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  • Drei Studierende vor der Neuen Uni am Sanderring.

Von Würzburg in die Welt

29.01.2024

Der JMU-Alumnus Professor Lambert T. Koch ist Präsident des Deutschen Hochschulverbandes. Hier spricht er über seine Tätigkeit und seine Würzburger Studienzeit.

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Lambert T. Koch, Alumnus der Universität Würzburg, ist aktuell Präsident des Deutschen Hochschulverbands. (Bild: Friederike von Heyden / Bergische Universität Wuppertal)

Was arbeiten Absolventinnen und Absolventen der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU)? Um Studierenden verschiedene Perspektiven vorzustellen, befragt Michaela Thiel, Geschäftsführerin des zentralen Alumni-Netzwerks, regelmäßig ausgewählte Ehemalige.

Diesmal steht ihr Lambert T. Koch Rede und Antwort. Er hat an der JMU Volkswirtschaftslehre studiert, war Rektor der Universität Wuppertal und steht seit April 2023 dem Deutschen Hochschulverband (DHV) als Präsident vor.

Herr Professor Koch, wie würden Sie einem Laien Ihren Arbeitsalltag in kurzen Worten beschreiben?

In meinem Arbeitsalltag gibt es zweierlei Hüte, die ich in Abhängigkeit von anstehenden Terminen häufiger wechsele. Wenn ich den Hut des Präsidenten des Deutschen Hochschulverbandes aufhabe, kümmere ich mich um die Anliegen der über 33.000 DHV-Mitglieder, das sind überwiegend Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer in Deutschland. Zu meinen Aufgaben gehört es dann etwa, mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Gesellschaft über die Bedeutung von Wissenschaft für unseren Standort sowie über gute Rahmenbedingungen für die Wissenschaftstreibenden zu sprechen.

Und was machen Sie mit dem anderen Hut auf dem Kopf?

Das wäre dann mein „eigener Hut“ als Hochschullehrer. Wenn ich den trage, widme ich mich aktuell vor allem wirtschaftspolitischen Fragestellungen der Nachhaltigkeitswende – sowohl in Forschung und Lehre als auch in Kooperation mit Akteuren aus Wirtschaft und Politik.

Was lieben Sie besonders an Ihrem Amt?

Am Amt des DHV-Präsidenten schätze ich die vielen bereichernden Begegnungen mit Kolleginnen und Kollegen in ganz Deutschland, die meinen Horizont weiten. Spannend und erfüllend ist es aber auch, wenn man für die gute Sache die Stimme erheben kann und gehört wird.

Die Freiheit der Wissenschaft liegt Ihnen da besonders am Herzen.

Sie ist ein gar nicht zu überschätzendes Gut, verbürgt in unserer Verfassung. Hier gilt es, vorbeugend zu wirken, damit Kräften, denen an ihrer Einschränkung gelegen ist, möglichst wenig Raum gegeben wird. Wie fatal Freiheitsbeschränkungen sich auswirken können, lässt sich in Ländern wie Russland, China, der Türkei oder Ungarn sehen.

Welche Eigenschaft sollte man als DHV-Präsident haben?

Um wirksam für die Anliegen unserer zahlreichen Mitglieder eintreten zu können, muss man wahrscheinlich bleibend wissbegierig, lernbereit, zugewandt, zuhörend, unideologisch und bei Bedarf auch mutig zupackend sein. Zudem sollte man Menschen mögen und kommunikativ sein. Neben einer gewissen geistigen Beweglichkeit erleichtert es außerdem den Job, wenn man gerne auf Achse ist.

Sie sind gleich viermal zum Rektor des Jahres gewählt worden. Wie kam das?

Es ist mir etwas unangenehm, Lob über mich selbst zu zitieren. Besonders gefreut hat mich aber die Einschätzung der Befragten, dass ich gut integrieren und motivieren kann, dass ich ein klares Konzept für die Universität nach innen und außen kommuniziert habe und dass ich Sensibilität für die Unterschiedlichkeit der Wissenschaftsdisziplinen aufbringe.

Was sind Ihre liebsten Erinnerungen an Ihre Zeit in Würzburg?

In Würzburg bin ich aufgewachsen, habe dort meine Frau kennengelernt und mit ihr 1995 auf der Festung unsere Hochzeit gefeiert. Deshalb ist die Stadt für uns – obwohl wir nun schon lange in Wuppertal leben – immer noch die zweite Heimat. Ich liebe auch die kulturelle Ästhetik Würzburgs, die Schönheit Mainfrankens sowie den zurückhaltenden, dafür aber nachhaltigen Charme der Menschen in Unterfranken. Was die Studentenzeit anbetrifft, so ist mir manch schöne Kneipentour durch die Sanderstraße in guter Erinnerung geblieben.

Vielen Dank für das Gespräch.


Sie sind selbst noch nicht Mitglied im Alumni-Netzwerk der Universität? Dann sind Sie herzlich eingeladen, sich über www.uni-wuerzburg.de/alumni/ zu registrieren! Auf diesen Webseiten finden Sie auch die bislang veröffentlichten Interviews mit Alumni und Alumnae der JMU.

Von Michaela Thiel / Robert Emmerich

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