Holzvorrats und dadurch eine langfristig naturschützende Bewirtschaftung.

    Zudem wirkt Starks Team darauf hin, die Wirtschaftswälder auch aus Sicht des Naturschutzes wertvoller zu gestalten. Teils wird auf die Nutzung von Holz verzichtet und Biotopbäume, etwa solche mit Nisthöhlen, werden ebenso im Wald belassen wie ein gewisser Anteil von Totholz. Zusätzlich erforscht JMU-Professor Jörg Müller, Leiter der Ökologischen Station Fabrikschleichach, auf 75 Versuchsflächen, welche Auswirkungen unterschiedliche Arten der Waldbewirtschaftung auf die Biodiversität von Wirtschaftswäldern haben.

    Weblink

    Universitätsbund Würzburg

    Von Robert Emmerich

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