Energie- und Klimakrise unter dem Druck des globalen Wettbewerbs
13.10.2026Die Suche nach Wegen in eine CO2-neutrale, energiesichere und wettbewerbsfähige Zukunft wirft rechtliche, wirtschaftliche, politische sowie klimawandelbezogene Fragen auf. Ihnen widmet sich im WS 2026/27 eine neue Ringvorlesung.
Der Angriff Russlands auf die Ukraine, der Krieg im Iran sowie Spannungslagen um Venezuela und Grönland. Handelskonflikte mit den USA und China. Naturkatastrophen, terroristische Anschläge und Cyberangriffe auf Energieversorgungsanlagen. Die Liste an geopolitischen Verwerfungen wächst stetig und zeitigt Konsequenzen für die Versorgung mit Erdöl, Gas und weiteren Rohstoffen. Damit einher gehen eine zunehmende Erosion der regelbasierten Ordnung und fehlende Planbarkeit, was sich negativ auf die (europäische) Wettbewerbsfähigkeit auswirkt. Zugleich werden die Folgen des Klimawandels immer sichtbarer und führen zu weiteren Verteilungs- sowie Handelskonflikten.
Vor diesem Hintergrund gilt es, das Zieldreieck aus Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit zu beleuchten, um konkrete Herausforderungen der Transformation des Energiesystems zu untersuchen. Dieser Thematik widmet sich eine Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Julius-Maximilians-Universität Würzburg im Rahmen einer interdisziplinären Ringvorlesung im kommenden Wintersemester an der Juristischen Fakultät. Daneben sind die Beteiligten auch über ein fächerübergreifendes Drittmittelprojekt miteinander verbunden. Im Fokus dieser beiden Vorhaben steht die Erforschung einer resilienten Krisenbewältigung, wodurch ein interdisziplinärer Beitrag zur Energie-Governance geleistet werden soll.
Fächerübergreifende Analyse
„Das komplexe Zusammenspiel aus akuten Krisenmaßnahmen sowie strategischem Weitblick erfordert eine fächerübergreifende Analyse. Es ist unabdingbar, Erkenntnisse der Rechts-, Wirtschafts- und Politikwissenschaft sowie der Klimawandelforschung zusammenzuführen. Umso mehr freut es mich, dass wir eine so hochkarätige Gruppe an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gewinnen konnten“, so Professor Markus Ludwigs, der als Sprecher der Gruppe fungiert.
Wie können wir die Versorgung mit kritischen Rohstoffen sichern und welche Rolle spielt hierbei Energiediplomatie? Inwieweit kann unternehmerische Eigenverantwortung zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen? Sind Klimaklagen ein taugliches Mittel zur Durchsetzung von „Mehr Klimaschutz“? Wie ist das Verhältnis von Biodiversität zum Klimaschutz im Kampf gegen die globale Erwärmung? Was für eine Funktion können Mechanismen wie der Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) einnehmen, um einem Carbon Leakage vorzubeugen? Mit diesem Mechanismus will die EU die Verlagerung von Treibhausgasen ins Ausland verhindern und die heimische Industrie schützen. Diese und weitere Fragen adressiert die Vortragsreihe in einem fächerübergreifenden Ansatz.
Die hybride Veranstaltung in Präsenz sowie über Zoom eröffnet einen breiten Zugang zur Teilnahme an Vortrag und anschließender Diskussion.
Zeit und Zugang
Die Ringvorlesung findet im Wintersemester 2026/27 regelmäßig mittwochs von 18 bis 20 Uhr in Hörsaal II der Alten Universität sowie übertragen per Zoom statt. Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung für die digitale Teilnahme ist über die Website der Forschungsstelle Infrastrukturrecht (FoIR) am Lehrstuhl von Professor Markus Ludwigs möglich möglich. Dort finden sich neben einer Übersicht zu den Vortragsthemen sowie den konkreten Terminen auch weitere Informationen zur Ringvorlesung.
Kontakt
Prof. Dr. Markus Ludwigs, Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Europarecht
T: +49 931 31-80023, l-oer-eur@jura.uni-wuerzburg.de

