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    Katholische Theologie vereint

    08.10.2019

    Erstmals sind alle Lehrstühle der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Würzburg in einem Gebäude in der Innenstadt vereint. Die Studierenden können sich unter anderem auf eine zentrale Bibliothek freuen.

    Professor Martin Stuflesser (links) und sein wissenschaftlicher Mitarbeiter Tobias Weyler haben beim Umzug mit angepackt.
    Professor Martin Stuflesser (links) und sein wissenschaftlicher Mitarbeiter Tobias Weyler haben beim Umzug mit angepackt. (Bild: Markus Hauck / Pressestelle des Bischöflichen Ordinariats Würzburg, POW)

    Zahlreiche Helfer schleppen Kartons und Möbel. Dozentinnen und Dozenten räumen ihre Büros ein, Handwerker schließen Geräte an oder erledigen Feinschliff: In den neuen Räumen der Katholisch-Theologischen Fakultät der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg herrscht rege Betriebsamkeit. Pünktlich zum Vorlesungsbeginn am Montag, 14. Oktober 2019, soll der Betrieb am Standort Bibrastraße 14 beginnen – auf dem Areal der Kongregation Schwestern des Erlösers (Erlöserschwestern), zentral in der Innenstadt.

    Durch die enge Zusammenarbeit von Bistum, Erlöserschwestern und JMU sei es gelungen, das Projekt in einer Umbauzeit von anderthalb Jahren zu vollenden. „Für die rund 700 Studierenden der Theologie haben wir jetzt wertige und langfristig nutzbare Räume. Ich freue mich!“, sagt Dekan Martin Stuflesser, Inhaber des Lehrstuhls für Liturgiewissenschaft.

    Studierendenzahlen sind gestiegen

    Das sei zukunftsweisend, denn in den vergangenen Jahren sei allein die Zahl der Studierenden im Vollstudium „Magister Theologiae“ von 100 auf derzeit 140 gestiegen. Dazu kommen Studierende aus anderen Studiengängen und Fakultäten, die Lehrveranstaltungen der Fakultät belegen.

    Barrierefrei zugänglich, vereint das Gebäude auf dem Gelände der Erlöserschwestern erstmals alle Lehrstühle der Katholischen Theologie unter einem Dach. Insgesamt rund 50 Büros, vier Seminarräume und eine zentrale theologische Bibliothek sind dort zu finden. Auf zehn Jahre läuft der Erbpachtvertrag zwischen Erlöserschwestern und Universität, mit Option auf Verlängerung.

    Kurze Wege zu wichtigen Institutionen

    „Der neue Standort stärkt die traditionsreiche Präsenz der Universität in der Würzburger Innenstadt. Juristische Fakultät, Institut für Musikforschung und Neue Universität sind in zum Teil direkter Umgebung,“ erläutert Stuflesser.

    Und auch zur Domschule, dem Mentorat künftiger Religionslehrkräfte, dem Zentrum für Theologiestudierende und Pastoralreferenten, dem Priesterseminar und Archiv und Bibliothek der Diözese Würzburg seien die Wege kurz. Das eröffne vielfältige Möglichkeiten der Vernetzung, zum Beispiel zu Themen, für die die Theologie wichtige Anregungen geben könne. „Oder auch für eine Hausaufgabenbetreuung für Kinder von Geflüchteten, die hier auf dem Gelände der Erlöserschwestern leben.“

    Überlegungen für einen zentralen Standort der Theologie habe es ohnehin schon länger gegeben, unter anderem, weil bei der Akkreditierung des Magister-Studiengangs durch eine externe Gutachtergruppe moniert worden war, dass die vielen Standorte in der Stadt für die Studierenden problematisch seien.

    6,5 Millionen Euro investiert

    Seine Vorgänger als Dekan, Franz Dünzl und Heribert Hallermann, haben nach Stuflessers Worten das Projekt in der Bibrastraße maßgeblich auf die Schiene gesetzt. Er selbst folgte 2015 im Amt nach und berichtet von viel Abstimmungsbedarf im Vorfeld der Umsetzung. Im Frühjahr 2018 begann dann unter der Leitung von Architekt Tilmann Christner von der SBW-Bauträger- und Verwaltungs-GmbH die Ertüchtigung der Räume in der Bibrastraße 14.

    „Die Zusammenarbeit aller Beteiligten war sehr gut. Die größte Herausforderung war zum einen die Statik, die für die neue Nutzung angepasst werden musste. Zum anderen war es nicht unbedingt leicht, bei der derzeitigen Auslastung im Baugewerbe die notwendigen Handwerker schnell herbeizubekommen.“ Rund 6,5 Millionen Euro wurden nach Christners Angaben investiert.

    Synergien im Lehr- und Forschungsbetrieb

    Bis zum Semesterstart werden auch die bislang noch offenen Stellen im neu angebauten gläsernen Treppenhaus verschlossen und alle 1600 Umzugskartons eingeräumt sein, zeigt sich Marco Weis, Umzugsbeauftragter der Fakultät und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft, zuversichtlich.

    Schon fertig einsortiert ist die theologische Gesamtbibliothek samt Magazin im Keller. „Sie ist über den neuen Aufzug barrierefrei zugänglich. Und dank eines zentralen Zugangs wird weniger Aufsichtspersonal benötigt. Das ermöglicht deutlich großzügigere Öffnungszeiten als bei den verteilten bisherigen Bibliotheken.“

    Dekan Stuflesser freut sich auf die Synergien, die im gemeinsamen Gebäude möglich werden. „Hat man sonst die Kollegen vielleicht dreimal pro Semester bei Sitzungen getroffen, ist jetzt die Begegnung – auch über Institutsgrenzen hinweg – quasi programmiert.“ Außerdem verstehe er das neue Fakultätsgebäude als offenes Haus: „Das Tor in der Bibrastraße wird offenstehen.“ Der Hof bis zur Mutterhauskirche sei mit seinen vielen Bäumen „eine herrliche grüne Oase mitten in der Stadt“ und „noch ein Geheimtipp“. Auch Universitätspräsident Alfred Forchel zeigt sich hocherfreut: „Nach jahrzehntelanger Zersplitterung konnte nun die theologische Fakultät unter einem Dach vereint werden. Dies wird gemeinsame Forschungsprojekte der Lehrstühle erleichtern, ebenso wie die Kooperation mit anderen Fakultäten.“

    Große Eröffnungsfeier im April 2020

    Zum Wintersemester 2019/20 gibt es laut Stuflesser nur eine kleine Zeremonie, die eigentliche Eröffnungsfeier soll in der Woche vom 20. bis 25. April 2020 zu Beginn des Sommersemesters 2020 stattfinden. Dann feiert unter anderem Würzburgs Bischof Franz Jung einen Gottesdienst und es gibt einen offiziellen Festakt zur Einweihung.

    Von Markus Hauck, Pressestelle des Bischöflichen Ordinariats Würzburg, POW

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