English Intern
  • none

In Stein gemeißelt – aus Pixeln zusammengesetzt

19.05.2026

Moderne 2D-Technik zielt auf antike 3D-Bilder: Foto-Ausstellung „Skulptur im Fokus. Archäologische Forschungsprojekte zum antiken Ostia (Italien) und Apollonia (Albanien)" im Martin von Wagner Museum.

none
Skulptur im Fokus: Vom 21. Mai bis 31. Juli können Interessierte die Ausstellung im Martin von Wagner Museum besichtigen. (Bild: Christina Kiefer / Universität Würzburg)

In der Foto-Ausstellung geben zwei von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekte zu Skulpturen aus der griechisch-römischen Antike, die an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) beheimatet sind, Aufschluss über ihre laufenden Arbeiten.

Das am Lehrstuhl für Klassische Archäologie angesiedelte Projekt in Ostia, der Hafenstadt Roms, befasst sich primär mit der Erforschung von Skulpturenausstattungen spätantiker Wohnhäuser als Ausdruck von Bildprogrammen dieser Epoche am Ausgang des Altertums.

In Apollonia (Albanien), einem Projekt der Würzburger Antikensammlung, geht es dagegen um die langfristige Entwicklung der Steindenkmäler, deren Besonderheit sich aus der geographischen Lage der Stadt an einer kulturellen Schnittstelle zwischen östlicher und westlicher Hemisphäre der Mittelmeerwelt ergibt.

Beide Projekte verbindet über die Materialgattung ihrer Gegenstände hinaus der Anspruch der Grundlagenforschung, der in der Praxis aufwendige Foto-Kampagnen zur Erschließung der historischen Objekte in den einschlägigen Museen und Depots vorsieht.

Skulpturen dienten nicht nur als Schmuck

Von diesen Fotos ist nun jeweils eine repräsentative Auswahl zu sehen, die unter anderem den hohen ästhetischen Reiz der antiken Skulpturen bezeugen. Diese dienten in den Zeiten ihrer Entstehung und Verwendung allerdings nicht nur zur Ausschmückung städtischer Räume, sondern auch in vielfältiger Weise der Kommunikation von Wertvorstellungen ihrer Auftraggeber, Produzenten und Rezipienten.

So haben die materiellen Eigenschaften und der hohe handwerkliche Aufwand, die den Skulpturen zugrunde liegen, diesem Medium auf Dauer angelegte Bedeutungen eingeschrieben, die sich mit den Methoden der Archäologie weitgehend dechiffrieren lassen.

Ausstellung vermittelt Zugang zur Bedeutung der Werke

Das primäre Anliegen der Ausstellung besteht demnach darin, ihren Besuchern und Besucherinnen aus unterschiedlichen Perspektiven Zugänge zu den einstigen Bedeutungsebenen der Skulpturen aufzuzeigen.

Maßgeblich sind dabei zentrale Fragestellungen der Forschung: Welche materiellen Qualitäten und technischen Besonderheiten äußern sich in den Skulpturen? Welche Biographien haben die Objekte durchlaufen? Inwiefern verweisen sie auf Vorbilder und Neuinterpretationen im Sinne der kulturellen Aneignung? Und in welchem Rahmen wurden sie eingesetzt, um über ihre konditionierte Wahrnehmung spezifische Wirkungen und Ausdeutungen nahezulegen?

Wie Vergangenheit lebendig wird

Auf einer anderen Ebene reflektiert die Ausstellung die verschiedenen Medien moderner Reproduktion antiker Skulpturen und deren spezifische Potenziale für die Forschung: Zeichnungen, Gipsabgüsse und 3D-Simulationen sorgen nicht nur für Abwechslung in den verschiedenen Sektionen, sondern verdeutlichen Vor- und Nachteile gegenüber der wissenschaftlichen Fotografie.

Die Überlegenheit des (digitalen) Fotos – das wird in dieser Zusammenschau besonders deutlich – liegt am Ende in seiner Ökonomie als Arbeitsmittel: Bei hoher Informationsdichte und Authentizität der Wahrnehmung kann es schnell erfasst und geteilt werden und bleibt flexibel einsetzbar.

Zur Ausstellung gibt es einen Begleitband, der für zehn Euro plus Porto auch über die Post beziehbar ist.

Ausstellung läuft gut zwei Monate

Eröffnet wird die Ausstellung am Mittwoch, 20. Mai 2026, um 18:15 Uhr im Toscanasaal der Residenz. Die Eröffnungsveranstaltung kann auf YouTube  live im Stream verfolgt werden.

Anschließend ist die Ausstellung bis 31. Juli 2026 in der Kleinen Galerie des Martin von Wagner Museums zu sehen.

Von Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der JMU

Zurück