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    Infusionsambulanz in der Neurologie

    03.03.2020

    Die Neurologische Klinik und Poliklinik betreibt jetzt eine Infusionsambulanz. Patientinnen und Patienten mit Multipler Sklerose, Polyneuropathien und anderen Krankheiten erhalten dort moderne Medikamente.

    Professor Jens Volkmann, Direktor der Neurologischen Klinik und Poliklinik (2.v.l.), mit dem Leiter der neuen Infusionsambulanz, Privatdozent Dr. Chi Wang Ip, Pflegekraft Gabriele Büschel (l.) und Arzthelferin Marion Endrich.
    Professor Jens Volkmann, Direktor der Neurologischen Klinik und Poliklinik (2.v.l.), mit dem Leiter der neuen Infusionsambulanz, Privatdozent Dr. Chi Wang Ip, Pflegekraft Gabriele Büschel (l.) und Arzthelferin Marion Endrich. (Bild: Karina Färber / Universitätsklinikum Würzburg)

    Bequeme Behandlungssessel, an den Wänden Gemälde und ein großer Flachbildschirmfernseher – der Behandlungsraum der neugeschaffenen Infusionsambulanz der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) bietet einigen Komfort. Und das zu Recht, denn für viele der Patientinnen und Patienten, die dort behandelt werden, dauern die Therapiesitzungen mehrere Stunden.

    „In den meisten Fällen basiert das Wirkprinzip der hier verabreichten Medikamente auf monoklonalen Antikörpern“, berichtet Klinikdirektor Professor Jens Volkmann. „Die damit verbundenen Eingriffe in das Immunsystem sind sehr effektiv und meist vergleichsweise gut verträglich, setzen aber regelmäßige Infusionen voraus.“ Der Rhythmus der Therapiesitzungen für die in der Regel chronisch erkrankten Patienten variiert je nach Erkrankung zwischen dreiwöchentlich und halbjährlich.

    Angebot gemäß dem Maximalversorgungsauftrag

    Bislang fanden die Infusionstherapien an der Neurologischen Klinik stationär statt. „Die Einrichtung der Ambulanz bedeutet für die Patienten, die nun nicht mehr über Nacht bei uns bleiben müssen, einen Gewinn an Lebensqualität“, sagt Volkmann.

    Verständlicherweise hätten wegen der Risiken der Behandlung viele Niedergelassene Scheu vor dem Einsatz der Infusionstherapien, die besonders überwachungspflichtig seien. Dies führte laut Volkmann schon zu Versorgungsengpässen bei diesen wirksamen Behandlungen.

    „Mit der baulichen und organisatorischen Installation der Neurologischen Infusionsambulanz können wir unseren Patienten eine moderne, zukunftsweisende Versorgung bieten, mit allen möglichen Übergängen von der stationären in die ambulante Versorgung und vice versa“, freut sich Professor Georg Ertl, Ärztlicher Direktor des UKW: „Wir kommen hier als Universitätsklinikum ein weiteres Mal beispielhaft unserem Maximalversorgungsauftrag nach und können den Patienten wie auch den niedergelassenen Kollegen der Region und weit darüber hinaus ein spitzenmedizinisches Angebot machen.“

    Personelle Kontinuität schafft Vertrauen

    Geleitet wird die Infusionsambulanz von Privatdozent Dr. Chi Wang Ip. Für die pflegerische Betreuung während der Infusionssitzungen – zu der auch eine kontinuierliche Sichtkontrolle gehört – stehen ihm zwei erfahrene Krankenschwestern zur Verfügung. Zusätzlich verstärkt eine Arzthelferin das Team.

    „Unsere Patienten schätzen es sehr, dass sie bei ihren regelmäßigen Therapiesitzungen hier immer dieselben Ansprechpartner vorfinden und sich so ein besonderes Vertrauensverhältnis entwickeln kann“, so Dr. Ip.

    Was die Sicherheit – zum Beispiel bei den sehr seltenen allergischen Reaktionen auf die Medikamente – angeht, ist es zudem vorteilhaft, dass die Infusionsambulanz mitten im Poliklinikbereich der Neurologischen Klinik angesiedelt ist. In deren unmittelbarer Nähe verrichten besonders viele Ärztinnen und Ärzte ihren Dienst.

    Bedarf wird steigen

    „Aktuell behandeln wir pro Woche bis zu 20 Patienten. Von der Kapazität her ist noch Luft nach oben – mit der entsprechenden organisatorischen Optimierung sind bei der jetzigen Ausstattung wöchentlich sicher 30 Patienten realistisch“, sagt Dr. Ip.

    Und das sei auch gut so, denn der Bedarf werde weiter steigen. Zum einen, weil Infusionstherapien bei neuroimmunologischen Erkrankungen, vor allem bei Multipler Sklerose, mehr und mehr zum Standard werden. „Zum anderen sind aber auch für neurodegenerative Krankheiten wie Parkinson oder die Alzheimer-Erkrankung, Medikamente in der Entwicklung, die ebenfalls auf Antikörpern basieren und wohl auch Infusionstherapien benötigen werden“, sagt Dr. Ip. Hier könne die Ambulanz in Zukunft auch für klinische Prüfungen neuer Wirkstoffe genutzt werden.

    Von Universitätsklinikum Würzburg

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