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    Leibniz-Preis für eine Alumna

    10.12.2019

    Dagmar Schäfer hat an der Universität Würzburg Sinologie, Japanologie und Politikwissenschaften studiert. Hier wurde sie promoviert und habilitiert. Jetzt hat die Wissenschaftlerin den Leibniz-Preis der DFG erhalten.

    Im Philosophiegebäude am Hubland hat die frisch gekürte Leibniz-Preisträgerin Dagmar Schäfer den Grundstein ihrer akademischen Karriere gelegt.
    Im Philosophiegebäude am Hubland hat die frisch gekürte Leibniz-Preisträgerin Dagmar Schäfer den Grundstein ihrer akademischen Karriere gelegt. (Bild: Gunnar Bartsch / Universität Würzburg)

    Zwei Wissenschaftlerinnen und acht Wissenschaftler hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (dfg) vor wenigen Tagen mit dem wichtigsten deutschen Forschungsförderpreis – dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis – ausgezeichnet. Indirekt hat deshalb auch die Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) Grund zur Freude, schließlich hat eine der Ausgezeichneten, die Expertin für Wissenschaftsgeschichte Dagmar Schäfer, die grundlegenden Stationen ihrer akademischen Laufbahn an der JMU absolviert.

    Des Kaisers seidene Kleider

    Heute ist Dagmar Schäfer Honorarprofessorin für Wissenschafts-und Technikgeschichte an der TU Berlin; in ihrem „Hauptberuf“ leitet sie seit 2013 als Direktorin die Abteilung „Artefakte, Handeln und Wissen“ am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin. Ihr Weg dorthin startete allerdings an der Uni Würzburg. Hier studierte sie von 1987 bis 1993 die Fächer Sinologie, Japanologie und Politikwissenschaften auf Magister; in den gleichen Fächern wurde sie 1996 promoviert. Zentrales Ergebnis ihrer Mitarbeit in dem von der DFG geförderten Forschungsprojekt „Seidenmanufakturen in China: Organisation und Technologie in den Seidenmanufakturen der Ming- und frühen Qing-Zeit“ ist ihr Buch „Des Kaisers seidene Kleider. Staatliche Seidenmanufakturen in der Ming-Zeit (1368-1644)“. In dem Buch legt die Wissenschaftlerin „die Grundlagen für einen Ansatz, in dem Wissens- und Handlungsformen sowohl in ihrem historischen und kulturellen Kontext als auch in den alltäglichen Praktiken untersucht werden“, wie die DFG schreibt.

    Auch als Postdoc blieb Schäfer der JMU treu. Hier – und an der Ts’ing‐hua‐University in Hsinchu (Taiwan) arbeitete sie an ihrer Habilitation, die sie im Jahr 2005 abschloss. Im gleichen Jahr hatte sie eine Assistenzprofessur am damaligen Institut für Kulturwissenschaft Ost-und Südasiens inne. Die weiteren Stationen ihrer akademischen Laufbahn führten sie weg von Würzburg. Im Jahr 2006 übernahm Schäfer die Leitung einer unabhängigen Forschungsgruppe zur Wissenschafts- und Technikgeschichte Chinas am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin;  2011 wechselte sie auf den Lehrstuhl für China-Studien und Technikgeschichte an der Universität Manchester. 2013 kehrte sie als Direktorin der Abteilung „Artifacts, Action, Knowledge” an das Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte zurück.

    Neue Perspektiven für eine Globalgeschichte eröffnet

    „Dagmar Schäfer erhält den Leibniz-Preis für ihre bahnbrechenden Beiträge zu einer umfassenden, globalen und vergleichenden Geschichte von Technik und Wissenschaft. Ihre Arbeiten zu China haben ein neues Licht auf die vom Westen aus diagnostizierte angebliche Stagnation der dortigen Wissensentwicklung geworfen und neue Perspektiven eröffnet für eine Globalgeschichte seit der Periode, die man aus europäischer Sicht ‚frühe Neuzeit‘ nennt“, schreibt die DFG in ihrer Bekanntgabe der neuen Leibniz-Preisträgerinnen und -Preisträger. Mit ihren Werken entwickle sie neue, im weiten Sinne kulturwissenschaftliche Ansätze und eröffne so auch vergleichende Perspektiven zu einer umfassenden Globalgeschichte.

    Der Leibniz-Preis

    Der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis wird bisweilen als „deutscher Nobelpreis“ bezeichnet und ist der wohl wichtigste Forschungsförderpreis in Deutschland. Keine andere wissenschaftliche Auszeichnung in der Bundesrepublik ist mit so hohen Geldsummen dotiert: Die Preisträger erhalten bis zu 2,5 Millionen Euro, die sie bis zu sieben Jahre lang für ihre Forschungsarbeit verwenden können. Die DFG vergibt die Preise jedes Jahr an etwa zehn herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

    Insgesamt elf Mal ging die Auszeichnung in den vergangenen Jahrzehnten an Forscherinnen und Forscher der JMU. Mehr Informationen zu den Ausgezeichneten gibt es hier.

    Die Pressemitteilung der DFG

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