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Zentrum für Personalisierte Medizin zertifiziert

30.04.2024

Das „Zentrum für Personalisierte Medizin Würzburg“ ermöglicht für Krebspatientinnen und -patienten neue maßgeschneiderte Behandlungsstrategien. Nun wurde es von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert.

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Bei der konstituierenden Sitzung des Zentrums für Personalisierte Medizin Würzburg skizzierte Dr. Benedikt Westphalen (rechts) vom LMU Klinikum München die Chancen der Präzisionsonkologie. Mit im Bild (von links) Dr. Tim J. von Oertzen, Ärztlicher Direktor am UKW, ZPM-Sprecher Professor Ralf Bargou, Philip Rieger, Kaufmännischer Direktor am UKW, ZPM-Sprecher Professor Andreas Rosenwald und Professor Volker Kunzmann, Klinischer Leiter des ZPM. (Bild: Dr. Alexander Kerscher / ZPM Würzburg)

Nicht alle Krebspatientinnen und -patienten sprechen gleich gut auf ein und dieselbe Behandlung an, denn jeder Mensch und auch jede Krebserkrankung haben individuelle genetische Merkmale. Ziel der „personalisierten Medizin“ ist es daher, die individuellen Veränderungen im Erbgut eines Tumors zu identifizieren und die Therapie daran auszurichten.

Um möglichst vielen Krebserkrankten eine noch passgenauere Behandlung zu ermöglichen, wurde das Zentrum für Personalisierte Medizin (ZPM) Würzburg gegründet. Das ZPM Würzburg ist Teil des Onkologischen Spitzenzentrums CCC Mainfranken, einer gemeinsamen Einrichtung von Uniklinikum und Universität Würzburg.

Neue molekulare Therapieoptionen

Im Fokus stehen Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittener oder seltener Tumorerkrankung, bei denen nach der Behandlung im Rahmen der Leitlinien der Tumor weiterwächst oder erneut auftritt. Für diese Patientinnen und Patienten sollen nun zusätzliche Optionen angeboten werden.

„Unser neues Zentrum für Personalisierte Medizin vereint alle Akteure aus den Diagnostik- und Therapieeinheiten, um diesen Patientinnen und Patienten umfassende molekulargenetische Untersuchungen zu ermöglichen und potenzielle molekulare Therapieoptionen zu finden“, sagt Professor Ralf Bargou, Direktor des Comprehensive Cancer Center Mainfranken (CCC Mainfranken) und Sprecher des ZPM.

Dreh- und Angelpunkt: Molekulares Tumorboard

Dank der technischen Fortschritte in der molekularen Diagnostik können entsprechende Untersuchungsergebnisse dafür genutzt werden, um speziell für diese genetischen Veränderungen des Tumors individuelle Therapien zu entwickeln. Das Molekulare Tumorboard spielt in diesem Prozess eine zentrale Rolle und ist der Dreh- und Angelpunkt des Zentrums.

„Unser multiprofessionelles Team aus Klinikerinnen und Klinikern sowie Expertinnen und Experten aus den Bereichen Pathologie, Molekularpathologie, Humangenetik, Bioinformatik, Bildgebung sowie dem interdisziplinären Studienzentrum interpretiert die komplexen tumorbiologischen Daten. Abschließend empfehlen wir eine Therapie nach dem besten wissenschaftlichen Standard“, so Professor Andreas Rosenwald, Direktor des Instituts für Pathologie der Universität Würzburg und Sprecher des ZPM.

Herausragende Expertise am Standort Würzburg

„In der Zentrumszertifizierung hat die Deutsche Krebsgesellschaft unsere exzellente klinische und wissenschaftliche Expertise und große Motivation zur Weiterentwicklung der personalisierten Medizin besonders positiv hervorgehoben. Wir danken allen Beteiligten für ihr großes Engagement beim Aufbau des Molekularen Tumorboards am Standort Würzburg“, so Rosenwald.

Dank der engen Verbindung des ZPM Würzburg zum interdisziplinären Studienzentrum mit Early Clinical Trials Unit (ECTU) am CCC Mainfranken können Patientinnen und Patienten zeitnah in innovative Behandlungsstudien eingeschlossen werden, zum Beispiel in immunonkologische Phase-I- oder Phase-II-Studien.

„Um allen Patientinnen und Patienten einen Zugang zur personalisierten Medizin zu ermöglichen, arbeitet das Molekulare Tumorboard eng mit den Behandlerinnen und Behandlern an externen Kliniken, Praxen und Medizinischen Versorgungszentren der Region zusammen“, so Bargou.

Diese Zusammenarbeit mit externen Zuweiserinnen und Zuweisern ist bereits jetzt bestens etabliert – im vergangenen Jahr wurde rund ein Drittel der insgesamt mehr als 400 Patientinnen und Patienten im Molekularen Tumorboard von externen Behandlerinnen und Behandlern angemeldet.

Vernetzung

Auch für die Zusammenarbeit in bayernweiten und nationalen Verbünden ist das ZPM Würzburg sehr wichtig. Die vernetzten Zentren profitieren gleichermaßen von den erhobenen Daten und können Erkenntnisse für die Forschung und die Patientenversorgung nutzen. Dazu gehören etwa das Deutsche Netzwerk für Personalisierte Medizin (dnpm), das Bayerische Zentrum für Krebsforschung (BZKF) mit sechs bayerischen Universitätsklinika oder das Modellvorhaben Genomsequenzierung.

Die Standorte Würzburg, Erlangen, Regensburg und Augsburg haben sich zur „Comprehensive Cancer Center Allianz WERA“ zusammengeschlossen, die im Jahr 2022 von der Deutschen Krebshilfe als „Onkologisches Spitzenzentrum“ ausgezeichnet wurde. Die vier WERA-Partner decken ein Versorgungsgebiet von rund acht Millionen Menschen ab.


Weblink

Zentrum für Personalisierte Medizin  Würzburg

Von Pressestelle Universitätsklinikum Würzburg

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