Mobilität, Sharing & Digitalisierung
24.02.2026Die hochschulische Mobilität weiterentwickeln, nachhaltig mit Büro- und Labormöbeln umgehen: Diese und andere studentische Transformationsexperimente sind am Nachhaltigkeitslabor WueLAB angelaufen.
Ein gutes Mobilitätsangebot in der Stadt und auf dem Campus zu haben, ist für die Studierenden und Beschäftigten der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) wichtig. Zum einen ist der große Campus am Hubland sehr weitläufig, zum anderen sind die weiteren Standorte der Uni über die ganze Stadt verteilt.
Die hochschulische Mobilität gemeinsam mit allen Beteiligten bedarfsgerecht weiterentwickeln: Darauf arbeitet das „Forum Mobilität“ hin, das sich aus dem Referat Mobilität der Studierendenvertretung heraus gegründet hat. In dem Forum sind alle drei Würzburger Hochschulen vertreten. Es möchte eine offene Plattform schaffen, auf der verschiedene Initiativen, Projekte und Impulse zum Thema „Mobilität“ zusammenfließen können. Das Forum strebt zudem enge Kontakte zu relevanten Entscheidungspersonen in Stadt, Gesellschaft und Wirtschaft an.
Mobilität als Transformationsexperiment
Mit der Idee für das „Forum Mobilität“ wurde ein Team um den Philosophie- und Lehramtsstudenten Henry Mörtl in die Reihe der Transformationsexperimente aufgenommen, die an der Universität unter dem Dach des Nachhaltigkeitslabors WueLAB laufen. Die JMU hat das WueLAB 2021 mit dem Ziel eingerichtet, an der Universität eine Kultur der Nachhaltigkeit zu fördern und zu festigen. Aktuell sind 16 Experimente aktiv; drei wurden abgeschlossen. Das Team des WueLAB unterstützt die Experimente administrativ, organisatorisch und finanziell und berät auch wissenschaftlich.
Fünf der 16 Transformationsexperimente stehen unter studentischer Leitung. Die Experimente geben Studierenden die Möglichkeit, wissenschaftsbasiert praktische und strukturelle Veränderungen in der Universität und darüber hinaus mitzugestalten. Das WueLAB begleitet sie bei diesem Prozess. Zusammen mit der umfassenden Vernetzung, die hinter den Experimenten steht, finden die Studierenden hier einzigartige Möglichkeiten vor: Sie kommen mit Studierenden aus anderen Fachdisziplinen, verschiedenen Statusgruppen der Hochschule wie auch mit Akteurinnen und Akteuren der Stadt und der Gesellschaft in Kontakt.
In die Gesellschaft hineinwirken
Die Transformationsexperimente zeigen deutlich, dass der JMU ein transdisziplinäres und statusgruppenübergreifendes Handeln am Herzen liegt: In den Projekten sollen Studierende, Forschende, Verwaltungsangestellte und andere Uni-Beschäftigte gemeinsam aktiv werden und auch mit Beteiligten außerhalb der Universität interagieren.
„Wir möchten mit den Transformationsexperimenten am WueLAB erreichen, dass unsere Universität verstärkt bedeutsame Impulse für gesellschaftliche Transformationsprozesse setzt“, sagt Mathematik-Professorin Anja Schlömerkemper. Die Sprecherin des WueLAB ist gleichzeitig JMU-Vizepräsidentin für Chancengleichheit, Karriereplanung und Nachhaltigkeit.
Campus-Möbel
Ein weiteres neues studentisches Transformationsexperiment: „CampusMöbel - eine digitale Möbelverwendungskette“. Sein Ziel ist es, den Umgang mit den Möbelressourcen innerhalb der Universität Würzburg nachhaltiger, effizienter und transparenter zu gestalten. „Wir wollen eine webbasierte Plattform schaffen, die Bestände sichtbar macht, Angebot und Bedarf vernetzt und die einfache Weitergabe von Mobiliar ermöglicht. Mitarbeitende der Uni sollen Büro- und Labor-Möbel, die sie nicht mehr brauchen, unkompliziert weitergeben können“, so das Team. So bekommen Möbel ein zweites Leben und müssen nicht neu gekauft oder weggeworfen werden. Das schont Ressourcen und reduziert Neuanschaffungen – ein wichtiger Schritt für mehr Nachhaltigkeit an der JMU. Die Web-Plattform „Campus-Möbel“ soll den gesamten Ablauf für alle Beteiligten übersichtlich und nutzungsfreundlich darstellen.
Pussel: Komplexe Forschungspaper, einfach strukturiert
In einem anderen Transformationsexperiment arbeitet Student Lewe Lorenzen an der „Pussel App“. Diese KI-gestützte Lesehilfe bereitet wissenschaftliche Paper mithilfe eines Large Language Models modular und verständlich auf, um einem möglichst breiten Personenkreis den Zugang zu Fachliteratur zu erleichtern. Zur Zielgruppe gehören Studierende und Forschende, aber auch Journalistinnen und Journalisten.
Das Pussel-Projekt wird von einer studentischen Abschlussarbeit begleitet. Die Idee dafür hatte Lewe Lorenzen im Rahmen seines Masterstudiums „Human-Computer Interaction“ am Lehrstuhl für Psychologische Ergonomie. Dessen Mitarbeiter Dr. Stephan Huber unterstützt das Projekt.
W(u)eShare: teilen und tauschen
Das studentische Transformationsexperiment W(u)eShare greift den Wunsch nach mehr sozialem Austausch unter Studierenden und Mitarbeitenden der Universität auf. Dazu wurde ein erster Tauschschrank vor dem Gebäude 22 auf dem Campus Nord installiert. Die Umweltstation der Stadt Würzburg hat ihn gespendet, der Technische Betrieb der Uni hat beim Aufstellen geholfen und Timo Stiller, Student der sozialwissenschaftlichen Nachhaltigkeitsforschung und Projektkoordinator von „W(u)eShare“, hat ihn mit Regalen versorgt und mit ersten Tauschgegenständen, gespendet vom Würzburger Zukunftshaus, ausgestattet. Ein weiterer Verleihschrank für Sport- und Spielgeräte zur Nutzung auf dem Campus ist in Planung.
Im Sinne der „Shared Economy“ sollen bei W(u)eShare neue, nachhaltige Konsumpraktiken ausprobiert werden, die sich durch eine geteilte Nutzung von Gegenständen auszeichnen. Angebote zum Teilen und Tauschen gibt es am WueLAB mehrere. An einem Pflanzentauschregal können Mitglieder der Uni Büropflanzen abgeben oder sich mit neuen Exemplaren versorgen. Zudem kann am Nachhaltigkeitslabor das Lastenrad „Anton“ ausgeliehen werden.
