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Matthias Coeler ist Experte für Batterien

01.09.2026

Zu seiner Arbeit mit Batterien ist JMU-Alumnus Matthias Coeler eher durch Zufall gekommen. Beim Fraunhofer ISC in Würzburg und beim Erasmusjahr in Schottland fing alles an.

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Alumnus Matthias Coeler hat an der Uni Würzburg Funktionswerkstoffe studiert. (Bild: Kate Cymmer)

Was arbeiten Absolventinnen und Absolventen der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU)? Um den Studierenden verschiedene Perspektiven vorzustellen, befragen Michaela Thiel und ihr Team vom zentralen Alumni-Netzwerk „Uni Würzburg Community“ regelmäßig ausgewählte Ehemalige.

Heute im Gespräch: Matthias Coeler. Er hat an der Universität Würzburg den Studiengang Funktionswerkstoffe absolviert und ist nun Senior Expert für den Bereich „Formation and Aging of Lithium Ion Batteries“ beim Unternehmen PowerCo SE in Salzgitter.

Herr Coeler, erzählen Sie von Ihrem Arbeitsfeld!

Ich beschäftige mich mit dem Prozess und den Maschinen, die eine Batterie lebendig machen – also mit der Prozedur des ersten Aufladens. Dabei sind viele Schritte in einer bestimmten Reihenfolge einzuhalten.

Warum ausgerechnet Batterien?

Das hat sich zufällig so ergeben. Ich hatte eine Vorlesung über Batterien am Fraunhofer ISC in Würzburg gehört; kurz danach war ich als Erasmus-Austauschstudent in Edinburgh. Dort machte ich elektrochemische Experimente mit Manganoxid für Supercap-Elektroden. Nach dem Master-Abschluss in Würzburg ging ich zum Fraunhofer THM Freiberg, wo jemand mit Expertise für Manganoxid und Batterien gesucht wurde – das passte genau zu meiner Studienarbeit. Dort stieg ich in das Thema Aluminium-Batterien ein. Dann war ich beim Fraunhofer IKTS in Dresden im Bereich Lithium-Batterien tätig. Nach sieben Jahren verließ ich die Forschung und ging in ein Startup bei Dresden, das Batterien drucken wollte. Wieder zwei Jahre später bin ich dann zu meinem heutigen Arbeitgeber gewechselt, zur PowerCo SE in Salzgitter.

Was gefällt Ihnen besonders gut an Ihrer Arbeit?

Dass ich nicht nur im Büro sitze, sondern mit Menschen und Maschinen zu tun habe. Ich muss in meiner Firma tatsächlich viel laufen und verschiedene Dinge im Blick behalten. Die Fabrikhallen und Projekte haben eine ganz andere Dimension als ich es aus Startup und Forschung kenne. Ich benötige Kenntnisse aus dem Studium, aber auch technische Kreativität und Improvisationstalent. Dazu kommt eine sehr vielseitige Kommunikation: Viele unserer Lieferanten sind aus Asien und ich habe Kolleginnen und Kollegen auf der ganzen Welt.

Thema Energiewende: Wie steht es um die Haltbarkeit von Batterien?

Seit ich damit zu tun habe, also seit dem Jahr 2011, haben die Materialien und Zellendesigns von Batterien enorme Fortschritte gemacht. Moderne Lithium-Batterien können je nach Ladestromstärke bis zu 5000 Mal aufgeladen und entladen werden, bevor sie unbrauchbar werden. Aktuell geht es primär um die Machbarkeit einer Großproduktion in Deutschland und darum, mit Blick auf die Kosten auf dem Weltmarkt bestehen zu können.

Was ist Ihre liebste Studienzeiterinnerung?

Meine Top 3 sind das Erasmus-Jahr in Edinburgh, Feiern im Laby oder der Sanderstraße und dass ich sehr viele Menschen kennengelernt habe, die ich dann oft auf dem Campus oder in der Stadt wiedergetroffen habe. Nach dem Studium hat sich vieles verlaufen. Ich kann nur empfehlen, eine Uni oder Fakultät mit Campus zu wählen. Diese Zeit wird es so kein zweites Mal im Leben geben.

Vielen Dank für das Gespräch!


Sie sind noch nicht Mitglied im Alumni-Netzwerk „Uni Würzburg Community“ oder im Alumni & Friends e.V.? Dann sind Sie herzlich eingeladen, sich zu registrieren! Das können Sie auf den Webseiten der Community tun. Dort finden Sie auch die bislang veröffentlichten Interviews mit Alumni und Alumnae der JMU.

Von Michaela Thiel / Robert Emmerich

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