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  • Drei Studierende tragen T-Shirts mit einem Aufdruck der Universität Würzburg.
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Lehramtsstudierende erproben Medienbildung im Klassenzimmer

04.08.2026

Digitale Medien prägen den Alltag junger Menschen. Umso wichtiger ist es, dass Schulen einen reflektierten Umgang damit vermitteln. An der Uni Würzburg haben Lehramtsstudierende dafür Unterrichtskonzepte entwickelt und getestet.

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Ein Teil der Seminargruppe. In der Mitte, mit den VR-Brillen in der Hand, sind der informationstechnische Berater für digitale Bildung Roman Kruse und Seminarleiterin Tamara Baumann zu sehen. (Bild: Melanie Hartmann)

Virtual-Reality-Brillen, Augmented Reality und andere digitale Anwendungen faszinieren viele Kinder und Jugendliche. Kein Wunder, dass auch Lehrkräfte im Unterricht vermehrt auf diese Techniken setzen. Doch Medienbildung bedeutet mehr als den Einsatz moderner Technologien. Sie soll Schülerinnen und Schüler auch dazu befähigen, digitale Medien zu verstehen, ihre Möglichkeiten und Grenzen zu erkennen und sie verantwortungsvoll zu nutzen.

Wie sich dieses Ziel in der Schule umsetzen lässt, konnten Lehramtsstudierende der Universität Würzburg jetzt in einem praxisorientierten Seminar am Lehrstuhl für Schulpädagogik erproben. Unter der Leitung der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Tamara Baumann entwickelten sie über drei Semester hinweg Unterrichtseinheiten zum Thema Medienbildung und setzten diese anschließend gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern an der David-Schuster-Realschule, der Jakob-Stoll-Realschule sowie der Eichendorff-Mittelschule in Gerbrunn um.

Unterricht mit Virtual Reality kritisch gestalten

Im Mittelpunkt des Seminars standen Anwendungen mit Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR). Bei VR tauchen Nutzerinnen und Nutzer mithilfe einer speziellen Brille vollständig in eine digitale Umgebung ein. AR ergänzt dagegen die reale Umgebung um digitale Inhalte, etwa über ein Tablet.

Für Silke Grafe, Inhaberin des Lehrstuhls für Schulpädagogik, bieten diese Techniken einen entscheidenden Mehrwert: „Man kann Inhalte erfahrbar machen, die beispielsweise in der Vergangenheit liegen oder nicht sichtbar sind – etwa im Chemieunterricht, wo man sich Molekülstrukturen genau anschauen kann.“ Gleichzeitig schirmen die Brillen störende Einflüsse aus dem Klassenzimmer ab. „Die Schülerinnen und Schüler sind deshalb unter der VR-Brille hochkonzentriert und fokussiert auf die Lerninhalte“, sagt Grafe.

Die Studierenden sollten diese Technologien jedoch nicht einfach im Unterricht einsetzen, sondern gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern darüber nachdenken, wie solche Medien funktionieren und welche Auswirkungen sie auf Menschen und Gesellschaft haben können. Dazu entwickelten sie Unterrichtseinheiten zu unterschiedlichen Themen. Konkret erkundeten die Schülerinnen und Schüler das Haus der Anne Frank in einer voll immersiven Anwendung oder versetzten sich in den historischen Kontext der Reden von Martin Luther King.

„Wir bilden Lehramtsstudierende in ihren Medienbildungskompetenzen aus, damit sie später Schülerinnen und Schüler dabei unterstützen können, Medien kompetent zu nutzen und kritisch zu hinterfragen“, erklärt Tamara Baumann den Hintergrund dieses Seminars. Denn: „Mediennutzung bedeutet leider nicht automatisch kompetente Mediennutzung.“ Die Schulpädagogin ist davon überzeugt, dass sowohl Lehramtsstudierende als auch Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler über entsprechende Kompetenzen verfügen sollten, um digitale Techniken sachgerecht, sozialverantwortlich und kreativ verwenden zu können.

Theorie wird im Schulalltag überprüft

Ein wichtiger Bestandteil des Projekts war die praktische Erprobung der Unterrichtskonzepte. Die angehenden Lehrkräfte übernahmen selbst Unterrichtsstunden und sammelten Erfahrungen unter realen Bedingungen. Anschließend wurden die Stunden gemeinsam mit Lehrkräften, Lehramtsanwärterinnen und -anwärtern sowie weiteren Beteiligten ausgewertet.

„Für die Studierenden war es sehr hilfreich, ihre Ideen nicht nur theoretisch zu entwickeln, sondern auch zu erleben, welche Herausforderungen im Unterricht tatsächlich entstehen und wie flexibel man darauf reagieren muss“, sagt Baumann. Gerade diese Erfahrungen ließen sich im Seminarraum allein nicht vermitteln.

Zwar verfügt der Lehrstuhl für Schulpädagogik über einen Raum, der mit neuester digitaler Technik ausgestattet ist, das Media Education and Educational Technology Lab (MEET@JMU). Das Labor für Forschung und Lehre an der Universität Würzburg widmet sich Fragen des Lehrens und Lernens mit und über digitale Medien in Schule und Unterricht sowie in der Lehrkräftebildung aus pädagogischer, technischer, interdisziplinärer und international-vergleichender Perspektive. Um ganze Schulklassen zu unterrichten, ist dennoch Unterstützung von außen nötig.

Durch die Kooperation mit Roman Kruse, dem informationstechnischen Berater für digitale Bildung (iBdB) der Realschulen in Unterfranken, sowie Andreas Sandweger, dem medienpädagogischen Berater für digitale Bildung (mBdB) für Stadt und Landkreis Würzburg, erhielten die Studierenden Zugang zur benötigten professionellen Hardware und erfuhren direktes Feedback von erfahrenen Praktikern.

Medienkompetenz bleibt eine gemeinsame Aufgabe

Mit dem Besuch der Studierenden an den drei Schulen ist zwar das Seminar beendet, das Projekt soll jedoch fortgesetzt und weiterentwickelt werden. „Künftig könnten auch weitere Technologien wie Robotik oder Anwendungen der Künstlichen Intelligenz in die Lehrveranstaltungen einbezogen werden“, erklärt Silke Grafe.

Entscheidend sei dabei nicht die einzelne Technik, sondern die Frage, wie Schulen Kinder und Jugendliche dabei unterstützen können, digitale Entwicklungen kritisch, verantwortungsvoll und kompetent zu nutzen.


Kontakt und Informationen

Prof. Dr. Silke Grafe, Lehrstuhl für Schulpädagogik, T +49 931 31-81535, silke.grafe@uni-wuerzburg.de

Tamara Baumann, Lehrstuhl für Schulpädagogik, T +49 931 31-81001, tamara.baumann@uni-wuerzburg.de

Lehrstuhl für Schulpädagogik

Media Education and Educational Technology Lab

Von Gunnar Bartsch

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