Tödliche Argumente. Ciceros manipulative Rhetorik in den Philippischen Reden
Ringvorlesung – Texte und Bilder der Antike zwischen Aufklärung und Manipulation
| Datum: | 27.04.2026, 18:15 - 19:45 Uhr |
| Kategorie: | Ringvorlesung |
| Ort: | Burkardushaus (Am Bruderhof 1); online via Zoom |
| Veranstalter: | WAZ |
| Vortragende: | Prof. Dr. Tobias Dänzer |
Am 27. April 2026 startet um 18:15 Uhr die Ringvorlesung "Texte und Bilder der Antike zwischen Aufklärung und Manipulation" des WAZ (Würzburger Altertumswissenschaftlichem Zentrum) mit dem Vortrag "Tödliche Argumente. Ciceros manipulative Rhetorik in den Philippischen Reden" von Prof. Dr. Tobias Dänzer im Burkardushaus (Am Bruderhof 1) statt.
Über die Ringvorlesung
Weder Bilder noch Texte bilden die Welt so ab, wie sie ist. Bilder haben ein Programm: sie
werden ausgewählt und gestaltet, um ihren Betrachtern eine bestimmte Sichtweise auf die
Dinge nahezulegen. Texte, gerade öffentlich vorgetragene, gehen strategisch vor, um ihr
Publikum in einer gegebenen Situation von dem Standpunkt des Sprechers oder der Sprecherin zu überzeugen und zu einem bestimmten Verhalten zu motivieren. Man kann also von einer Rhetorik der Texte wie der Bilder sprechen.
Die Ambivalenz dieser Tatsache ist bereits in der Antike Gegenstand vielfältiger Diskussionen gewesen. Auf der einen Seite war man fasziniert von der Macht und den Möglichkeiten der Rede, die als Medium zivilisatorischen Fortschritts, als Mittel verantwortungsbewusster Herrschaftsausübung (Cicero) und als Instrument der Wahrheitsvermittlung und Aufklärung gepriesen wird (Augustinus); bisweilen schreibt man ihr sogar einen intrinsischen ethischen Wert zu (Quintilian). Auf der anderen Seite warnt eine von Platon ausgehende philosophische Rhetorikkritik vor der Wahrheitsindifferenz der Rhetorik und ihrem Einsatz für Machtmissbrauch und Manipulation – ein Aspekt, der uns angesichts der Erfahrungen des 20. und 21. Jahrhunderts mit besonderer Drastik vor Augen steht.
Die Ringvorlesung möchte die rhetorischen Strategien antiker Medien in ihrer Ambivalenz aus interdisziplinärer Perspektive vor Augen führen. Sie thematisiert dabei die Rhetorik der Texte und Bilder ebenso wie deren antike und moderne Kritik.
Teilnahme
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei.
Die Online-Teilnahme ist ebenfalls möglich:
Zoom-Link
Meeting-ID: 698 1603 7713
Folgetermine
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Die Darstellung von Zukunftsszenarien als Mittel, Gegenwart zu erfassen
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Prof. Dr. Stefan Pfeiffer
08.06.2026 – Geschichtlichkeit und Authentizität in den Keilschriftkulturen Westasiens: Das Cruciform Monument
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15.06.2026 – Zwischen römischer Frühgeschichte und Kulturtheorie: Pastorale Landschaften in Texten und Bildern der späten Republik und der Kaiserzeit
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06.07.2026 – Lüge und Verleumdung im Kontext antiker Religionsvorstellungen
Prof. Dr. Theresa Roth
13.07.2026 – Psychagogie und Menschenführung in Texten der griechischen Antike
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