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Ein Studiengang für digitale Bildungsprofis

19.05.2026

Digitale Technik spielt im Bildungsbereich eine immer größere Rolle, Expertinnen und Experten sind gesucht. Ein neues Studienangebot der Universität Würzburg bereitet sie bestmöglich darauf vor.

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Damit der digitale Wandel in der Bildung gelingt, sind Fachleute mit speziellen Fähigkeiten gesucht. Ein neuer Studiengang an der Uni Würzburg liefert die entsprechenden Grundlagen. (Bild: Gorodenkoff / Adobe Stock)

Pflanzen bestimmen mithilfe des Smartphones, naturwissenschaftliche Zusammenhänge durch digitale Simulationen veranschaulichen, Experimente planen im Dialog mit KI-Agenten oder Arbeitsblätter mit KI erstellen: Für den Einsatz digitaler Technik im Bildungsbereich sind keine Grenzen gesetzt. Und die aktuelle Entwicklung auf dem Gebiet Künstlicher Intelligenz zeigt deutlich, dass dieser Trend noch lange nicht am Ende ist.

Damit der digitale Wandel in der Bildung gelingt, sind allerdings Expertinnen und Experten mit ganz speziellen Fähigkeiten gesucht: Sie sollten technologische Kompetenz, fachdidaktisches Wissen und unterrichtliche Praxis verbinden. Ein neuer Studiengang an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) liefert die entsprechenden Grundlagen. Er vereint technologische Inhalte mit fachdidaktischen Ansätzen und schafft so ein gefragtes Qualifikationsprofil.

Ein Angebot für Lehramt- und Bachelor-Studierende

„Emerging Educational Technologies for Science Technology Engineering Mathematics STEM“ oder kurz EET4STEM lautet der Name des neuen Studienangebots. STEM entspricht dabei dem, was in Deutschland als MINT bezeichnet wird – also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Es richtet sich an Studierende im Lehramt der MINT-Fächer sowie an Studierende der Informatik bzw. informatiknaher Programme, die in interdisziplinären Teams Bildungstechnologien entwickeln. Diese Verzahnung eröffnet für beide Seiten neue Perspektiven: Studierende im Lehramt erhalten Einblick in Software-Entwicklungsprozesse und moderne KI-gestützte Lernumgebungen, während Studierende aus der Informatik ein vertieftes Verständnis für Didaktik entwickeln und sich durch diese eigenständige Profilbildung in einem dynamisch wachsenden digitalen Bildungsmarkt positionieren können.

Zusatzstudium und Masterstudiengang

EET4STEM gibt es in zwei Varianten: Das Zusatzstudium kann parallel zum regulären Lehramtsstudium oder informatikaffinen Bachelor-Studiengang bereits im vierten Semester begonnen werden. Der Masterstudiengang kann konsekutiv nach einem passenden Bachelor oder aufbauend auf dem Zusatzstudium studiert werden.

„Bislang gibt es keine schlüssigen Konzepte, in denen interdisziplinäre Kompetenzen von Informatik-affinen Studierenden und solchen des Lehramts gezielt und projektorientiert gefördert werden“, sagt Professor Thomas Trefzger, Leiter des MIND-Centers der JMU (das den Studiengang als Verbund der Fachdidaktiken Biologie, Chemie, Mathematik, Informatik und Physik ins Leben gerufen hat) und Sprecher des neuen Studiengangs. EET4STEM schließe diese Lücke, indem es eine interdisziplinäre Studienangebotsstruktur schafft, die die jeweils leistungsfähigsten Studierenden fächerübergreifend fördert.

Die Bewerbung ist ab sofort möglich; die Bewerbungsfrist für das Zusatz- oder Masterstudium zum Wintersemester 2026/27 endet am 15. Juli 2026.

Das Programm richtet sich an besonders begabte und leistungsfähige Studierende des Lehramts an Gymnasien mit mindestens einem MINT-Fach sowie an Studierende mit einem mit sehr gutem Erfolg absolvierten Bachelorabschluss aus Informatik und informatiknahen Studiengängen.

Weiterführende Informationen gibt es hier

Bayerischer Elitestudiengang

Bei dem Masterstudiengang handelt es sich um ein spezielles Angebot des Freistaats Bayern: einen Elitestudiengang unter dem Dach des Elitenetzwerks Bayern. Elitestudiengänge zeichnen sich durch eine Reihe von Merkmalen aus: Exzellenz der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, innovative Themenfelder, hoher wissenschaftlicher Anspruch sowie eine hervorragende individuelle Betreuung, moderne Lehr- und Lernformen und weitreichende Zusatzangebote. Dies soll sie für besonders talentierte Studierende höchst attraktiv machen.

Durch die Mitgliedschaft im Elitenetzwerk steht den Studierenden in Elitestudiengängen neben einer hervorragenden fachlichen Ausbildung auch eine umfangreiche ideelle Förderung offen: von Softskill-Seminaren über verschiedenste Netzwerk­Events bis hin zu Veranstaltungen beispielsweise an der Akademie für politische Bildung in Tutzing oder im Rahmen der Lindauer Nobelpreisträger­Tagung.

Von Gunnar Bartsch

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