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    Lehre nachhaltig gestalten

    23.11.2021

    Wie kann die Lehre an der Uni Würzburg zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft beitragen? Damit befassten sich die Teilnehmenden beim Tag der Lehre 2021.

    Die Menschheit steht vor großen Umwälzungen. Der Klimawandel bedroht die Erde, natürliche Ressourcen gehen zur Neige, daraus folgende Migrationsbewegungen verschärfen die Situation. Und das sind längst nicht alle globalen Herausforderungen, die es zu meistern gilt.

    Die große Frage ist: Können die Menschen ihre Weiterexistenz auf dem Planeten sichern? Schaffen sie es, die dafür nötigen Entwicklungen anzustoßen und sie ausreichend nachhaltig zu gestalten?

    Nachhaltigkeit: Dieses Thema durchdringt alle Lebensbereiche. Auch beim „Tag der Lehre“ an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) spielte es in diesem Jahr die Hauptrolle. Das Motto des Tages lautete: „Teaching for Future – Nachhaltige Lehre gestalten“.

    Eingeladen waren alle Lehrenden der Universität. In einem Online-Forum und bei Online-Workshops befassten sie sich am 17. November 2021 gemeinsam damit, wie die Lehre an der JMU nachhaltig gestaltet, wie sie zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft beitragen kann.

    Begrüßung durch Andreas Dörpinghaus

    JMU-Vizepräsident Professor Andreas Dörpinghaus, in der Universitätsleitung zuständig für die Bereiche Studium, Lehre und Qualitätsmanagement, betonte in seiner Begrüßung den hohen Stellenwert der Lehre: „Sie ist das Fundament jeder Universität, auch wenn sie oft im Schatten der Forschung steht. Forschung ohne Lehre würde Stillstand bedeuten.“

    Dörpinghaus sieht auch die Lehrenden in der Verantwortung, Nachhaltigkeit an der Universität zu verankern und die Studierenden dabei anzuleiten, zukunftstauglich zu denken und zu handeln: „Schließlich adressieren wir die Generationen, die unsere Zukunft maßgeblich gestalten werden.“

    Impulsvortrag von Matthias Barth

    Wie komplex das Thema „Nachhaltigkeit“ ist, wurde im Impulsvortrag von Professor Matthias Barth deutlich. Die Menschheit müsse viele Hebel umlegen, um eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen. Die Bildung sei einer davon: „Wenn wir über die Lehre der Zukunft nachdenken, müssen wir uns mit Nachhaltigkeit befassen. Und wenn wir über Nachhaltigkeit nachdenken, müssen wir das auch mit Blick auf unsere Lehre tun.“

    Bei der Frage, welche Bildung die Universitäten ermöglichen sollten, gibt es laut Barth etliche Punkte zu bedenken. Es bleibe wichtig, Fachwissen und Kompetenzen zu vermitteln, die für eine spätere Beschäftigungsfähigkeit (Employability) nötig sind. Dazu kommen Werte der Citizenship – also die Bereitschaft jedes Einzelnen, neben seinen individuellen Interessen auch die Interessen der Gesellschaft zu verfolgen.

    Aus Studien sei bekannt, welche Kompetenzen Studierende im Sinne einer „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ brauchen. Dazu gehören Mixed Skills wie die Fähigkeit, Sachverhalte zu reflektieren und einzuordnen. Und dazu gehöre besonders auch die Fähigkeit, in interdisziplinären und interkulturellen Teams komplexe Probleme zu lösen.

    Podiumsdiskussion

    Die folgende Podiumsdiskussion zeigte, dass es an der JMU schon etliche Beispiele einer Bildung für nachhaltige Entwicklung gibt.

    Juraprofessorin Isabel Feichtner berichtete von einem Projekt, bei dem Lehrende, Studierende und zivilgesellschaftliche Initiativen gemeinsam an der Frage arbeiten: Wie kann man das Recht nutzen, um gesellschaftliche Selbstorganisation im Rahmen von Urban-Commons-Projekten zu gestalten? Bei derartigen Projekten arbeiten beispielsweise die Bürgerinnen und Bürger eines Stadtviertels daran, den Klima- und Umweltschutz, aber auch den sozialen Zusammenhalt in ihrem Kiez voranzubringen.

    Professor Markus Riederer, langjähriger Leiter des Botanischen Gartens, stellte fest: Die Prinzipien der Bildung für nachhaltige Entwicklung seien im Lehr-Lern-Garten der JMU seit Jahren verankert. Dort erarbeiten Studierende mit und für Schulklassen Lehreinheiten zum Thema Nachhaltigkeit – auch über Fächergrenzen hinweg.

    Eine Forderung an die Universität formulierte Sonderpädagogik-Studentin Stella Gaus: „Wenn Studierende das Wissen über Nachhaltigkeit in ihrer Lebensführung berücksichtigen sollen, muss auch die Institution, die ihnen das Wissen vermittelt, nachhaltig sein. Sonst funktioniert das nicht.“ Dem stimmte Matthias Barth zu: „Die Universität muss hier ein Vorbild sein. Dabei ist es wichtig, alle Hochschulgruppen an der Implementierung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen zu beteiligen.“

    Stella Gaus, die Mitglied im Senat der JMU ist, dürfte das gerne gehört haben. Denn sie ist überzeugt: „Nachhaltigkeit heißt auch, die nachwachsenden Generationen in Entscheidungsprozesse einzubinden.“

    In dieser Richtung bewegt sich etwas an der Universität. Das erklärte Anja Schlömerkemper, die als JMU-Vizepräsidentin für Chancengleichheit, Karriereplanung und Nachhaltigkeit zuständig ist: Die Universitätsleitung plane ein Nachhaltigkeitslabor, in dem sich Studierende, Lehrende, Forschende und Verwaltungsbeschäftigte zu Nachhaltigkeitsfragen an der Uni vernetzen und austauschen können.

    Workshops und Preis für herausragende Lehre

    Im weiteren Tagesprogramm gab es vielfältige Workshops und Impulsvorträge zum Thema Nachhaltigkeit in der Lehre. Die JMU-Lehrenden nahmen das Angebot gut an und zeigten großes Interesse an der interdisziplinären Fragestellung. Das Organisations-Team freut sich über den reibungslosen Verlauf der erneut online durchgeführten Veranstaltung und die engagierte Beteiligung. „Ich danke allen Lehrenden, dass sie sich die Zeit genommen haben, sich mit ihren Kolleginnen und Kollegen über dieses komplexe Thema auszutauschen“, so Vizepräsident Dörpinghaus.

    Der Tag der Lehre 2021 endete mit der Verleihung des „Studentischen Preises für herausragenden Lehre“. Passend zum diesjährigen Motto wurde der Preis in der Kategorie „Nachhaltige Lehre“ verliehen. Preisträgerin ist Professorin Eva-Maria Kieninger aus der Juristischen Fakultät (Bericht folgt).

    Kontakt

    Diana Maschek, Zentralverwaltung, Referat A3 (Qualitätsmanagement, Organisationsentwicklung & Campusmanagement), T +49 931 31-87278

    Carina Odenbreit, Referentin des Vizepräsidenten für Studium, Lehre & Qualitätsmanagement, T +49 931 31-88070; tagderlehre@uni-wuerzburg.de

    Von Robert Emmerich

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