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    Werte als Bildungsauftrag

    17.09.2019

    Werteerziehung in Zeiten der Digitalisierung: Um dieses Thema dreht sich die Herbsttagung der Professional School of Education am 2. Oktober an der Universität Würzburg. Die Anmeldung ist noch möglich.

    „Werte fair.0 - Ein Auftrag für Bildung und Erziehung": So lautet das Motto der diesjährigen Herbsttagung an der Uni Würzburg.
    „Werte fair.0 - Ein Auftrag für Bildung und Erziehung": So lautet das Motto der diesjährigen Herbsttagung an der Uni Würzburg. (Bild: Fotogruppe Röntgengymnasium)

    Der Begriff „Digitalisierung“ löst oft gemischte Gefühle aus. Alles ändert sich immer schneller. Gewohnte Strukturen in Beruf und Alltag lösen sich auf. Aber auch Werte wandeln sich. Dieser Aspekt der Digitalisierung betrifft nicht zuletzt Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher. Die diesjährige Herbsttagung der Professional School of Education (PSE) steht deshalb unter der Überschrift „Werte fair.0 - Ein Auftrag für Bildung und Erziehung“. Sie findet am 2. Oktober an der Universität Würzburg statt.

    Ethische Bildung und Demokratieerziehung

    Lehrerinnen und Lehrer sollen nicht nur Wissen und Fertigkeiten, sondern auch Werte vermitteln. Als fächerübergreifendes Bildungsziel ist Werteerziehung an allen Schularten in Bayern im LehrplanPLUS festgeschrieben und gilt als das Grundprinzip jeder pädagogischen Arbeit. Doch was heißt „Werteerziehung“ respektive „Ethische Bildung“ genau? Darauf wird Andreas Benk von der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd in seinem Eröffnungsvortrag eingehen. Der Direktor des Ökumenischen Instituts für Theologie und Religionspädagogik beleuchtet das Thema explizit vor dem Hintergrund der aktuellen Prozesse der Globalisierung und des Klimawandels.

    Bildungsexperten sehen dringenden Handlungsbedarf in Sachen Politischer Bildung an Schulen. Dies nicht zuletzt deshalb, weil soziale Themen immer wichtiger, gleichzeitig aber auch zunehmend komplizierter werden. Lehrerinnen und Lehrer sind deshalb umso stärker gefordert, junge Menschen zu befähigen, selbstbestimmt zu handeln, Verantwortung zu übernehmen und politische Probleme zu beurteilen. Wie Demokratieerziehung in der Ära der Digitalisierung gelingen kann, darauf geht Ursula Münch, Direktorin der Akademie für Politische Bildung in Tutzing ein. Die Politologin ist Mitglied in der Ethik-Kommission der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft.

    Workshops und Wertecurriculum

    Überall in Bayern setzen sich Lehrkräfte für Werteerziehung an ihrer Schule ein. Im Workshop-Teil der Tagung geben einige von ihnen ihre Erfahrungen weiter. Tanja Kölbel, Rektorin der Grundschule an der Bräugasse in Neumarkt in der Oberpfalz, geht in ihrem Workshop der Frage nach, was „Wertorientierte Schulentwicklung“ in Zeiten der Digitalisierung bedeutet. Im Rahmen eines World Cafés bearbeiten die Teilnehmer aktuelle Herausforderungen in den Bereichen Wissenserwerb, Haltung der Lehrenden, Medienethik und Elternarbeit in Bezug auf die Wertebildung.

    Das Internetzeitalter und die Globalisierung erfordern ein neues Nachdenken über Werte. Dieses Nachdenken kann an Schulen in ein „Wertecurriculum“ münden. Wie ein solches Curriculum aussehen kann, stellen Kirsten Christiansen und Susanne Müller
 von der Wallburg-Realschule Eltmann vor. Außerdem zeigen die beiden Lehrerinnen Möglichkeiten der Werteerziehung in Bezug auf Themen wie „Fairtrade“ und „Menschenrechte“, aber auch mit Blick auf Tugenden wie Höflichkeit auf. Danach werden die Teilnehmer in Kleingruppen selbst ein Wertecurriculum erarbeiten.

    Werte im Virtuellen

    „Ich klicke, also bin ich“, scheint die Devise vieler Jugendlicher heute zu lauten. Welche Werteorientierung Teenager bei WhatsApp, Instagram, Youtube, Snapchat oder Facebook finden, dieser Frage geht Felix Hofmann vom Stadtjugendring Würzburg (SJR) in seinem Workshop nach. Außerdem stellt er das SJR-Projekt „Mit Medien Zukunft gestalten“ vor. Die Mitarbeiter dieses Projekts drehen mit Jugendlichen Filme, daneben wird der sichere Umgang mit Medien unter die Lupe genommen. Hierzu finden Vorträge zu Themen wie Cybermobbing, Sexting und Datenschutz statt.

    Die junge Generation kennt Faschismus nicht mehr aus eigener Anschauung. Über das Internet werden Kinder und Jugendliche jedoch wieder neu mit antidemokratischen, antisemitischen und menschenfeindlichen Parolen konfrontiert. Auch Lehrerinnen und Lehrer sind zunehmend von dieser Thematik betroffen. Für viele bedeutet die Konfrontation mit virtuell geäußerter Aggressivität immensen Stress, zeigt Johannes Karl in seinem Workshop mit dem Titel „Mit einer Faust in der Tasche läuft es sich beschissen“ auf. Bei ihm simulieren die Teilnehmer spielerisch Stress und trainieren ihre Handlungsfähigkeit.

    Infos zur Tagung

    Die Herbsttagung, die auch Schulentwicklungstag ist, findet auf dem Campus Hubland Süd im Zentralen Hörsaal- und Seminargebäude (Z6) der Universität Würzburg statt. Die Professional School of Education veranstaltet die Tagung zusammen mit der unterfränkischen Schulaufsicht. Es werden rund 300 Lehrkräfte, Forscher, Erzieherinnen und Studierende erwartet. Eine Anmeldung ist noch bis zum 24. September möglich.

    Das Programm

    Darüber hinausgehende Fragen beantwortet das Team der Professional School of Education per E-Mail unter:  Tagung-PSE@uni-wuerzburg.de

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