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  • Das Akademische Orchester der Universität Würzburg mit seinem Leiter Markus Popp.

Wie aus Wissen professionelles Handeln wird

30.10.2026

Der Pädagoge und Psychologe Frank Fischer diskutiert an der Universität Würzburg neue Perspektiven für eine wissenschaftlich fundierte und praxisnahe Lehrkräftebildung.

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Matthias Erhardt, Frank Fischer und Hans-Stefan Siller (v.l.) diskutierten die Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung. (Bild: PSE)

Was müssen angehende Lehrkräfte können, um im Unterricht professionell zu handeln – und wie lässt sich das bereits an der Universität gezielt einüben? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Professional School of Education (PSE) der Julius-Maximilians-Universität Würzburg am 13. Oktober 2026. Anlass war der Auftakt zur universitären Auseinandersetzung mit dem bayerischen Masterplan Lehrkräftebildung. Den wissenschaftlichen Impuls setzte Prof. Dr. Frank Fischer von der Ludwig-Maximilians-Universität München mit seinem Vortrag „Simulationsbasiertes Lernen an der Hochschule – Befundlage und Konsequenzen für die Gestaltung von Core Practices of Teaching“.

Einblicke in den Masterplan Lehrkräftebildung

Zu Beginn stellte PSE-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Christoph Ratz zentrale Eckpunkte des im September vorgestellten Masterplans vor. Er sieht unter anderem eine stärkere Rolle der Fachdidaktiken, eine engere Verzahnung wissenschaftlicher Ausbildung und schulischer Praktika sowie die verbindliche Berücksichtigung von Querschnittsthemen wie Inklusion, Demokratiebildung und Medienpädagogik vor. Einen besonderen Stellenwert erhalten sogenannte „Core Practices“ – zentrale Tätigkeiten professionellen Unterrichtshandelns, die in der Lehrkräftebildung systematisch in den Blick genommen werden sollen.

Prof. Dr. Hans-Stefan Siller begrüßte Frank Fischer im Namen des PSE-Vorstands und unterstrich, dass die Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung mehr verlangt als neue organisatorische Vorgaben: „Entscheidend wird sein, diese nicht nur organisatorisch, sondern auch wissenschaftlich fundiert und didaktisch überzeugend zu gestalten.“

Mit Frank Fischer war dafür ein ausgewiesener Experte zu Gast. Der Professor für Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie an der LMU München forscht unter anderem zu digitalem und kollaborativem Lernen, wissenschaftlichem Denken und Argumentieren sowie professioneller Diagnostik. Als Mitglied des Beirats der Würzburger PSE ist er der Universität eng verbunden; zudem begleitete er die bayerische Expertenkommission zur Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung als externer Berater.

Berufliches Handeln erfordert nicht nur theoretisches Wissen

In seinem Vortrag richtete Fischer den Blick auf eine zentrale Herausforderung: Welche professionellen Handlungen von Lehrkräften lassen sich bestimmen, untersuchen und schon im Studium gezielt fördern? Da die empirische Forschung zu „Core Practices“ bislang noch begrenzt ist, zog er Erkenntnisse aus dem simulationsbasierten Lernen heran. Die Analogie zur Medizinausbildung verdeutlichte dabei den Grundgedanken: Komplexes berufliches Handeln erfordert nicht allein theoretisches Wissen, sondern auch Gelegenheiten, zentrale Anforderungen in geeigneten Lernumgebungen zu bearbeiten und zu reflektieren.

Der Vortrag eröffnete damit eine ebenso aktuelle wie grundsätzliche Diskussion: Wie können Fachwissenschaft, Fachdidaktik, Bildungswissenschaften und schulische Praxis noch enger zusammenwirken? Und wie wird aus wissenschaftlicher Evidenz ein überzeugendes Konzept für die Ausbildung zukünftiger Lehrkräfte? Der Auftakt an der JMU zeigte, wie viel Potenzial in dieser Verbindung liegt – und machte neugierig auf die weiteren Schritte bei der Gestaltung einer zukunftsfähigen Lehrkräftebildung.

Mit dem kürzlich erschienen Masterplan für Lehrkräftebildung in Bayern fordern die verantwortlichen Ministerien (Kultus- wie Wissenschaftsministerium) explizit die Umsetzung von „Core Practices“. Ein entsprechendes Schreiben der Ministerien ging an die Präsidien der bayerischen Universitäten und wurde an unserer Universität vom Präsidenten an die lehrkräftebildenden Fakultäten weitergeleitet. Die PSE wird diesen Prozess konstruktiv begleiten, noch ist die konkrete Ausgestaltung einzelner Punkte und die Umsetzung in der Lehramtsprüfungsordnung offen.

Kontakt

Dr. Matthias Erhardt, Prof. Dr. Hans-Stefan Siller: geschaeftsfuehrung-pse@uni-wuerzburg.de

Von PSE

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