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    Exzellenz im Kongo: Neue BEBUC-Begutachtung

    28.03.2019

    Wieder wurden im Exzellenzstipendienprogramm BEBUC herausragende Kandidaten und „Verlängerer“ im Osten, Norden und Süden der Demokratischen Republik Kongo an 14 der 25 Partnerunis und -schulen evaluiert. BEBUC fördert nun fast 200 Stipendiaten.

    Lydie Binja Munganga, Studentin der Agrarwissenschaften in Bukavu, stellt ihre geplante Masterarbeit vor.
    Lydie Binja Munganga, Studentin der Agrarwissenschaften in Bukavu, stellt ihre geplante Masterarbeit vor. (Bild: R. Ampa)

    Die letzte BEBUC-Begutachtung hatte Anfang 2018 in Kinshasa, im Westen des Kongo, und in Mbuji-Mayi, im Zentrum des Landes, stattgefunden. Jetzt, im März 2019, kamen im Rahmen einer neuen großen Evaluierungsrundreise die übrigen BEBUC-Einrichtungen an die Reihe, mit Lubumbashi im Süden sowie Goma, Bukavu und Butembo im Osten. In Goma wurden zudem Kandidaten aus Kisangani im Norden geprüft, die eigens dazu angereist waren.

    Neue Professoren für das Land!

    Das Stipendienprogramm hat sich zum Ziel gesetzt, den Universitäten im Kongo, die unter den schlimmen Bedingungen der vergangenen Jahre dramatisch gelitten haben, eine neue Generation von ausgezeichneten jungen Professoren zu geben. BEBUC fördert die Stipendiaten dabei nicht nur finanziell, sondern begleitet sie vor allem durch ein spezifisches und individuelles Mentoring. Besonders intensiv und aufwendig ist diese Betreuung beim Übergang zum Masterstudium und dann zur Doktorarbeit. Beide müssen in aller Regel außerhalb des Kongo durchgeführt werden und sind entsprechend kostspielig. Sehr beratungs- und planungsintensiv ist auch die Rückkehr in den Kongo. Nach stimulierender Lern- und Forschungstätigkeit im Ausland zurück an die Heimatuni zu gehen, ist kein leichter Schritt. BEBUC hat im vergangenen Jahr über 20 Stipendiaten beim Erlangen einer Assistentenstelle geholfen, und es gibt zwei neue „BEBUC-Professoren“.

    Die Auswahl: An der Tafel

    Eine zielgerichtete Förderung beginnt daher schon mit einer gut eingespielten, effizienten Erkennung der wirklich besten Kandidaten. Die Auswahl erfolgt in einem zweistufigen Verfahren, zunächst auf der Basis der Bewerbungsunterlagen, dann aber vor allem durch die persönliche Begutachtung vor Ort, in Gegenwart des internationalen Prüfungskomitees, mit Vorstellungsvortrag an der Tafel und Diskussion zu fachlichen Fragen, aber auch zu Zukunftskonzepten und Visionen der Kandidaten. Auch die Persönlichkeit und die Sprachkenntnisse spielen eine große Rolle.

    Insgesamt kamen diesmal 42 Kandidaten (aus ursprünglich 176 Bewerbungen) in die engere Auswahl, neu ins Programm aufgenommen wurden 15. Ebenfalls geprüft wurden die schon geförderten 74 Stipendiaten dort, denn auch diese müssen sich alljährlich der Evaluierung stellen und ihre Studienergebnisse verteidigen. Die feierliche Überreichung der Stipendienurkunden erfolgte wie immer im Rahmen der großen Stipendien-Zeremonien. Dabei wurden auch BEBUC-Preise an besonders herausragende Stipendiaten verliehen. Auch wurden Briefe und kleine persönliche Geschenke von einigen der Paten an „ihre“ Stipendiaten überreicht.

    Mit den Stipendiaten in den anderen Landesteilen des Kongo – im Westen und im Zentrum – und mit den derzeit im Ausland studierenden Stipendiaten unterstützt BEBUC damit heute 197 herausragende junge Kongolesen.

    Das Gutachtergremium

    Mitglieder des Prüfungskomitees waren neben Professor Gerhard Bringmann (Vorsitz) vom Institut für Organische Chemie der Uni Würzburg und Professor Virima Mudogo von der Uni Kinshasa (und Alumnus der Uni Würzburg) auch Professor Karine Ndjoko (Universität Lubumbashi) sowie Professor Hypolite Mavoko, früherer BEBUC-Stipendiat und seit kurzem Professor für Tropenmedizin an der Uni Kinshasa. Hinzu kamen jeweils Professoren vor Ort, die die Expertise des Komitees ergänzten. Da Gerhard Bringmann aus gesundheitlichen Gründen noch nicht wieder in den Kongo reisen konnte, leitete er die Evaluierungen per Videokonferenz.

    Demokratische Strukturen

    Beachtlich ist die demokratische Selbstverwaltung in BEBUC. An jeder der 25 beteiligten Institutionen wählen die Stipendiaten Sprecher (und gegebenenfalls auch zusätzlich Vize-Sprecher). Die 54 derzeit im Ausland studierenden Stipendiaten bilden ein großes Externes Virtuelles Institut und wählen ihren Sprecher und die Vize-Sprecher elektronisch.

    Alle Sprecher gemeinsam bilden den "Speakers' Council" (Sprecherrat), gewissermaßen das Parlament aller BEBUC-Stipendiaten. Dieser wählt aus seiner Mitte einen Prime Speaker (Hauptsprecher) und einen Vice Prime Speaker, die die Interessen der Stipendiaten nach innen und außen vertreten.

    Evaluierung im Süden

    Die Reise begann in der Provinzhauptstadt von Haut-Katanga, Lubumbashi, im Süden des Landes. Die Uni Lubumbashi ist seit 2013 beim Stipendienprogramm dabei, ebenso wie das Mädchengymnasium Tuendelee und seit kurzem auch Anuarite, ebenfalls ein Mädchengymnasium. Die Förderung von jungen Frauen ist ein besonderes Anliegen von BEBUC.

    Evaluierung im Osten

    Den Hauptteil der Evaluierungen bildeten die Prüfungen in den Provinzen Süd-Kivu und Nord-Kivu, im Osten des Landes. Ausgangspunkt war Goma, Hauptstadt von Nord-Kivu, malerisch am Kivu-See gelegen mit einer spannenden Kulisse teils aktiver Vulkane. Hier waren die Université Libre des Pays des Grands Lacs und das Gymnasium Metanoïa beteiligt.

    Von Goma reiste das Komitee über den Kivu-See nach Bukavu, der Hauptstadt von Süd-Kivu, mit zwei Universitäten (Université Officielle de Bukavu und Université Catholique de Bukavu) und dem Gymnasium Alfajiri.

    Danach ging es nach Butembo im Norden des Kivu, mit der Université Catholique du Graben, die schon seit 2010 beteiligt ist, der Université Libre des Pays des Grands Lacs und der Université Officielle de Ruwenzori, zwei Gymnasien (Institut Kambali und Institut Malkia wa Mbingu) und einer Grundschule (Nyuki). Ein besonderer Höhepunkt der Stipendienzeremonie war hier die Unterzeichnung des Partnerschaftsabkommens des Gymnasiums Malkia wa Mbingu mit BEBUC und der Uni Würzburg. Damit sind alle 25 „BEBUC-Einrichtungen“ vertraglich auch mit der Uni Würzburg verbunden.

    Förderung

    Seine kontinuierliche rasante Entwicklung verdankt BEBUC nicht zuletzt der steten und großzügigen Förderung durch die Else-Kröner-Fresenius-Stiftung über nunmehr neun Jahre. "Wir sind der Stiftung und allen, die uns so tatkräftig unterstützen, außerordentlich dankbar, auch der Holger-Pöhlmann-Stiftung, den Bayer-Stiftungen sowie den fast 2000 Mitgliedern unseres Fördervereins und allen Spendern und persönlichen Paten", so Bringmann.

    Ausblick

    Mit seiner derzeitigen Förderung von insgesamt 197 herausragenden jungen Kongolesen durch das begehrte Stipendium hat BEBUC sein gestecktes Ausbauziel erreicht: ein Plateau von knapp 200 Stipendiaten. Die nächsten Begutachtungen finden turnusgemäß demnächst wieder an den Partnereinrichtungen im Westen (in Kinshasa, Mbanza Ngungu und Kikwit) und im Zentrum (Mbuji-Mayi) des Landes statt.

    Kontakt

    Prof. Dr. Gerhard Bringmann, Institut für Organische Chemie der Universität Würzburg, T +49 931 31-85323, bringman@chemie.uni-wuerzburg.de

    BEBUC-Programm und Förderverein Uni Kinshasa e.V.

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