Die Sonnenfinsternis sicher betrachten
10.08.2026In den Abendstunden des 12. August ist in Deutschland eine partielle Sonnenfinsternis zu beobachten. Ein Experte der Universitätsaugenklinik warnt vor dem ungeschützten Blick in die Sonne.
Wenn sich am Mittwoch, 12. August 2026, der Mond zwischen die Erde und die Sonne schiebt, bietet sich auch in Unterfranken ein beeindruckendes Himmelsschauspiel. In Würzburg beginnt die partielle Sonnenfinsternis gegen 19:20 Uhr. Sie erreicht gegen 20:13 Uhr ihren Höhepunkt und endet mit dem Sonnenuntergang gegen 20:43 Uhr.
Wer das Ereignis beobachten möchte, sollte dabei keinesfalls auf den richtigen Augenschutz verzichten. Darauf weisen Fachleute von der Augenklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) hin.
Nur mit zertifizierter Schutzbrille in die Sonne blicken
„Eine zertifizierte Sonnenfinsternis-Brille ist die wichtigste Voraussetzung, um eine Sonnenfinsternis sicher zu beobachten“, betont Oberarzt Dr. Andreas Berlin. Wichtig sei außerdem, dass die Schutzbrille unbeschädigt ist und der internationalen Norm ISO 12312-2 entspricht.
Die Brille müsse vor dem Blick zur Sonne aufgesetzt und dürfe erst wieder abgenommen werden, nachdem der Blick von der Sonne abgewendet wurde.
Schäden bleiben oft zunächst unbemerkt
Wer ungeschützt direkt in die Sonne schaut, kann bereits nach kurzer Zeit eine solare Retinopathie bekommen. Dabei werden die lichtempfindlichen Sinneszellen der Netzhaut dauerhaft geschädigt.
Typische Beschwerden wie verschwommenes Sehen, ein dunkler Fleck in der Mitte des Gesichtsfeldes oder verzerrtes Sehen treten häufig erst Stunden später auf.
„Die Netzhaut besitzt keine Schmerzrezeptoren. Deshalb bemerken Betroffene die Schädigung oft erst, wenn sie bereits eingetreten ist“, erläutert Dr. Berlin. Zwar könnten sich die Veränderungen teilweise zurückbilden, in manchen Fällen bleibe jedoch eine dauerhafte Einschränkung des zentralen Sehens bestehen.
Sonnenbrillen reichen nicht
Entgegen einer weit verbreiteten Annahme bieten normale Sonnenbrillen keinen ausreichenden Schutz. Sie reduzieren zwar die Helligkeit und filtern einen Großteil der UV-Strahlung, schwächen die intensive Sonneneinstrahlung aber nicht genügend ab. Zudem erweitern sich hinter den dunklen Gläsern die Pupillen, sodass unter Umständen sogar mehr schädliches Licht auf die Netzhaut gelangen kann.
Besondere Vorsicht gilt auch bei Ferngläsern, Kameras oder Teleskopen. Diese dürfen niemals zusammen mit einer Sonnenfinsternis-Brille verwendet werden. Stattdessen sind spezielle Sonnenfilter erforderlich, die vor der Objektivöffnung anzubringen sind.
Kinder nur unter Aufsicht beobachten lassen
Für Kinder gelten grundsätzlich dieselben Schutzmaßnahmen wie für Erwachsene. Auch sie sollten ausschließlich zertifizierte Sonnenfinsternis-Brillen verwenden. Da jüngere Kinder häufig noch nicht sicher beurteilen können, ob die Schutzbrille richtig sitzt oder beschädigt ist, empfiehlt das UKW eine Beobachtung nur unter Aufsicht Erwachsener.
