Psychologie und Tennis gehörten für Gabriele Leibbrand immer zusammen
31.03.2026JMU-Alumna Gabriele Leibbrand berichtet, wie sie in ihrem Leben Beratung, Leistungssport und bürgerschaftliches Engagement zu einem stimmigen Ganzen integriert hat.
Was arbeiten Absolventinnen und Absolventen der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU)? Um den Studierenden verschiedene Perspektiven vorzustellen, befragen Michaela Thiel und ihr Team vom zentralen Alumni-Netzwerk „Uni Würzburg Community“ regelmäßig ausgewählte Ehemalige.
Heute antwortet Gabriele Leibbrand. Sie hat an der JMU Psychologie studiert; heute leitet sie eine Tennisschule und ist als Mentorin für bürgerschaftliches Engagement aktiv.
Frau Leibbrand, wie kamen Sie von der Psychologie zum Tennis?
Ich bin in all den Jahren immer zwei- oder mehrgleisig gefahren. Trotz verschiedener beruflicher Wege blieb die Psychologie für mich stets wichtig – ebenso wie der Tennissport, in dem ich seit meiner Jugend aktiv war. Nach Studium und Familiengründung arbeitete ich in der Erziehungsberatung. Später führten familiäre Veränderungen dazu, dass mein Mann und ich eine Tennisschule gründeten und im Leistungs- wie im Breitensport tätig waren. Parallel dazu habe ich mich sportpsychologisch weitergebildet und Vorträge gehalten, unter anderem an der TU München. Auch in den Deutschen Tennis Bund und den Deutschen Olympischen Sportbund habe ich mein Wissen eingebracht. Seit dem Tod meines Mannes 2010 arbeite ich weiter im Tennis sowie an sport- und gesellschaftspolitischen Themen.
Was lieben Sie besonders an Ihrem Beruf?
Es ist die Vielfalt. Ich mache Angebote für Menschen jeglichen Alters, jeglicher Herkunft, für jegliches sportliche Level. Zudem bin ich selbst fast täglich sportlich aktiv und durch die zahlreichen Kontakte mit Menschen fühle ich mich immer wieder auf der Höhe unserer Zeit.
Wie sieht Ihre Tätigkeit als Mentorin für bürgerliches Engagement aus?
Ich habe dafür den Ausbildungsgang „Mentor/in für bürgerschaftliches Engagement“ der Stadt Reutlingen absolviert. Bürgerschaftliches Engagement bedeutet immer sich einzusetzen für die Belange und Themen der Zivilgesellschaft. Ich selbst habe gesellschafts- und sportpolitische Themen in den Tennissport transferiert, etwa Migration, Inklusion oder Mixed Leadership. Das ist mir wichtig, weil ich einerseits etwas an andere weitergeben kann und andererseits in Kontakt und in Kommunikation bin mit Lebensbereichen, die weit über den Sport hinaus gehen und sich gegenseitig bereichern.
Was raten Sie jungen Menschen mit Blick auf die Psychologie als Berufsfeld?
Jungen Absolventinnen und Absolventen würde ich empfehlen, sich einen guten Überblick über die verschiedenen Handlungsfelder der Psychologie zu verschaffen. Sie sollten in der Praxis herausfinden, zu welchen der Möglichkeiten sie eine große Affinität spüren. Und sie sollten daran denken, dass psychologische Kenntnisse durchaus auch in anderen Berufsfeldern bereichernd wirken können.
Was ist Ihre liebste Erinnerung an die Studienzeit?
Als ich die allererste Klausur zurückbekam. Der Dozent übergab sie mir mit der Bemerkung, er habe nicht erwartet, dass ich die Klausur mit „gut“ bestehe. Von da an hatte ich keine Zweifel mehr, dass ich das Studium erfolgreich absolvieren würde. Worüber ich bis heute staune: Der Dozent überreichte mir das Büchlein „Hinter dem Perlenvorhang. Gedichte nach dem Chinesischen“ von Manfred Hausmann. Viel später schrieb ich selbst poetische Texte, und mit der chinesischen Sprache beschäftige ich mich bis heute.
Vielen Dank für das Gespräch!
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