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    Gelehrter des Monats: Alfonso Corti

    20.06.2017 | HISTORISCHES
    Alfonso Corti. (Bild: Wikimedia Commons, Wellcome Library London)

    Alfonso Corti. (Bild: Wikimedia Commons, Wellcome Library London)

    Das Cortische Organ ist ein Teil des Ohrs. Erstmals wurde es an der Universität Würzburg von einem Italiener beschrieben, der hier um 1850 wirkte.

    Seit Mai 2017 stellt das Universitätsarchiv Würzburg je einen „Gelehrten des Monats“ vor. Im Juni ist es der Mediziner Alfonso Corti. Seine Bedeutung für die Forschung sei nicht gering, doch sein Lebensweg habe ihn frühzeitig aus dem wissenschaftlichen Betrieb fortgeführt, wie das Archiv schreibt.

    Der gebürtige Italiener hat viele Grundlagen über das Innenohr der Säugetiere erarbeitet. Zu seinen Erstbeschreibungen zählen unter anderem die „lamina spiralis membranacea“ (eine dünne Knochenleiste im Innenohr) und das Ganglion des Schneckennervs. Bemerkenswert sind seine präzisen Beschreibungen, obwohl die technischen Mittel seiner Zeit noch sehr unausgereift waren.

    „Organon spirale“ in Würzburg entdeckt

    Im Jahr 1850 beschrieb der Anatom als erster das „organon spirale“, das noch heute als „Cortisches Organ“ seinen Namen trägt. Mit diesem Fund gelang es ihm, die Schnittstelle zwischen mechanischem Reiz (Schallwelle) und Nervensignalen zu finden, auch wenn er über das Verhalten der letzteren noch keine Angaben machen konnte.

    In Würzburg pflegte Corti einen sehr freundschaftlichen Umgang mit namhaften Größen wie Albert Kölliker und Rudolf Virchow. Dass das „Corti-Organ“ bis heute eine feste Größe im Medizinstudium ist, verdankt der Italiener seinem Würzburger Lehrer Kölliker, der diesen Namen vorschlug.

    Heirat beendete die Forscherkarriere

    „Überhaupt lässt sich die kurze Zeit in Würzburg als Höhepunkt in Cortis gerade einmal sieben Jahre dauernder wissenschaftlicher Karriere ansehen“, so das Universitätsarchiv. Corti stellte seine Forschung nach dem Tod seines Vaters 1852 stark zurück und widmete sich vermehrt der Verwaltung. Im Zuge seiner Hochzeit mit einer reichen italienischen Dame beendete er seine wissenschaftliche Laufbahn endgültig.

    Werdegang von Alfonso Corti

    Alfonso Corti wurde am 22. Juni 1822 in Gambarana in der Lombardei geboren. Er studierte Medizin in Pavia, ging 1845 als Assistent nach Wien und erlangte dort die Doktorwürde. Drei Jahre später wechselte er nach Bern, um 1850 schließlich nach Würzburg zu Albert Kölliker zu kommen. Schon im Jahr darauf verließ er die Stadt wieder. Nach Stationen in Paris und Turin heiratete er 1855 und zog nach Italien. Er starb 1876 im Alter von 54 Jahren.

    Website des Universitätsarchivs

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