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    Würzburger Philosoph ist Ethik-Experte für Künstliche Intelligenz

    04.12.2018 | FORSCHUNG
    Sinnbild Künstliche Intelligenz: Licht, Einsen und Nullen.

    Professor Wolfgang Schröder arbeitet an einer DIN-Norm, die den Titel „Artificial Intelligence: Concepts and Terminology (Künstliche Intelligenz: Konzepte und Terminologie)“ tragen könnte. Durch die Beteiligung des Würzburger Philosophen fließt mehr Ethik auf wissenschaftlichem Niveau in die Entstehung neuer KI-Standards ein. (Bild: monsitj/Thinkstock.)

    Das DIN-Institut hat Philosoph Wolfgang Schröder von der JMU in den Arbeitsausschuss „Künstliche Intelligenz“ aufgenommen. Zudem stellt er beim Digitalgipfel des Wirtschaftsministeriums den „Kompass Künstliche Intelligenz“ vor.

    DIN-Normen kennt jeder: etwa DIN A4 als Beschreibung und Definition eines Papierformats, wobei DIN für „Deutsche Industrienorm“ steht. Seit der Gründung 1917 folgt die Agenda des DIN-Instituts der technischen Entwicklung. Neueste Aufgaben sind Themenfelder wie Digitalisierung, Industrie 4.0 und Künstliche Intelligenz. Auch hierfür müssen Normen her – der Anfang 2018 gegründete DIN-Ausschuss „Künstliche Intelligenz“ (KI) arbeitet sie aus.

    Technik im gesellschaftlichen Kontext

    Seit März 2018 ist der Würzburger Philosoph Wolfgang Schröder von der Katholisch-Theologischen Fakultät der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) Mitglied dieses 28-köpfigen Expertengremiums. Damit fließt mehr Ethik auf wissenschaftlichem Niveau in die Entstehung neuer KI-Standards ein. Beim Digitalgipfel des Bundeswirtschaftsministeriums am 3. und 4. Dezember 2018 stellt Schröder einen „Kompass Künstliche Intelligenz“ vor.

    In dem DIN-Ausschuss sind hauptsächlich Firmen und Wirtschaftsorganisationen, aber eben auch Wissenschaftsinstitutionen vertreten, wie DIN-Projektmanagerin Katharina Sehnert erklärt.

    Professor Schröder ist der einzige akademische Philosoph im Ausschuss und sieht seine Rolle bei DIN so: „Mich motiviert die Herausforderung, in einem interdisziplinären Team zu einer wirkungskräftigen Verständigung über Chancen und Risiken der Künstlichen Intelligenz für das Gemeinwohl beizutragen.“ Dabei hilft ihm seine „konsequente Neugier auf die Sicht und die Ideen der anderen“ ebenso sehr wie seine Fachkompetenz in Rechts-, Staats- und Sozialphilosophie.

    Überhaupt stellt die Philosophie laut Schröder wichtige Verfahren und Ideen für den wertschätzenden Umgang mit der Vielfalt von Meinungen und Interessen bereit: „Philosophie kann zeigen, wie man sich sachorientiert, ergebnisoffen und konsequent argumentativ über wichtige Dinge verständigt, für die wir kollektive Entscheidungen benötigen.“

    Am Anfang braucht es ein gemeinsames Verständnis der Begriffe

    Die nationalen Experten der einzelnen DIN-Arbeitsgruppen sind international eingebunden in die Organisationen ISO (International Organization for Standardization) und IEC (International Electrotechnical Commission). Für das Thema KI haben beide jedoch ein gemeinsames Komitee gegründet. In den internationalen Gremien nehmen die nationalen Vertreter die Interessen beispielsweise Deutschlands wahr.

    Entsprechend ging es zu Beginn der Ausschussarbeit zunächst darum, eine gemeinsame Linie und für alle klare Sprache für das Themenfeld KI zu finden. Es wurde ein Glossar erstellt, anhand dessen sich Experten und Anwender aus unterschiedlichen Teilbereichen auch international über technisch und ethisch nötige KI-Standards zielführend verständigen können.

    Die vom Ausschuss angestrebte und schrittweise erarbeitete Norm könnte laut DIN-Projektmanagerin Sehnert den Titel tragen: „Artificial Intelligence: Concepts and Terminology (Künstliche Intelligenz: Konzepte und Terminologie)“.

    Am Ende geht es um Orientierung, wie man zum aufgeklärten Umgang mit KI findet

    Neben seiner Mitarbeit bei DIN engagiert sich Schröder in der AG Digitalethik der „Initiative D21“ und ist Mitglied im Vorstand der „Charta digitale Vernetzung e. V.“ Auf Einladung des Bundeswirtschaftsministeriums nimmt Schröder am Digitalgipfel der Bundesregierung am 3. und 4. Dezember 2018 in Nürnberg teil. Dort diskutiert er in einem hochrangig besetzten Panel über die Chancen einer europäischen Alternative zur Big-Data-Politik Chinas und der USA. Daneben wird er als Vorstand der Charta digitale Vernetzung einen 20-seitigen "Kompass Künstliche Intelligenz. Plädoyer für einen aufgeklärten Umgang" vorstellen, dessen Hauptautor er ist.

    Schröder ist optimistisch: „Wir müssen und werden gesellschaftlich klären, wie wir auf der Basis unserer gemeinsamen Werte unseren Lebensstil und -standard, sowie unseren sozialen Zusammenhalt, die Solidarität, im digitalen Zeitalter kompetent, innovationsoffen und nachhaltig sichern wollen.“

    Kontakt

    Prof. Dr. phil. Wolfgang M. Schröder, Professur für Philosophie am Institut für Systematische Theologie, E-Mail: wolfgang.schroeder@uni-wuerzburg.de, T.:+49 931 31 - 80 372, Twitter: @Faust_III.

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