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  • 6 Studierende geniessen das Studentenleben in Würzburg im Sommer.

Top-Klimaforscher spricht über den Klimawandel in Unterfranken

30.01.2024

Wie drastisch sind die Folgen des Klimawandels für unsere Region? Was können wir noch dagegen tun? Diese Fragen beantwortet der renommierte Klimaexperte Heiko Paeth am 30. Januar bei einem Vortrag an der Uni Würzburg.

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Klimatologe Heiko Paeth forscht zu den Auswirkungen des Klimawandels in Unterfranken. Ende Januar wird er aktuelle Erkenntnisse dazu bei einem öffentlichen Vortrag vorstellen. (Bild: Pressestelle/JMU)

Sie sind wohl jedem in Unterfranken ein Begriff: Naturkatastrophen wie der Tornado 2017 über Kürnach, die Starkregenfälle 2021 und der Trockensommer im Jahr darauf. Für Heiko Paeth, Professor für Physische Geographie an der Julius-Maximilians-Universität (JMU), ist klar: „An der Häufung solcher Extremwetterereignisse in den letzten Jahren sehen wir, der Klimawandel ist längst vor unserer eigenen Haustür angekommen.“ Am 30. Januar um 19:30 Uhr wird der Wissenschaftler im Toscana-Saal der Residenz bei einem öffentlichen Vortrag darüber sprechen, wie fest die Klimaerwärmung unsere Region bereits im Griff hat und worauf sich die Bevölkerung künftig einstellen muss. Der Eintritt ist frei.

Würzburg in doppelter Weise betroffen

„Der Klimawandel galt lange als Problem ferner Inselstaaten und Wüstenländer“, so Paeth. „Heute wissen wir jedoch, dass auch wir überdurchschnittlich davon betroffen sind.“ Nordbayern, das zeigt die Studienlage, ist ein echter Klima-Hotspot – hier erwärmt sich das Klima sogar noch stärker als im globalen Mittel. Insbesondere für die Stadtbevölkerung wird das zu einem echten Problem. „Wie andere Großstädte auch bildet Würzburg eine Wärmeinsel“, erklärt Paeth. „Konkret heißt das: Die Luft kühlt hier über Nacht nicht so stark ab wie im Umland. Etwa um das Jahr 2070 müssen wir deshalb hier in Würzburg in Sommerzeiten regelmäßig mit Tropennächten rechnen, die eine Tiefsttemperatur von 30 Grad Celsius nicht mehr unterschreiten.“

Vortrag soll auch Handlungsmöglichkeiten aufzeigen

Künftig wird die Gesellschaft viel dafür investieren müssen, die Folgen des Klimawandels abzumildern, unterstreicht Paeth. „Und das ist keine ferne Zukunftsmusik. Diese Klimaphänomene werden Menschen treffen, die heute schon leben!“ Am 30. Januar geht es deshalb auch darum, wie jeder und jede selbst vorsorgen und etwas gegen die Folgen der Klimaerwärmung tun kann. „Wir sind diesem Wandel nicht schutzlos ausgeliefert, sondern haben einen gewissen Handlungsspielraum“, sagt Paeth. „Angefangen etwa beim Verzicht auf übermäßigen Fleischkonsum bis hin zur Anpassung der eigenen Mobilität. Wichtig ist aber, dass wir jetzt handeln.“

Im Anschluss an den Vortrag ist eine offene Publikumsdiskussion geplant. Interessierte können dann eigene Fragen zum Klimawandel in Unterfranken stellen.

Der Vortrag ist Teil der Ringvorlesung „Wetter, Klima, Kultur, Geschichte“ des Kollegs „Mittelalter und Frühe Neuzeit“ der Philosophischen Fakultät. Weitere Informationen gibt es auf der Website zur Veranstaltung. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Über den Klimatologen Heiko Paeth

Seit 2006 forscht und lehrt Heiko Paeth an der Uni Würzburg am Institut für Geographie und Geologie. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Klimavariabilität und Klimaänderungen, saisonale Klimavorhersagen, Klimamodellierungen und Statistik – insbesondere in Mitteleuropa, im Mittelmeerraum und in Afrika. Derzeit forscht er unter anderem zu den Folgen des Klimawandels für die Landwirtschaft in Franken im Rahmen des Projekts BigData@Geo 2.0. Projektpartner sind Andreas Hotho, Leiter des Lehrstuhls für Data Science, und Stefan Dech, Leiter des Lehrstuhls für Fernerkundung der Uni Würzburg.

Kontakt

Prof. Dr. Heiko Paeth, Professur für Physische Geographie, Tel.: +49 931 31-84688, heiko.paeth@uni-wuerzburg.de

Von Sebastian Hofmann

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