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    Wertvolle Kontakte zu anderen Kulturen

    24.03.2020

    Dieter Thoma hat viel dazu beigetragen, dass die ausländischen Studierenden an der Uni Würzburg gut betreut werden. In 40 Jahren hat er viel erlebt an der Uni; nun geht er in den Ruhestand.

    Dieter Thoma in seinem Büro im International Office auf dem Campus Nord.
    Dieter Thoma in seinem Büro im International Office auf dem Campus Nord. (Bild: Robert Emmerich / Universität Würzburg)

    „Es war eine tolle Arbeit, ich hätte nichts Anderes machen wollen.“ Wenn man im Rückblick auf 40 Arbeitsjahre so etwas sagen kann, hat man bei der Berufswahl wohl alles richtig gemacht. So wie Dieter Thoma. 1980 fing er an der Universität Würzburg im Akademischen Auslandsamt an, das heute „Service Centre International Affairs“ heißt. Die Betreuungsarbeit war damals gerade im Aufbau und das Team bestand nur aus dem Chef Johann Jovanovici und Dieter Thoma.

    „Als ich anfing, war unser Team noch klein und jeder alles gemacht“, sagt Thoma. „Wir haben die deutschen Studenten beraten, die einen Auslandsaufenthalt machen wollten, und uns um die ausländischen Studenten gekümmert, die nach Würzburg kamen.“ Später wurde der gebürtige Würzburger dann zum hauptamtlichen Betreuer der „Incomings“ ernannt, wie die ausländischen Studierenden im internationalen Uni-Jargon heißen.

    Tutorengruppe für Incomings gegründet

    Für seine Kundschaft entwickelte er ein Betreuungskonzept, das sich bis heute bewährt hat. Herzstück ist die Tutorengruppe. Das ist ein Kreis aus 30 bis 50 deutschen und ausländischen Studierenden, die im Auftrag des International Office bei der Betreuung der Incomings mithelfen. Neuankömmlinge vom Bahnhof abholen, sie bei den Einzugsformalitäten im Wohnheim unterstützen, sie bei Behördengängen begleiten. Das und mehr leistet der Tutorentrupp.

    Fällt ein Tutor zum Beispiel wegen Krankheit aus, können mehrere andere für ihn einspringen. Thoma sieht das als klaren Vorteil im Vergleich zu den „Buddy-Programmen“, wie es sie an anderen Universitäten gibt und wo jedem Incoming nur ein Betreuer, der Buddy, zu Seite steht.

    Semesterprogramm und Runder Tisch

    Das seit Jahren etablierte Semesterprogramm der Uni für ausländische Studierende hat Thoma stetig weiterentwickelt. Es beinhaltet unter anderem Exkursionen ins Umland und Deutschland, Museen und Stadtrundgänge in Würzburg, Partys und im Herbst einen Willkommensabend für alle Neulinge.

    Aktuell wird das Semesterprogramm mit dem sogenannten Runden Tisch organisiert. In dieser Gruppe, die sich mehrmals im Semester trifft, sind Akteure vertreten, die ebenso mit der Betreuung ausländischer Studierender zu tun haben: International Office, Zentrum für Sprachen, Fachhochschule, Studentenwerk, die christlichen Hochschulgemeinden.

    Verein zur Unterstützung ausländischer Studierender

    Aus dieser Runde heraus wurde 2013 der Verein zur Unterstützung ausländischer Studierender gegründet. Sein Ziel ist es, schnell und unbürokratisch ausländischen Studierenden in Würzburg zu helfen, die beispielsweise durch Krankheit, Krieg im Heimatland oder den Tod eines nahen Angehörigen in finanzielle Not geraten sind. Thoma war Mitgründer und Vorstandsmitglied; er gewann Bürgermeister Adolf Bauer als Vorsitzenden und führte in den ersten Jahren die Geschäftsstelle des Vereins.

    Ende März 2020 geht Thoma, Jahrgang 1956, in den Ruhestand. Im Blick zurück stellt er fest: „Die vielen Kontakte mit sympathischen Leuten aus aller Welt und aus verschiedenen Kulturen waren für mich sehr wertvoll. Das hilft bei der Vermeidung von Vorurteilen“.

    Im Auftrag des Arbeitgebers nach China

    Wertschätzung erhielt Thoma auch von seinem Arbeitgeber. Im Auftrag der Universität und des Bayerischen Wissenschaftsministerium ging er 1988 für sechs Monate in die chinesische Stadt Hangzhou, um für den Freistaat ein Info- und Übersetzungszentrum aufzubauen. Die JMU unterhielt damals eine noch junge Partnerschaft mit der dortigen Universität – China hatte sich erst wenige Jahre vorher für den Westen geöffnet. „Europäer gab es damals nicht viele in China, und so wurde ich oft bestaunt wie ein bunter Hund“.

    Ebenso schickte die Uni Thoma mit einem Fulbright-Stipendium vier Wochen lang in die USA, wo er sich intensiv mit dem dortigen Bildungssystem vertraut machte. Mit einem anderen Stipendium ging er ebenfalls vier Wochen nach Edinburgh.

    Wiedersehen mit dem Office-Team

    Für sein direktes Arbeitsumfeld hat Thoma viel Lob übrig: „Im International Office habe ich von Anfang an bis zuletzt immer in einem Zirkel von kollegialen und verlässlichen Menschen gearbeitet, die ihresgleichen suchen.“ Das ist mit ein Grund, dass er sich nach 40 Jahren nicht auf Nimmerwiedersehen verabschieden wird. „Zum Willkommensabend für die neuen ausländischen Studierenden werde ich bestimmt weiterhin kommen. Und die Kolleginnen und Kollegen freuen sich darüber, habe ich gehört.“

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