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Zwei Auszeichnungen für Gabriele Hierlmeier

17.03.2026

Doppelter Erfolg für die Chemikerin Gabriele Hierlmeier: Sie wurde ins Junge Kolleg der Bayerischen Akademie der Wissenschaften berufen und erhielt den ADUC-Vortragspreis.

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Gabriele Hierlmeier gehört seit März 2026 zum Jungen Kolleg der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. (Bild: Robert Emmerich / Universität Würzburg)

Das Junge Kolleg besteht aus exzellenten Nachwuchsforschenden, die innovative und zukunftsorientierte Themen bearbeiten. Zum 1. März 2026 hat es vier neue Mitglieder aufgenommen – darunter Gabriele Hierlmeier, Jahrgang 1994. Sie ist seit 2023 Juniorprofessorin für Anorganische Molekülchemie und Katalyse an der Universität Würzburg und leitet hier seit 2026 eine von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe.

Die Aufnahme in das Junge Kolleg ist mit einer jährlichen Förderung von 12.000 Euro verbunden. Die Berufenen gehören als außerordentliche Mitglieder der Bayerischen Akademie der Wissenschaften an. Dadurch profitieren sie von einem hochrangigen Netzwerk, das den Austausch zwischen den Disziplinen und Generationen fördert.

Die reguläre Förderdauer beträgt drei Jahre und kann auf bis zu sechs Jahre verlängert werden. Finanziert wird das Programm vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst.

Die Forschung der neuen Kollegiatin

Das Projekt, bei dem Gabriele Hierlmeier vom Jungen Kolleg gefördert wird, zielt auf die Entwicklung neuer Titankatalysatoren ab. Katalysatoren sind in der Chemie ungemein wichtig, unter anderem für die effiziente Umwandlung kleiner Moleküle in wertvolle Synthesebausteine.

Hintergrund: Ein großer Teil der heute verwendeten Feinchemikalien, Polymere und Arzneistoffe wird nach wie vor aus fossilen Rohstoffen hergestellt. Die Produktionsprozesse sind jedoch häufig mehrstufig und aufwendig, während direkte Umwandlungen in höherwertige Produkte bislang nur begrenzt möglich sind.

Die Würzburger Chemikerin will darum neue Titankatalysatoren entwickeln, mit denen sich aus einfachen Ausgangsmolekülen in wenigen Reaktionsschritten komplexe Strukturen aufbauen lassen. Ein zentrales Element ist dabei der Einsatz von sichtbarem Licht, wodurch neuartige Reaktionsmechanismen zugänglich werden.

Ihre Strategie könnte neue Wege für effiziente und nachhaltigere katalytische Transformationen eröffnen. Außerdem eröffnet ihr Ansatz auch neue Perspektiven für das chemische Recycling von Polymeren.

ADUC-Vortragspreis

Neben der Aufnahme in das Junge Kolleg konnte sich Gabriele Hierlmeier im März 2026 über einen weiteren wichtigen Erfolg freuen: Bei der Chemiedozententagung erhielt sie für ihren Vortrag „Mechanistic Control of Reductive Elimination from Titanium(IV) for Selective Alkyne Cyclodimerization” den ADUC-Vortragspreis der Vortragsreihe B.

Die ADUC ist die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Universitätsprofessoren und -professorinnen für Chemie und Veranstalterin der Chemiedozententagung. Bei diesem jährlichen Treffen präsentieren Nachwuchsgruppenleiterinnen und -leiter aus ganz Deutschland ihre neuesten Forschungsergebnisse.


Über das Junge Kolleg

Das 2010 gegründete Junge Kolleg  der Bayerischen Akademie der Wissenschaften gilt als wichtiges Förderformat in der bayerischen Wissenschaftslandschaft. Viele der Geförderten erhalten bereits während ihrer Mitgliedschaft einen Ruf auf eine Professur. Außerdem bekommen zahlreiche Mitglieder bedeutende Auszeichnungen, etwa den Heinz-Maier-Leibnitz-Preis der DFG oder ERC Grants der Europäischen Union.

Laut Webseite des Jungen Kollegs gibt es aktuell 18 Kollegiatinnen und Kollegiaten. Neben Gabriele Hierlmeier kommen weitere vier davon aus Würzburg:

  • Dr. Fabian Hutmacher (Institut Mensch-Computer-Medien)
  • Juniorprofessorin Nathalie Lackus (Pharmazeutische Biologie)
  • Juniorprofessor Maik Luu (Translationale Medizin, Universitätsklinikum) und
  • Dr. Clara Wenz (Musikforschung)

Von Robert Emmerich

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