CHARM-EU: Europäische Kommission gewährt Förderung
17.07.2026Die Europäische Hochschulallianz mit Beteiligung der Universität Würzburg erhält 7,2 Millionen Euro – und setzt so ihre paneuropäische Zusammenarbeit bis 2028 fort.
Die Europäische Hochschulallianz CHARM-EU (Challenge-Driven, Accessible, Research-Based and Mobile European University), zu der auch die Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) gehört, hat sich im Wettbewerb um eine Förderung im Erasmus+-Programm 2026 durchgesetzt. Die Europäische Kommission stellt der Allianz 7,2 Millionen Euro zur Verfügung, um ihre grenzübergreifende Zusammenarbeit bis 2028 weiter auszubauen.
Für die Erasmus+-Ausschreibung 2026 standen insgesamt 145,6 Millionen Euro bereit. Mit der zweijährigen Förderung unterstützt die Europäische Kommission bestehende Hochschulallianzen, die bereits eine enge institutionelle Zusammenarbeit etabliert haben. Die Finanzierung dient als Brücke bis zum Beginn des nächsten mehrjährigen Finanzrahmens der EU und soll erfolgreiche Kooperationen weiter ausbauen, verstetigen und auf weitere Bereiche übertragen.
Innovationen in der Hochschulbildung weiter vorantreiben
Mit der neuen Förderperiode knüpft CHARM-EU an bereits erreichte Meilensteine an. Dazu zählen unter anderem gemeinsame internationale Masterstudiengänge, Weiterbildungsangebote für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in frühen Karrierephasen sowie der Ausbau sogenannter Micro-Credentials – kompakter, flexibel kombinierbarer Weiterbildungsangebote.
Die Förderung soll außerdem die Mobilität von Studierenden und Beschäftigten erhöhen, die digitale und nachhaltige Transformation der Hochschulbildung vorantreiben, die Zusammenarbeit der neun Partneruniversitäten weiter vertiefen und innovative Ansätze auch für andere Hochschulen in Europa nutzbar machen.
Joan Guàrdia Olmos, Rektor der Universität Barcelona und Sprecher der koordinierenden Hochschule, betont die Bedeutung der Förderung für die Zukunft des europäischen Hochschulraums:
„Die Globalisierung hat Universitäten grundlegend verändert. Sie werden heute nicht mehr ausschließlich lokal gedacht, sondern europäisch und international. Bildung, Forschung und Innovation leben vom Austausch von Talenten, Kompetenzen und Ressourcen über Grenzen hinweg. Initiativen wie CHARM-EU sind deshalb unverzichtbar, um Exzellenz zu fördern. Das Netzwerk treibt den Wandel des europäischen Hochschul- und Forschungssystems maßgeblich voran – die Unterstützung der Europäischen Kommission ist dafür von entscheidender Bedeutung.“
Guàrdia ergänzt: „Der Erfolg von CHARM-EU zeigt, dass wir den Internationalisierungsprozess der Hochschulbildung konsequent fortsetzen müssen. Nur so können wir international wettbewerbsfähig bleiben, exzellente Talente gewinnen und unseren Studierenden weltweit attraktive Perspektiven eröffnen.“
Bedeutung für die Universität Würzburg
JMU-Präsident Paul Pauli freut sich über die gute Nachrichten für die Allianz: „Es ist fantastisch, dass der Fortschritt unserer Allianz in den kommenden Jahren weiter gefördert wird. Die Universität Würzburg freut sich auf die Weiterentwicklung unserer engen Zusammenarbeit mit den CHARM-EU Partnern. Als Allianz entwickeln wir neue Formen der Kooperation, die wichtig für exzellente Lehre, Forschung und Transfer sind. Ganz nebenbei machen wir dabei Europa für die Mitarbeitenden und Studierenden unserer Universitäten fruchtbar und lebendig!"
Die Würzburger Professorin Doris Fischer ist in ihrer Rolle als Vizepräsidentin für Internationalisierung an der JMU eng mit CHARM-EU verbunden. Für sie ist „die Fortsetzung der Förderung durch CHARM-UP ein wichtiges Signal für die Zukunft der europäischen Hochschulzusammenarbeit und für den weiteren Internationalisierungskurs der Universität Würzburg.“
Neben den neuen Impulse für Studium, Forschung und Innovation, die gemeinsam mit den Partneruniversitäten geschaffen werden, erhofft sich Fischer vor allem auch weiterhin positive Effekte auf die Vernetzung innerhalb der JMU.
Eine zentrale Säule stellt außerdem die europäische Zusammenarbeit in Stadt und Region dar. „Projekte wie die IMPACT DAYS Würzburg mit 60 Studierenden des CHARM-Masters zeigen, wie internationale Teams gemeinsam mit regionalen Unternehmen, Institutionen und zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren an konkreten Lösungen für globale Herausforderungen arbeiten“, so Fischer.
Schwerpunkte für die kommenden zwei Jahre
In den kommenden zwei Jahren will CHARM-EU insbesondere konkrete und dauerhaft nutzbare Ergebnisse für die gesamte Hochschulgemeinschaft erzielen. Zu den wichtigsten Vorhaben gehören:
- die Ausrichtung der Allianz auf veränderte geopolitische Rahmenbedingungen, um gesellschaftliche, politische und demokratische Herausforderungen noch stärker gemeinsam anzugehen,
- der Ausbau digitaler Lehr- und Lernangebote sowie die stärkere Integration von Künstlicher Intelligenz und Konzepten digitaler Souveränität,
- die Mitgestaltung nationaler Hochschulsysteme und bildungspolitischer Reformen,
- die Weiterentwicklung eines flexiblen, kompetenzorientierten und studierendenzentrierten Bildungsangebots mit enger Einbindung von Praxispartnern,
- sowie der Ausbau modularer Weiterbildungsangebote und kombinierbarer Micro-Credentials, um insbesondere Berufstätige und andere nicht-traditionelle Zielgruppen anzusprechen und dem Fachkräftemangel in Europa entgegenzuwirken.
Mit der erfolgreichen Einwerbung der Fördermittel unterstreicht CHARM-EU seinen Anspruch, die Weiterentwicklung des europäischen Hochschulraums aktiv mitzugestalten. Dabei arbeitet die Allianz eng mit anderen Europäischen Hochschulallianzen, dem Netzwerk FOREU4ALL, der Europäischen Kommission und weiteren Partnern zusammen, um die Universität der Zukunft zu entwickeln.
Martin Kufferath-Sieberin, CHARM-EU Manager an der JMU, ist sich sicher: „Mit CHARM-UP können wir den eingeschlagenen Weg in den Jahren 2027 und 2028 konsequent fortsetzen, neue Projekte anstoßen und den europäischen Gedanken fest im Profil der JMU verankern. So tragen wir nicht nur Europa nach Würzburg, sondern bringen zugleich die Stärken und den Geist unserer Universität in die europäische Hochschullandschaft ein.“
Über CHARM-EU
CHARM-EU ist eine durch das Erasmus+-Programm geförderte Europäische Hochschulallianz. Ihr gehören die Universität Barcelona (Koordination), das Trinity College Dublin, die Universität Utrecht, die Universität Montpellier, die Eötvös-Loránd-Universität Budapest, die Åbo Akademi University, die Julius-Maximilians-Universität Würzburg, die Hochschule Ruhr West sowie die Universität Bergen an.
Gemeinsam entwickeln die neun Hochschulen ein nachhaltiges, inklusives und gesellschaftlich orientiertes Modell der Hochschulbildung, das Studierende gezielt darauf vorbereitet, globale Herausforderungen zu bewältigen.
Mehr Informationen:
www.charm-eu.eu
CHARM-EU Uni Würzburg

