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    Partizipation im Alter einst und heute

    12.11.2019

    Altsein als Grenze der gesellschaftlichen Partizipation? Ein interdisziplinärer Workshop für alle Interessierten sucht Antworten aus der Antike auf diese nach wie vor aktuelle gesellschaftliche Frage.

    Ein Workshop an der Uni Würzburg beschäftigt sich mit der Frage nach der Parizipation im Alter. Den Auftakt bildet ein Vortrag von Otfried Höffe am 14.11.2019 um 18 Uhr im  
Toscanasaal der Residenz.
    Ein Workshop an der Uni Würzburg beschäftigt sich mit der Frage nach der Parizipation im Alter. Den Auftakt bildet ein Vortrag von Otfried Höffe am 14.11.2019 um 18 Uhr im Toscanasaal der Residenz. (Bild: Universität Würzburg / Martin von Wagner Museum)

    Ist es im Alter noch möglich, sich aktiv in die Bürgergesellschaft einzubringen? Besitzt man überhaupt als älterer Mensch bei abnehmender körperlicher Leistung noch die Fähigkeit, persönliche Ziele zu verwirklichen? Diese Fragen stellten sich die Menschen schon in der Antike.

    Vor dem Hintergrund unserer alternden Gesellschaft und der sich daraus ergebenden Probleme der sozialen Alterssicherungssysteme, erweckt ein Werk der lateinischen Literatur derzeit zunehmendes Interesse: Ciceros „Cato maior – Über das Alter“. Die Argumente, die der römische Redner und Philosoph zur Legitimation der eigenen politischen Tätigkeit im Alter entwickelte, sind in jüngerer Zeit mehrfach für den gesellschaftlichen Diskurs neu funktionalisiert worden.

    So mischen sich gerade Intellektuelle, die selbst an der Schwelle zum beruflichen Ruhestand stehen, unter Berufung auf Ciceros Werk in die Diskussion über den letzten Lebensabschnitt ein. Gute Beispiele hierfür sind der Ethiker Otfried Höffe, der in „De senectute“ das Zeugnis einer sich durch die Kulturgeschichte ziehenden Ambivalenz von Alterslob und Altersschelte sieht, oder die Politologin Martha Nussbaum, die unter Berufung auf Cicero die Abschaffung eines festen Renteneintrittsalters fordert.

    Workshop am 14. und 15. November

    In einem vom Institut für Klassische Philologie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg gemeinsam mit der Sokratischen Gesellschaft veranstalteten Workshop soll daher die Tragfähigkeit der antiken Argumente in der heutigen Welt hinterfragt werden. Den Auftakt der Veranstaltung bildet ein Abendvortrag von Professor Otfried Höffe („Die hohe Kunst des Alterns: Kleine Philosophie des guten Lebens“) am Donnerstag, 14. November 2019, um 18 Uhr im Toscanasaal der Würzburger Residenz.

    Der Workshop geht am Freitag, 15. November, von 9 bis 16.30 Uhr in der Griechischbibliothek weiter – mit den Themen „Die Tugenden des Alters und das Gesetz der Natur: Philosophische Aspekte in Ciceros Cato Maior“, „Quelle der Autorität und mancher Übel. Alter in der römischen Republik“, „Rollenzuweisungen zwischen den Generationen in der griechischen Vasenmalerei“, „Metaphern des Altseins bei Cicero. Das Alter als Schlussakt im Theaterstück des Lebens“ und „2000 Jahre sind doch kein Alter – Ciceros Ratschläge im Lichte der modernen Entwicklungspsychologie“.

    Die Referenten sind Experten aus der Würzburger und Bonner Philosophie, Geschichte, Psychologie und Philologie. Hinzu kommt die Präsentation themenrelevanter Objekte aus dem Martin von Wagner Museum.

    Kontakt

    PD Dr. Jochen Schultheiß, Institut für Klassische Philologie II, Universität Würzburg, T +49 (931) 31 88420, jochen.schultheiss@uni-wuerzburg.de

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