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Bundesforschungsministerin Dorothee Bär zu Gast

21.07.2026

Auf Einladung der IHK Würzburg-Schweinfurt war Bundesministerin Dorothee Bär an der Universität. Im Missionskontrollzentrum sprach sie über die Chancen, die Forschung, Technologie und Raumfahrt für die Region Mainfranken bieten.

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Über das Missionskontrollzentrum der Uni läuft die Kommunikation mit SONATE-2. Dorothée Bär durfte dem Nanosatelliten mehrere Steuerbefehle schicken. (Bild: Rudi Merkl)

Seit dem 6. Mai 2025 ist Dorothee Bär Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt der Bundesrepublik Deutschland. In dieser Funktion hat sie am 16. Juli 2026 erstmals die Vollversammlung der IHK Würzburg-Schweinfurt besucht und einen Gastvortrag gehalten.

Darin beschäftigte sie sich mit den Chancen, die Forschung, Technologie und Raumfahrt für die Region Mainfranken bieten. Passend zum Thema fand das Treffen im Missionskontrollzentrum der Universität Würzburg statt, das von Hakan Kayal, Professor für Raumfahrttechnik am Institut für Informatik, geleitet wird.

Knapp 22 Milliarden Euro für Forschung, Technologie und Raumfahrt

In ihrem Gastvortrag skizzierte Bär, welche Chancen die Innovationsregion Mainfranken aus ihrer Sicht bietet: „Innovation entsteht überall dort, wo kompetente Leute gute Ideen umsetzen und dafür Unterstützung finden. Gerade in diesen Zeiten, in denen es mehr denn je darum geht, die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu stärken, kann Forschungspolitik gar nicht wirtschaftsfreundlich genug sein“, sagte die CSU-Politikerin.

Die Bundesministerin berichtete von dem Entwurf des Bundeshaushalts 2027, der einen stabilen Etat von 21,9 Milliarden Euro für Forschung, Technologie und Raumfahrt enthalte. Davon sollten auch die hervorragenden Einrichtungen in Mainfranken profitieren, die starke Beiträge in zukunftsträchtigen Wissenschaftsbereichen wie Robotik, Quantenphysik oder Lebenswissenschaften leisteten. 

JMU 1: Forschung für extraterrestrische Missionen

Eine dieser Einrichtungen ist die Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU). Hakan Kayal und sein Team arbeiten beispielsweise an Nanosatelliten für zukünftige extraterrestrische Missionen. Dieser Forschungsschwerpunkt untersucht eine Vielzahl von Aspekten Hierzu zählen unter anderem Entwurf und Design, Fertigung und Integration sowie Nutzung und Betrieb von Raumfahrtsystemen.

2024 haben die Wissenschaftler den Nanosatelliten SONATE-2 an Bord einer SpaceX-Rakete in den Orbit geschickt. Über das Missionskontrollzentrum am Campus Hubland Nord haben sie mit SONATE-2 kommuniziert und Daten empfangen. Exakt diesem Satelliten durfte die Bundesraumfahrtministerin bei ihrem Besuch in Würzburg selbst mehrere Steuerbefehle schicken. „Mit SONATE-2 hat Deutschland erstmals eine KI im Weltraum auf einem Satelliten trainiert“, freute sich Bär. Dies sei von besonderer Bedeutung für zukünftige Anwendungen in der Erkundung des Sonnensystems, so Bär.

Neben Entwurf, Bau und Betrieb von Raumfahrtsystemen verfolgt Hakan Kayal zwei weitere Schwerpunkte: den Ausbau der Autonomie solcher Systeme und die Suche nach extraterrestrischen Intelligenzen sowie die Erforschung von „Unidentified Anomalous Phenomena“, kurz UAP. Unter anderem dafür hat er vor zehn Jahren das Interdisziplinäre Forschungszentrum für Extraterrestrik (IFEX) gegründet mit dem Ziel, Objekte in unserem Sonnensystem, entfernte Sterne und Galaxien sowie das Universum als Ganzes zu erforschen – immer auch mit der Frage verbunden: „Gibt es außerirdisches Leben?"

JMU 2: Eingebettete Systeme und Sensoren für die Erdbeobachtung

Teilnehmer des Treffens mit der Ministerin war auch Marco Schmidt, Professor für Informatik an der JMU mit einem Schwerpunkt auf eingebettete Systeme und Sensoren für die Erdbeobachtung. Gemeinsam mit seinem Team entwickelt Schmidt Technologien an der Schnittstelle von Weltraumwissenschaft, Robotik und Informatik für die Erd- und Umweltbeobachtung.

Seine Arbeit reicht von der Entwicklung kleiner Satelliten und vernetzter Sensorsysteme bis hin zu neuen Methoden zur effizienten Verarbeitung großer Fernerkundungsdatensätze. Alle Projekte stehen im Kontext der Weltrauminformatik und verbinden theoretische Grundlagen mit konkreten Anwendungen.

Das jüngste Beispiel dafür ist die Entwicklung einer innovativen Kamera-Nutzlast für Kleinsatelliten, die es ermöglicht KI-Verfahren direkt im Orbit zu verwenden und die Hardware bei Bedarf neu zu konfigurieren. Dadurch wird es möglich im Orbit auf veränderte Missionsanforderungen zu reagieren und Soft- und Hardware anzupassen.

JMU 3: Globale Urbanisierung und Fernerkundung

„Erdbeobachtung“ ist das passende Stichwort für den dritten Teilnehmer an dem Treffen vonseiten der JMU: Hannes Taubenböck ist Inhaber des Lehrstuhls für Globale Urbanisierung und Fernerkundung, den die Universität in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt eingerichtet hat.

Fernerkundung bedeutet in diesem Fall: Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten hauptsächlich mit digitalen Aufnahmen durch aktive und passive Sensoren von Erdbeobachtungssatelliten sowie von Flugzeugen und Drohnen. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Themen „Urbane Fernerkundung“, „Georisiken und zivile Sicherheit, „Ökosystemfunktionen und Biodiversität“, sowie „Nachhaltiges Landmanagement“.

Bei dem Treffen mit Dorothée Bär präsentierte Taubenböck die Potentiale der Fernerkundung für Naturgefahren, Georisiken, Klimawandel oder auch geopolitische Krisen. Er zeigte dabei auf, dass Fernerkundung als Informationstechnologie ein hohes Zukunftspotential hat und international in einer technisch sowie methodisch dynamischen Weiterentwicklung begriffen ist.

Hakan Kayal, Marco Schmidt und Hannes Taubenböck dürften demnach mit Dorothée Bär ganz auf einer Linie liegen. Schließlich hatte diese in ihrem Gastvortrag gesagt: „Es geht darum, die Wertschöpfung in unserem Land zu stärken und unser technologisches Können für unsere Wirtschaft von morgen zu sichern.“


Links

Hakan Kayals Webseite

Marco Schmidts Webseite

Hannes Taubenböcks Webseite

Weitere Bilder

Von Gunnar Bartsch (mit Material der IHK Würzburg-Schweinfurt)

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