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Intern

    Satelliten international unterwegs

    22.05.2018

    Elf Mini-Satelliten will Bayern mit Partnern in den Weltraum schießen. Drei davon werden in Würzburg am Zentrum für Telematik gebaut. Die Uni koordiniert das internationale Team.

    Georg Eisenreich, Helen Zille aus Südafrika und Klaus Schilling
    Teilnehmer der Regierungschefkonferenz: Staatsminister Georg Eisenreich, Klaus Schilling von der Uni Würzburg und Helen Zille, Premierministerin von Westkap (Südafrika), die das Projekt stark unterstützt. (Foto: Bayerische Staatskanzlei).

    Am Freitag, 18. Mai 2018, ist in Québec City (Kanada) die Regierungschefkonferenz der Partnerregionen Bayerns zu Ende gegangen. Mit dabei waren Georg Eisenreich, Staatsminister für Digitales, Medien und Europa als Leiter der bayerischen Delegation, und Professor Klaus Schilling, Inhaber des Lehrstuhls für Informatik VII (Robotik und Telematik) an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU). Thema der Tagung war auch ein gemeinsames Weltraumprojekt: 2016 hatte Bayern vorgeschlagen, dass die Partnerregionen in einer konzertierten Aktion kleine Satelliten zur gemeinsamen Erdbeobachtung ins All schicken.

    Bei der Regierungschefkonferenz in Québec City verabschiedeten die Partnerregionen jetzt eine Zwischenbilanz des Projekts. Erfreuliches Ergebnis: Das Projekt übertrifft die ursprünglichen Erwartungen. Statt für fünf steht nun die Finanzierung für elf Mini-Satelliten, wie die bayerische Staatskanzlei jetzt mitgeteilt hat.

    Unter Würzburger Leitung

    Drei dieser Satelliten werden vom Forschungsinstitut „Zentrum für Telematik“ in Würzburg gebaut, gefördert vom bayerischen Wirtschaftsministerium mit über zwei Millionen Euro. Schilling koordiniert für die Uni Würzburg das Gesamtprojekt mit Partnern aus fünf Kontinenten. Weitere bayerische Partner sind neben der Universität Würzburg auch die Technische Universität München und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen.

    Aus der Universität Würzburg kommen weitere innovative technische Beiträge hinzu: Zum einen von einem Team, das Professor Sergio Montenegro, Inhaber des Lehrstuhls für Informatik VIII (Informationstechnik für Luft- und Raumfahrt), koordiniert. Es beschäftigt sich mit verteilten  Bordcomputersystemen, welche die Rechenkapazitäten aller drei Satelliten integrieren. Und zum anderen von Andreas Nüchter, Professor für Informatik mit einem Schwerpunkt auf Telematik, zur fortgeschrittenen Bilddatenverarbeitung, die Beobachtungen aller drei Satelliten aus verschiedenen Blickwinkeln zusammenführen.

    In der Roadmap für die weitere Zusammenarbeit setzt sich das Netzwerk der Regionen nun das Ziel, die Klein-Satelliten schon 2019 in die Erdumlaufbahn zu bringen.

    Staatsminister Georg Eisenreich: „Als Bayern 2016 vorgeschlagen hat, dass die Partnerregionen gemeinsam kleine Satelliten für die Erdbeobachtung in den Orbit schicken, klang das für manche äußerst ambitioniert. Jetzt sind wir kurz vorm Ziel. Bayern und seine Partnerregionen finanzieren elf Satelliten und alle Partner beteiligen sich: Oberösterreich bringt wissenschaftliche Expertise ein, Sao Paulo kümmert sich um den Test der Technik. Shandong schießt die Satelliten ins All und Bayern koordiniert das Projekt. Ein tolles Beispiel für internationale Kooperation auf regionaler Ebene.“

    Kleine Satelliten mit riesigem Potenzial

    Professor Schilling ergänzt: „Kleinst-Satelliten sind heute keine Spielerei mehr, sondern kommerziell sehr erfolgreich. Sie bieten riesiges Zukunftspotenzial. Das durch Kleinst-Satelliten gebildete ‚Internet of Space‘ eröffnet enorme wirtschaftliche Chancen, indem es die ganze Welt kostengünstig miteinander verbindet. Es eröffnet außerdem neue Anwendungen, die den Menschen zu Gute kommen – zum Beispiel durch robuste Kommunikation auch bei Umweltkatastrophen wie Erdbeben oder Vulkanausbrüchen. Auch der globale Handel profitiert davon. So können beispielsweise interkontinentale Transporte aus dem All verfolgt werden.“

    Das Netzwerk der Partnerregionen

    Die Regierungschefkonferenz ist das wichtigste Treffen des Netzwerks der Partnerregionen, in dem Bayern mit sieben politisch eigenständigen Bundesstaaten bzw. Regionen in dynamischen Wirtschaftsräumen der Welt zusammenarbeitet. Das Netzwerk umspannt mit Europa, Asien, Nordamerika, Südamerika und Afrika fünf Kontinente und ist damit eine wichtige Plattform für die internationale politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit Bayerns.

    Mehr Informationen zu dem Satelliten-Programm

    Kontakt

    Prof. Dr. Klaus Schilling, Lehrstuhl für Informatik VII (Robotik und Telematik)
    T: +49 931 31-86647, schi@informatik.uni-wuerzburg.de

    Von Gunnar Bartsch

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