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    einBLICK - Online-Magazin der Universität Würzburg

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    19.06.2018 | INTERNATIONAL
    Das Team der JMU auf dem Treffen der Coimbra Group in Salamanca.

    Das Team der JMU auf dem Treffen der Coimbra Group in Salamanca (v.l.): Nicola Seitz, Stephan Schröder-Köhne, Marcus Holtz, Annette Retsch, Florian Evenbye und Kristina Förster. Es fehlt: Alois Palmetshofer. (Foto: Diana Afrashteh, Universität Graz)

    Eine lange akademische Tradition ist eine der Eigenschaften, die die 39 Mitgliedsuniversitäten der Coimbra Group vereint. Dass ihr Blick auch in die Zukunft gerichtet ist, zeigte sich beim jüngsten Treffen in Salamanca.

    In dieser Gesellschaft wirkt selbst die Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) mit ihrer Erstgründung im Jahr 1402 jung: Die Universität Bologna datiert ihre Entstehung ins Jahr 1088; die Prager Karls-Universität wurde 1348 von Karl IV. gegründet. Und die Wurzeln der Universität in Salamanca reichen bis ins Jahre 1218 zurück – was der ältesten Uni Spaniens in diesem Jahr die Gelegenheit gibt, das 800-jährige Jubiläum zu feiern.

    Dieses Jubiläum war mit ein Grund, weshalb die Coimbra Group ihre diesjährige Jahreskonferenz in Salamanca abgehalten hat. Die Gruppe versteht sich als Zusammenschluss traditionsreicher europäischer und multidisziplinärer Universitäten von hohem internationalem Format; 39 Universitäten aus 22 Ländern haben sich darin unter ein gemeinsames Dach begeben mit dem Ziel, sich untereinander auszutauschen und Einfluss auf die Bildungspolitik auf nationaler und europäischer Ebene zu nehmen.

    JMU Delegation in Salamanca

    Sechs Vertreterinnen und Vertreter der JMU waren in diesem Jahr zum Coimbra-Treffen nach Salamanca gereist. In verschiedenen Arbeitsgruppen, verteilt auf die drei Themenschwerpunkte „Research“, „Education“ und „Outreach“, haben sie dort laufende Themen bearbeitet und neue Projekte auf den Weg gebracht.

    Daneben galt es allerdings auch einen Erfolg zu feiern: Nicola Seitz, Doktorandin am Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie, hatte sich Anfang April mit einem Sieg im sogenannten 3MT-Wettbewerb an der JMU für die Teilnahme am Finale des europäischen Wettbewerbs qualifiziert. Bei 3MT („3 Minute Thesis”) geht es darum, einem fachfremden Publikum in nur drei Minuten seine Forschungsarbeit zu erklären. In Salamanca stellte Nicola Seitz ihr Dissertationsprojekt zur Erforschung idealer Lebensräume für Wildbienen vor und erreichte den dritten Platz.

    Entwicklungen und Projekte für die Forschung

    Ins Leben gerufen und veranstaltet wurde der Wettbewerb „3MT“ von der Doctoral Studies Working Group der Coimbra-Gruppe. Würzburger Vertreter ist hier Dr. Stephan Schröder-Köhne, Leiter der Graduiertenschulen der JMU. Die Arbeitsgruppe befasst sich mit frühen wissenschaftlichen Karrierephasen. Ihre Mitglieder erarbeiten unter anderem generelle Grundsätze für eine gute Betreuung Promovierender und diskutieren Maßnahmen, mit denen sich die Qualität in der Promotion messen und sichern lässt.

    Dr. Alois Palmetshofer, Privatdozent an der Fakultät für Biologie der JMU, ist Mitglied und stellvertretender Vorsitzender der Life Sciences-Arbeitsgruppe. Deren Mitglieder leisten einen wesentlichen Beitrag zur Internationalisierung der Studienprogramme; zusätzlich ist ihr Ziel, den europäischen wissenschaftlichen Nachwuchs in den Bio- und Medizinwissenschaften zu fördern. Sie kümmern sich beispielsweise um den Aufbau gemeinsamer Studienprogramme und um ein spezielles Angebot für Studierende aus Schwellenländern mit guten Theorie-, aber nur geringen Laborkenntnissen, die sich nach ihrem Bachelorabschluss für ein Masterstudium an einer europäischen Universität bewerben.

    Innovation und Austausch im Bereich „Education“

    Die Nutzung neuer Technologien und Begleitforschung zur Gestaltung guter Lehre sind zentrale Anliegen der Education Innovation-Arbeitsgruppe. Würzburger Vertreterin hier ist Kristina Förster aus dem Bereich ProfiLehre am Servicezentrum Innovatives Lehren und Studieren (ZILS). Ein aktuelles Projekt dieser Gruppe sieht vor, eine europaweite Good-Practice-Datenbank aufzubauen, in der Lehrende Beispiele innovativer Lehrpraxis vorstellen. Gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Academic Exchange und Mobility und dem EU-Referenten José Diez Verdejo haben Förster und die weiteren Gruppenmitglieder außerdem die Potenziale des Programms „Erasmus+ Virtual Exchange“ für Studierende, Lehrende und Hochschulen diskutiert. Zu beiden Themen wird ProfiLehre demnächst Informationen für Dozierende bereitstellen.

    Vielfältige Themen zur Mobilität von Studierenden, Lehrpersonal und Beschäftigten an Universitäten bearbeitet die Arbeitsgruppe Academic Exchange und Mobility. Mit dabei ist Florian Evenbye vom International Office der JMU, der auch Delegationsleiter der Würzburger Teilnehmer war. Themen hier waren: Ein Notfallkatalog, der einen adäquaten Umgang mit Studierenden in Katastrophenfällen, bei Terroranschlägen oder in Suizidsituationen ermöglichen soll, sowie die Optimierung des Erasmus-Praktikumsangebotes, gemeinsame Fortbildungen für Beschäftigte und die weitere Digitalisierung des Studierendenaustauschs.

    An diesem Punkt setzt auch die Arbeitsgruppe zum Thema Employability an, in der Dr. Annette Retsch vom Career Centre/ ZILS der JMU aktiv ist. Mit dem Ziel, die persönliche Entwicklung der Studierenden zu stärken, um sie auf den sich rasch wandelnden Arbeitsmarkt und gesellschaftliche Fragestellungen vorzubereiten, bündelt die Gruppe aktuell Digitalisierungsstrategien europäischer Career-Centre-Einrichtungen. Sie vergleicht hierzu auch „digitale Werkzeuge“ in der Praxis, um nicht nur Studierende bestmöglich erreichen, sondern auch den vielfach postulierten ökonomischen und gesellschaftlichen Mehrwert kritisch beleuchten zu können. Die so gewonnenen Erkenntnisse sollen in einen gemeinsamen Antrag zur Finanzierung eines Digitalisierungsprojekts mit EU-Mitteln fließen.

    Outreach und Perspektiven

    Angesichts der langen Tradition und des hohen internationalen Formats der Coimbra-Universitäten befasst sich die Heritage-Arbeitsgruppe mit einem weiten Spektrum von fachspezifischen Good-Practice-Beispielen in der Überlieferungsbildung bis hin zur Untersuchung der weitreichenden Bedeutung von Universitäten für die kulturelle, gesellschaftliche und politische Entwicklung Europas. Mit dabei ist von Seiten der JMU Dr. Marcus Holtz, Leiter des Universitätsarchivs.

    Wer sich für dieses Thema interessiert, sollte einen Blick in die „Schatzkammer der Universitätssammlungen“ werfen.

    Mehr Informationen zur Coimbra Group gibt es hier.

    Bei Fragen stehen die jeweiligen Vertreterinnen der Vertreter der einzelnen Arbeitsgruppen zur Verfügung.

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