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    Einblicke für die Staatsministerin

    31.07.2020

    An der Uni Würzburg entsteht ein Center for Artificial Intelligence in Data Science (CAIDAS). Über dessen Forschung hat sich nun Staatsministerin Dorothee Bär vor Ort informiert.

    Universitätspräsident Alfred Forchel und Staatsministerin Dorothee Bär mit den Teilnehmern des Treffens, bei dem das neue Zentrum CAIDAS vorgestellt wurde.
    Universitätspräsident Alfred Forchel und Staatsministerin Dorothee Bär mit den Teilnehmern des Treffens, bei dem das neue Zentrum CAIDAS vorgestellt wurde. (Bild: Robert Emmerich / Universität Würzburg)

    Dorothee Bär, Jahrgang 1978, stammt aus Bamberg. Die studierte Politikwissenschaftlerin gehört seit 2002 dem Bundestag an, seit 2018 ist sie Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung.

    In dieser Funktion interessiert sie sich sehr für eine Neugründung an der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg: das Center for Artificial Intelligence in Data Science (CAIDAS). Darüber informierte sie sich am 30. Juli 2020 bei einem Besuch an der JMU.

    Informatikprofessor Andreas Hotho, Sprecher des Zentrums, stellte der Staatsministerin CAIDAS vor. Das Zentrum verknüpft Methoden aus Data Science und Künstlicher Intelligenz (KI) mit Anwendungsfeldern für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Es ist im Rahmen der Schwerpunktbildung zur KI Teil der Hightech-Agenda des Freistaats Bayern.

    Fragen zum neuen Zentrum

    Den Kern des Zentrums bilden 30 Lehrstühle und Professuren. Wie es bei der Besetzung der neuen Stellen mit Frauen aussehe, wollte Dorothee Bär wissen. „Schwierig“, so Hotho. Die JMU ist zwar bestrebt, den Frauenanteil bei ihren Professuren weiter zu steigern. Doch gerade in der Informatik gebe es mit rund 20 Prozent relativ wenige Studentinnen; in höheren Karrierestufen sei der Frauenanteil dann noch kleiner.

    CAIDAS ist Teil eines bayernweiten KI-Netzwerks. Ob er solche Verbünde für sinnvoll halte, fragte die Politikerin den Professor. „Absolut. In meinem Fach passieren derzeit alle großen Durchbrüche in größeren Forschungsverbünden; die Vernetzung verschiedener Kompetenzen ist sehr wichtig.“

    Weitere Fakten zu CAIDAS

    Einblicke in die Forschung von CAIDAS

    Drei weitere Professoren, die zu CAIDAS gehören, präsentierten dann zusammen mit Andreas Hotho einige ihrer aktuellen Forschungsprojekte: Marc Erich Latoschik, Fachmann für Mensch-Computer-Interaktion, Fotis Jannidis, Literaturwissenschaftler und Computerphilologe, sowie der Mediziner und Immunologe Georg Gasteiger.

    Andreas Hotho stellte unter anderem ein Projekt vor, bei dem Data Science mit Umweltdaten betrieben wird, BigData@GEO. Ziel ist es, in Kooperation mit Unternehmen aus Weinbau und Landwirtschaft lokale Klimavorhersagen zu entwickeln. Die Betriebe sollen damit besser abschätzen können, wie sie sich in Zeiten des Klimawandels für die Zukunft aufstellen müssen.

    Fotis Jannidis zeigte, was Computeralgorithmen und KI für die literaturwissenschaftliche Textanalyse leisten können. Ein Beispiel aus dieser Arbeit: Die automatisierte Wortanalyse von Liebes-Heftromanen belegt, dass es in diesen Geschichten immer auch sehr stark um gesellschaftliche Standesunterschiede geht.

    Georg Gasteiger erforscht Immunzellen, die dauerhaft in verschiedenen Organen des Menschen angesiedelt bleiben. Welche „Sprache“ benutzen diese Zellen, wie kommunizieren sie miteinander? Es ist auch eine Art „Textuntersuchung“, die Gasteiger mit Methoden der KI und des maschinellen Lernens betreibt. Damit könne zum Beispiel die Analyse von Biopsien auf Tumorzellen verbessert werden.

    Marc Erich Latoschik und sein Team stellten einige Virtual- und Augmented-Reality-Projekte vor. In einem werden Therapiemethoden für Menschen mit Adipositas entwickelt. Anhand von Avataren, deren Körperfigur sich im virtuellen Raum dicker oder dünner machen lässt, wird versucht, die Körperwahrnehmung von Betroffenen positiv zu beeinflussen.

    Um auch der Staatsministerin diese Art von Körpererfahrung zu verschaffen, hatte Latoschiks Team einen Avatar von ihr erstellt. So konnte sie am Ende des Informationsbesuchs selbst in die virtuelle Welt eintauchen – und dort ihrem fülligeren und ihrem schmaleren Avatar entgegentreten. Angesichts dieser Varianten waren sich alle Anwesenden einig: „Das Original ist am besten.“

    Von Robert Emmerich

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