Die Geographie des Weins
28.04.2026Wein ist häufig identitätsstiftend für die Bevölkerung von Anbau-Regionen. Geographische Veränderungen stellen den Weinbau jedoch vor neuen Herausforderungen. Eine Veranstaltung am Montag, 4. Mai 2026, widmet sich dem Thema.
Würzburgerinnen und Würzburger kennen es: Wein prägt Regionen und lokale Identitäten wie kaum eine andere Kulturpflanze. Als jahrtausendaltes Genussmittel ist Wein nicht nur kulinarisch relevant, sondern prägt auch Geographien: das jeweilige lokale Terroir, Relief und Klima sind dafür verantwortlich, dass Weine so vielfältig und unverwechselbar sind. Weinatlanten und Karten veranschaulichen die Verbreitung von Rebsorten oder Weinbaugebieten und ermöglichen Orientierung durch die komplexen Geographien des Weins.
Doch aktuelle geographische Veränderungen stellen für den Weinbau neue Herausforderungen dar, denn Geographie beeinflusst Wein. So führt der Klimawandel dazu, dass bestimmte Rebsorten nicht mehr oder neu angebaut werden können und Anbau- und Herstellungstechniken an den Wandel angepasst werden müssen. Neue Vertriebswege oder die räumliche Reichweite digitaler Kommunikation eröffnen lokalem Wein globale Perspektiven. All dies schafft neue Möglichkeiten für den Wein, führt aber vielerorts auch zu Konflikten.
Dem Thema widmet sich die Veranstaltung „Geographie des Weins“. Sie findet statt am Montag, 4. Mai 2026, von 19 bis 22 Uhr im Foyer der Neubaukirche. Das Institut für Geographie und Geologie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) veranstaltet den Abend zusammen mit der Geographischen Gesellschaft Würzburg. Eingeladen sind alle Interessierten; der Eingang ist barrierefrei.
Zum Programm
Zunächst gibt Dr. Markus Frankl vom Juliusspital Würzburg einen Überblick über historische Entwicklungen des Weinbaus in Franken. Anschließend präsentiert Professor Heiko Paeth (JMU-Arbeitsgruppe Klimatologie) bisherige und künftige klimatische Veränderungen in ihrer Bedeutung für den Weinbau in der Region.
Dr. Rebekka Kanesu (JMU-Arbeitsgruppe Wirtschaftsgeographie) diskutiert den Wandel im Weinbau am Beispiel von Weinköniginnen und den Veränderungen von Geschlechterverhältnissen sowie von klassischen Marketingstrategien. An die kurzen Inputs schließen eine Diskussion auf dem Podium sowie mit dem Publikum an. Durch die Veranstaltung führen Professorin Marit Rosol (JMU-Arbeitsgruppe Wirtschaftsgeographie) und Professor Matthias Naumann (JMU-Arbeitsgruppe Humangeographie).

