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  • Das Akademische Orchester der Universität Würzburg mit seinem Leiter Markus Popp.

Vorsorge gegen Hochwasser und Starkregen im Maintal

28.10.2026

Wie können sich Kommunen im ländlichen Raum vor Risiken durch Hochwasser und Starkregen schützen? Darüber tauschten sich Fachleute aus Wissenschaft, Verwaltung und Praxis an der Uni Würzburg aus.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops. Er drehte sich um planerische Instrumente, die Siedlungsgebiete im ländlichen Raum vor Überschwemmungen und Sturzfluten schützen können. (Bild: Lisa-Marie Kanski / Universität Würzburg)

Hochwasser und Starkregen stellen Städte und Gemeinden vor wachsende Herausforderungen. Besonders im ländlichen Raum des unterfränkischen Maintals müssen Kommunen aufgrund der besonderen Geländelage abwägen, wie Flächen sinnvoll ausgewiesen oder im Bestand weiterentwickelt werden können, ohne Menschen und Gebäude zusätzlichen Risiken auszusetzen. Mit dieser und anderen Fragen beschäftigte sich am 15. Oktober 2026 ein Workshop an der Universität Würzburg. Er brachte Fachleute aus Wissenschaft, Kommunen, Behörden und regionalen Netzwerken zusammen.

Ausgerichtet wurde der Workshop von der Arbeitsgruppe Sozialgeographie. Die Federführung hatten Professor Jürgen Rauh und sein wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand Tobias Riemann. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Verbundprojekts „MainPro: Ökosystembasierte Lösungen für Gefährdungs-Szenarien im fränkischen Maintal“ statt, dessen Gesamtprojektleitung bei Professorin Birgit Terhorst liegt. Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) fördert den Verbund.

Wohnraum schaffen, Risiken begrenzen

Im Mittelpunkt des Workshops stand eine Situation, mit der viele Gemeinden vertraut sind: Einerseits werden Flächen für neue Wohngebiete benötigt, andererseits darf dadurch die Gefahr von Überschwemmungen oder Starkregen für bestehende Ortskerne und neue Baugebiete nicht steigen.

Die Teilnehmenden diskutierten verschiedene Möglichkeiten, wie Kommunen bereits bei der Planung von Baugebieten Vorsorge treffen können. Dabei reichten die Ansätze von Maßnahmen, die ausschließlich von der öffentlichen Hand umgesetzt werden, bis hin zu Konzepten, bei denen auch Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümer aktiv zur Risikovorsorge beitragen.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt das sogenannte Schwammstadt-Prinzip. Ziel dieses Ansatzes ist es, Regenwasser möglichst dort zurückzuhalten, wo es anfällt, statt es rasch abzuleiten. Dadurch können bei Starkregen Wasserabflüsse verlangsamt und Belastungen für Siedlungen verringert werden.

Herausforderungen besonders für kleine Kommunen

In der Diskussion wurde deutlich, dass wirkungsvolle Schutzmaßnahmen häufig zusätzliche Investitionen erfordern. Gleichzeitig können sie dazu beitragen, Gebäude und Infrastruktur langfristig besser vor Schäden zu schützen.

Die Fachleute waren sich weitgehend einig, dass Gemeinden bei der Planung verstärkt langfristige Auswirkungen berücksichtigen sollten. Herausforderungen bestehen jedoch insbesondere in kleineren Kommunen. Dort fehlen oft personelle und finanzielle Ressourcen, um die Umsetzung und dauerhafte Einhaltung von Vorgaben umfassend zu begleiten.

Gewachsene Ortskerne brauchen eigene Lösungen

In gewachsenen Ortskernen lassen sich neue Schutzmaßnahmen häufig nicht ohne Weiteres umsetzen, weil bestehende Gebäude, Eigentumsverhältnisse oder Anforderungen des Denkmalschutzes berücksichtigt werden müssen.

Deshalb gewinnen neben formalen Planungsverfahren auch Beratung, die Zusammenarbeit mit Bürgerinnen und Bürgern sowie freiwillige Maßnahmen an Bedeutung. Darüber hinaus diskutierten die Teilnehmenden, wie Förderprogramme und Genehmigungsverfahren gestaltet werden können, um Kommunen bei Anpassungsmaßnahmen besser zu unterstützen. Als wichtig eingestuft wurden unkomplizierte Verwaltungsabläufe und ausreichend Spielraum für ortsspezifische Lösungen.

Die Ergebnisse des Workshops fließen in die weitere wissenschaftliche Arbeit des Projekts „MainPro“ ein. Auf dieser Grundlage entwickelt die Arbeitsgruppe Sozialgeographie Empfehlungen, die Kommunen im Maintal bei der Vorsorge gegen Hochwasser und Starkregen unterstützen sollen.

Kontakt

Tobias Riemann, Professur für Sozialgeographie,
Universität Würzburg,
T +49 931 31-81969, tobias.riemann@uni-wuerzburg.de

Von Tobias Riemann / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der JMU

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