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    Recht und Philosophie

    04.12.2018 | NEU AN DER UNI
    Prof. Dr. Florian Meinel, Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie, Universität Würzburg.

    Prof. Dr. Florian Meinel, Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie, Universität Würzburg. (Bild: Christoph Meinel)

    Neuer Professor an der Juristischen Fakultät: Florian Meinel ist seit 1. Oktober 2018 Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Universität Würzburg.

    Das Verfassungsrecht mit seinen rechtsphilosophischen und historischen Grundlagen: Darauf liegt der Arbeitsschwerpunkt des neuen Juraprofessors Florian Meinel (37), der zuletzt an der Humboldt-Universität Berlin gelehrt und geforscht hat. Ihn interessieren unter anderem die verfassungsrechtliche Gestaltung von Parlamenten, das Problem der Verteilungsgerechtigkeit oder die Entwicklung der Verfassungsgerichtsbarkeit.

    Konflikte in der Gesellschaft hinterfragen

    Wie verlaufen soziale Konflikte in der Gesellschaft? Wie gehen die einzelnen Akteure damit um, welche Interessen stehen dahinter? Wer sich für solche Fragen interessiert, bringe eine gute Voraussetzung fürs Jurastudium mit, sagt der neue Professor.

    Freude am Umgang mit Texten und Argumentationen sollten Jurastudierende ebenfalls haben. In Meinels Colloquium zur „Theorie der Rechte“ zum Beispiel setzen sich die Studierenden mit Hegels Rechtsphilosophie und anderen Ideen der Neuzeit auseinander. „Es geht darum, sich in diese Texte einzuarbeiten und im Seminar darüber zu sprechen. Wenn da eifrig diskutiert wird und jemand aus der Gruppe einen ‚Aha-Effekt‘ hat, ist das großartig – genau das macht für mich Universität aus“, so Meinel.

    Buch über den Parlamentarismus

    Über ein eher politisches Thema hat Meinel ein Buch geschrieben, das Anfang 2019 erscheint: „Vertrauensfrage: Zur Krise des heutigen Parlamentarismus“. Es ist aus einem Großprojekt der vergangenen Jahre entstanden. Der Wissenschaftler geht darin der Frage nach, wie das deutsche Regierungssystem wurde, was es ist, und welche Stürme es heute überstehen muss. Dabei macht er unter anderem deutlich, in welchen prägnanten Besonderheiten sich das Parlament der Bundesrepublik von den Parlamenten anderer westeuropäischer Nationen unterscheidet.

    Das Problem mit der Gleichheit vor dem Recht

    „Das Schöne an der Rechtsphilosophie ist, dass ganz konkrete juristische Fragen und uralte Fragen der Gerechtigkeit oft sehr eng beieinander liegen“, sagt Meinel. Das macht er beispielhaft an einem Problem der Verteilungsgerechtigkeit deutlich – an der Besteuerung von Unternehmenserbschaften.

    Wird ein familiengeführtes Unternehmen vom Vater auf die Tochter vererbt, ist sie weitgehend von der Erbschaftsteuer befreit, mit der private Erbschaften aber umso höher belastet sind. 2014 wurde diese Regelung für verfassungswidrig erklärt. Laut Meinel gibt es gute politische Gründe, Familienunternehmen zu privilegieren – weil sie den Wirtschaftsstandort Deutschland sehr stark tragen. Doch ist das gerecht? Und wie geht das Recht mit dieser Frage um? Wie verändern sich Vorstellungen von Rechtsgleichheit? Die Rechtswissenschaft, da ist Meinel sich sicher, muss die Struktur gesellschaftlicher und politischer Konflikte verstehen, um Recht zu verstehen.

    Werdegang von Florian Meinel

    Florian Meinel, 1981 in Marburg geboren, hat Rechtswissenschaften und Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin studiert. Nach der Ersten Juristischen Staatsprüfung war er gut fünf Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Berlin tätig – zuerst am DFG-Sonderforschungsbereich „Governance in Räumen begrenzter Staatlichkeit“, dann am Wissenschaftszentrum für Sozialforschung. Später forschte und lehrte er am Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Finanzrecht der Humboldt-Universität und eine Zeitlang als Visiting Lecturer für Law and Public Affairs an der Universität Princeton in den USA.

    2016/17 war Meinel Sprecher des Präsidiums der Jungen Akademie an der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Im Wintersemester 2017/18 vertrat er an der Universität Göttingen den Lehrstuhl für Öffentliches Recht. Im Februar 2018 habilitierte er sich an der Humboldt-Universität.

    Doppelpack: Horst Dreier und Florian Meinel

    Zum 1. Oktober 2018 ist Florian Meinel dem Ruf auf den Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Juristischen Fakultät der Universität Würzburg gefolgt. Es handelt sich hier um eine sogenannte „vorgezogene Wiederbesetzung“: Wenn der bekannte Würzburger Verfassungsrechtler und Rechtsphilosoph Professor Horst Dreier in den Ruhestand geht, wird Florian Meinel sein Nachfolger.

    Bis das soweit ist, forschen und lehren beide Professoren parallel. Die Studierenden kommen dadurch in den Genuss eines quasi verdoppelten Lehrangebots. Finanziert wird die vorgezogene Wiederbesetzung aus Mitteln des „Qualitätspaktes Lehre“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

    Kontakt

    Prof. Dr. Florian Meinel, Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie, Universität Würzburg, +49 931 31-88122, florian.meinel@uni-wuerzburg.de

    Website von Prof. Florian Meinel

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